Gedicht zum Sonntag – Omnia vincit amor

„Die Liebe“ von Matthias Claudius (1740-1815)

Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel,
Und schlägt sie ewiglich.

portrait_claudiusMatthias Claudius (1740-1815) wurde am 15. August 1740 in Reinfeld in Holstein geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Plön studierte er zunächst Theologie in Jena, wechselte dann zum Fach Rechtswissenschaften. Ab 1768 war er als Journalist tätig. 1772 heiratete Claudius; aus der Ehe gingen zwölf Kinder hervor. Die Familie lebte in Wandsbeck. Zwischen 1775 und 1812 veröffentlichte er zahlreiche Texte und Gedichte. Ein freundschaftliches Verhältnis verband Claudius mit Johann Gottfried Herder (1733-1803). Während einer Reise nach Kopenhagen 1764/1765 lernte er Friedrich Gottfried Klopstock (1724-1803) kennen, dessen Schaffen tiefen Eindruck auf den Schriftsteller hinterließ.

Matthias Claudius starb am 21. Januar 1815 in Hamburg, wohin er vor den französischen Truppen geflohen war. Er wurde in Wandsbeck bestattet. Er gilt als bedeutender Vertreter der Empfindsamkeit.

Quelle: Britta Dörre, zenit.org

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2 Gedanken zu “Gedicht zum Sonntag – Omnia vincit amor

  1. Mein Lieblingszitat von Claudius lautet:
    „MACHE NICHT SCHNELL JEMAND ZU DEINEM FREUND, IST ER’S ABER EINMAL, SO MUSS ER’S MIT ALLEN SEINEN FEHLERN SEIN.“
    Das Zitat stammt aus dem „Wandsbecker Boten“, den Matthias Claudius ab 1771 für knapp fünf Jahre unter dem Pseudonym ‚Asmus‘ alleinverantwortlich herausgegeben hat.
    Wer sich für Literaturgeschichte und vor allem für Claudius‘ frühe Schaffensperiode interessiert, dem empfehle ich Wolfgang Stammlers Werk: „Matthias Claudius, der Wandsbecker Bothe, ein Beitrag zur deutschen Literatur- und Geistesgeschichte.“ Ist zweifellos nicht mehr ganz neu. Doch ich persönlich warne grundsätzlich vor der Lektüre neuerer literaturgeschichtlicher Abhandlungen über Claudius‘ Werk. Denn wie so viele andere Schriftsteller, wird auch er – nach meinem Dafürhalten einer der fein- und tiefsinnigsten Protestanten und ein Gegner der Aufklärung, der nur versehentlich für ein paar Jahre in einer Freimaurer-Loge ‚landete‘ – heute gern von gewissen Schulen instrumentalisiert und missinterpretiert, um deren antikatholische Ressentiments zu begründen und zu verfestigen.
    Das genannte Werk ist antiquarisch nicht sonderlich häufig erreichbar, aber dankenswerterweise gibt es ja die netten Mädels und Jungs in kanadischen und US-Universitäten, die neben literaturwissenschaftlichen auch zahlreiche deutsche Werke aus dem Bereich Theologie, Philosophie, Geschichte usw. abseits des schwarzweißen „Google-Books“-Mainstreams auf archive.org in der virtuellen Bibliothek von Alexandria zur Ansicht und zum kostenlosen Download bereitstellen: https://archive.org/details/matthiasclaudius00stamuoft

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