Von leeren Händen und Bäuchen – Ein Kommentar zur Fastenzeit

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Klarheit gewinnen durch Verzicht: Unser Verhältnis mit Gott im Himmel nehmen wir in der Fastenzeit wieder neu in Blick. Foto: (Pixabay)

(CNA Deutsch) Manche fürchten die Fastenzeit, manche – zumeist wenn es um den Versuch geht, abzuspecken und so eine Strandfigur für den Sommer zu bekommen – ersehnen sie. Es sind 40 Tage, in denen es eigentlich nur darum geht, Jesus nachzuahmen, oder besser gesagt, bei ihm zu sein, der selbst in der Wüste gefastet und gebetet hat.

Es geht nicht darum, ob ich schlanker werde oder abnehme – es geht darum, dass er in meinem Leben zunimmt und größer wird. Er muss wachsen. Freilich bedeutet das oft, dass ich mich kleiner machen muss. Hunger und Durst, mancher Verzicht und oft auch unvermeidlicher Schmerz lassen mich spüren, dass mein Ego noch immer der Mittelpunkt ist, um den ich selbst kreise – nicht Er. Wir sind keine Yogis, die asketische Höchstleistungen vollbringen müssen. Wir sind Jünger Jesu, die geistliche und manchmal auch materielle Armut spüren sollen, um sich dann vom Herrn beschenken zu lassen. Fasten, Gebet und Almosen sind Hilfen, damit unsere Hände leer werden, und Jesus sie füllen kann. Wichtiger als die konkrete Umsetzung der folgenden Vorschläge ist die Liebe, die sich in Taten ausdrücken und zeigen soll; es zählt der Glaube, der in Werken wirksam wird.

Fasten – Ballast abwerfen

Vom Fasten spricht man nicht nur, wenn es ums Essen geht. Auch der Verzicht auf Fernsehen, Handy und Radio sowie der Umstieg vom privaten Auto zu öffentlichen Verkehrsmitteln kann gemeint sein. Trotzdem hat die Abstinenz von Speisen eine besondere Bedeutung, die ihr die Heilige Schrift beimisst. Jesus selbst fastete ja 40 Tage in der Wüste bis ihn hungerte.

Auch wir sollten uns in der Fastenzeit nicht scheuen, Hunger zu spüren und durch dieses Opfer unser Gebet, wie der Herr selbst verspricht, noch fruchtbarer zu machen. Dieses Fasten kann verschiedene Formen annehmen: Nur eine einmalige Sättigung am Tag und zwei kleine Stärkungen (das ist die kirchliche Fastenvorschrift für Aschermittwoch und Karfreitag), nur Wasser und Brot (oder vielleicht nur Obst und Gemüse) zu sich nehmen oder mit der sättigenden Mahlzeit bis zum Abend warten.

Natürlich ist der Verzicht auf Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol ein Opfer, das auch dem Leib guttut und manchmal mehr schmerzt als das eigentliche Fasten.

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Ein Sonnenstrahl wider die marianische Eiszeit

(CNA Deutsch) In diesem Jahr wird Papst Franziskus in die Fußstapfen seines Vorgängers treten und aus Anlass des großen Jubiläums den kleinen portugiesischen Wallfahrtsort besuchen, der bis heute Millionen von Pilgern anzieht. 100 Jahre nach den wunderbaren Ereignissen von Fatima ist die Botschaft Mariens nicht weniger aktuell.

Wie nie zuvor in der Geschichte werden in unseren Tagen Christen blutig verfolgt und der Friede, den die Völker der Welt nach den beiden schrecklichen Kriegen des vergangenen Jahrhunderts erhofften, ist so instabil wie selten. Papst Franziskus spricht sogar von einem Dritten Weltkrieg in Stücken, da an vielen Orten, vor allem im Mittleren Orient, Tausende von Menschen unter Gewalt und Terror leiden.

Maria empfiehlt in Fatima das tägliche Rosenkranzgebet und die Verehrung ihres Unbefleckten Herzens. Die Erfüllung ihrer Bitten verheißt nicht weniger als den Frieden – ja mehr noch, den Triumph der reinen Liebe, den Sieg ihres makellosen Herzens.

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Der Ablass – Den gibt’s doch gar nicht mehr! Ein Kommentar zum Reformationsfest

Der Rosenkranz – Theologie auf Knien

Monsignore Dr. Florian Kolfhaus im Interview

Er ist das Lieblingsgebet vieler Heiliger – der Rosenkranz. Äußerlich gesehen besteht er im Wesentlichen aus der Wiederholung des Ave Maria – 50 Mal. Doch die Inhalte, über die der Beter meditiert, wechseln ab. Um die 20 Glaubensgeheimnisse des Rosenkranzes inhaltlich besser erfassen zu können, hat Monsignore Dr. Florian Kolfhaus Meditationen verfasst. Sie sind in dem Buch „Der Rosenkranz – Theologie auf Knien“ zusammengestellt. Das Buch-Gespräch mit dem Mitarbeiter im Päpstlichen Staatssekretariat im Vatikan führt Anselm Blumberg.

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Der Rosenkranz – Schule des kontemplativen Betens. 7 konkrete Tipps für „Fortgeschrittene“

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Foto: Lawrence OP via Flickr (bearbeitet)

ROM, (CNA Deutsch). – Da ich so viele positive Rückmeldung zu dem vor vierzehn Tagen erschienenen Beitrag zum Rosenkranz erhalten habe, möchte ich – es ist Halbzeit im Rosenkranzmonat Oktober! – nochmals sieben Tipps vorstellen; diesmal im Hinblick darauf, wie wir mit der Perlenschnur an der Hand lernen können, innerlich zu beten. Es klingt paradox: Gerade weil beim Rosenkranz so viele Worte gesagt werden, ist es ein Gebet, in dem das Herz schweigend schauen und staunend lieben kann.

Der Rosenkranz – kinderleicht!

Es ist interessant, dass die Mutter Jesu in Lourdes, Fatima und anderen Wallfahrtsorten immer wieder den Rosenkranz empfiehlt und nicht dazu einlädt, das Stundengebet zu verrichten, geistliche Lesung zu halten, eucharistische Anbetung zu pflegen oder das innere, betrachtende Gebet zu üben. All die genannten Formen sind gute, von der Kirche anerkannte und von vielen Heiligen geübte Weisen zu beten. Warum legt uns Maria „nur“ den Rosenkranz ans Herz? Eine mögliche Antwort geben die Seher, denen die Muttergottes in Lourdes und Fatima erschienen ist. Stets waren es Kinder, noch dazu ungebildete, die nicht einmal richtig lesen und schreiben konnten. Der Rosenkranz war die für sie geeignete Schule, gut beten zu lernen, denn Perle für Perle führt er vom mündlichen Gebet über die Meditation zur Betrachtung. Jeder Mensch kann mit dem Rosenkranz, wenn er sich nur von Maria führen lässt, zum inneren Beten gelangen, ohne besondere Techniken anwenden oder mühsame Übungen ausprobieren zu müssen. Damit ist keineswegs gesagt – und das muss gerade auch heute wieder betont werden! – dass der Rosenkranz ein Gebet „dummer“, allzu einfach denkender Menschen sei. Auch Hochschulprofessoren müssen vor Gott wie Kinder werden, d.h. in ihrem Beten immer schlichter und aufrichtiger, immer  vertrauensvoller und innerlicher. Gerade viel denkenden Menschen hilft der Rosenkranz, der Lippen und Kopf beschäftigt, das Herz für die Betrachtung zu öffnen, um dann – wie kleine Kinder oder romantisch Verliebte – ganz simple Komplimente „Schön bist Du“, flehende Bitten „Hilf mir!“ und aufrichtigen Dank „Was ohne Dich!“ zu wiederholen. Wie geht das?

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Interview mit einer Heiligen: Teresa von Avila in ihren eigenen Worten

12 Tipps zum Rosenkranzmonat

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(CNA Deutsch).- In der Neuzeit war es immer wieder das Rosenkranzgebet so vieler Christen, das ihnen Frieden und Freiheit gebracht hat.

Denken wir nur an die Schlachten von Lepanto und Wien oder an den friedlichen Abzug der russischen Besatzung in Österreich. Papst Leo der XIII. hat in mehreren Enzykliken, die dieses Gebet in der Kirche fördern sollten, den Oktober zum Rosenkranzmonat erklärt. Durch die Erscheinungen der Muttergottes in Fatima, die sich im kommenden Jahr zum hundertsten Mal jähren, hat die kleine Perlenschnur neue, noch größere Bedeutung bekommen. Die Mutter Jesu bittet um das tägliche Gebet des Rosenkranzes, der in der Hand selbst kleiner Kinder oder kranker und alter Menschen zur Schleuder Davids wird – zu einer Waffe, mit der, wie die hl. Theresa von Kalkutta zu sagen pflegte, alle Probleme dieser Welt bezwungen werden können.

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Der Engel der Armen am Ölberg

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Eine Missionarin der Nächstenliebe auf dem Petersplatz bei der Messe für die heilige Mutter Teresa von Kalkutta am Montag, 5. September. Foto: CNA/Daniel Ibanez

Mutter Teresa, die seit gestern als Heilige weltweit verehrt werden darf, wird vielleicht zur lebendigen Ikone dieses Jahres der Barmherzigkeit. Als Krankenschwester wusste sie um das Leiden der Menschen, kannte sie körperliche und seelische Not. Sie ist bekannt und verehrt für Ihren selbstlosen Einsatz unter den Leidenden und findet dafür Anerkennung bei fast allen.

Mutter Teresa war aber keine Sozialarbeiterin oder Entwicklungshelferin. Das wollte sie nie sein. Sie wollte Christus dienen. Sie verstand, dass Jesus der Ärmste der Armen ist, der gelitten hat und, in geheimnisvoller Weise, noch immer in den Kranken und Hungernden leidet.

Am Ölberg und auf Golgotha standen ihm alle Menschen vor Augen – keine anonyme Masse, sondern jeder einzelne. Und weil er, wahrer Gott und wahrer Mensch, in den Stunden des Leidens alle sah, schmerzten ihn alle bösen Taten, trösteten ihn jedes fromme Gebet, mag es auch 2000 Jahre später gesprochen worden sein. Jedes gute Werk, das heute getan wird, war damals ein Tropfen Wasser auf seinen ausgedörrten Lippen. Mutter Teresa hörte seinen Schrei „Mich dürstete“ und gab ihm zu trinken, indem sie den Notleidenden zärtliche Liebe zeigte. „Mich dürstet“ schreit Christus und sehnt sich nach dem Wasser unserer Hingabe. Die Heiligen haben verstanden, dass es der Herr sich selbst zum dürstenden Bettler gemacht hat, damti wir ihm etwas schenken können, um seine Not zu lindern. So sagt zum Beispiel die heilige Katharina von Siena: „O süsseste liebste Liebe! Es war Dein unendlicher Hunger und Durst für unsere Erlösung, das Dich ausriefen liess mich dürstet! Obwohl Deine Todesqualen einen grossen körperlichen Durst verursachten, Dein Durst für unsere Erlösung war noch grösser! Es ist niemand da, der dir irgendwas geben könnte, ausgenommen die Bitterkeit von übergrosser Sünde! Wie wenige sind es, die Dir zu trinken geben mit einer reinen gefühlsvollen Liebe!“

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Ist Maria gestorben? Nachdenken über eine unbeantwortete Frage

Monsignore Kolfhaus: Sie behaupten in ihrem neuen Buch, dass Maria nicht gestorben ist. Das Lehramt der Kirche ist nicht so deutlich, oder?

Es ist ganz normal, dass ein Mensch stirbt. So denken wir, weil wir tagtäglich mit dem Tod konfrontiert werden und wissen, dass auch wir eines Tages im Grab liegen und zu Staub werden. So liegt es nahe, dass viele denken, auch Maria sei gestorben. Die Kirche aber hat das nie eindeutig gesagt; im Gegenteil: als Papst Pius XII. 1950 das Dogma von der Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel verkündet hat, wollte er – obwohl einige Bischöfe ihn ausdrücklich darum gebeten hatten – nicht vom Tod Mariens sprechen. Er hat sogar die liturgischen Texte so geändert, dass jede Interpretation im Hinblick auf das Sterben der Mutter Gottes unmöglich wurde. Gott wollte den Tod nicht. Er ist in seinem Plan für den Menschen nicht vorgesehen, sondern kam durch die Sünde Adams in die Welt. Die meisten, die meinen, dass Maria gestorben sei, wagen es daher auch oft nicht, das Wort Tod in den Mund zu nehmen – ausdrücklich bekennt das z. B. der hl. Johannes von Damaskus – sondern sprechen von Dormitio, Entschlafung. Es gab für die Mutter Jesu kein schmerzliches Lebensende, womöglich wegen Krankheit oder Altersschwäche, sondern einen frohen Abschied, um mit Leib und Seele „heimzugehen“. Es steht sicher fest, dass Maria, im ersten Moment ihres Lebens ohne Sünde empfangen, im letzten Augenblick auf Erden nicht die Trennung ihrer Seele erleiden musste. Das Lehramt läßt es aber bislang jedem frei, darüber nachzudenken, ob sie vielleicht sterben wollte, um so ihrem Sohn ganz ähnlich zu werden. Ich bin der Überzeugung, dass diese Verähnlichung mit Christus im Leiden auf Golgotha geschehen ist, im schmerzvollen „Mitsterben“ mit Jesus, von dem beispielsweise der h. Bernhard spricht. Von dieser Stunde sagt ja auch die Liturgie des 15. Septembers: „Ohne den Tod zu erleiden, hast Du die Palme des Martyriums errungen.“ Warum also sollte Maria gestorben sein und nicht, wie es Gott für alle Menschen wollte, ohne Tod verklärt und in den Himmel aufgenommen worden sein?

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