Von Haifischbecken und Brennnesselsträuchern

(Thecathwalk.net) Ich halte es für unangebracht und falsch, über jede (vermeintliche) Verfehlung des Bischofs von Rom (oder anderer Bischöfe und Kardinäle) herzuziehen – und diese persönliche Meinung dann im Idealfall noch öffentlich auf facebook zu posten und breitzutreten. Und ich halte es für töricht und wenig apostolisch, wenn in der Kirche und unter Katholiken ein negativer Geist herrscht und wir letztlich nur um uns selbst kreisen – anstatt uns den Menschen „da draußen“ zuzuwenden.
untitled-design

Ein Kommentar von Georg Dietlein

Im „katholischen Milieu“ (wie ich liebevoll zu sagen pflege) kann man zur Zeit jede Stecknadel fallen hören. Die Stimmung ist gereizt. Freundschaften sind angespannt. Und kaum jemand kommt über das übliche Schwarz-Weiß-Freund-Feind-Denken hinweg. Es geht um Papst Franziskus, die „Dubia“ der Kardinäle, Amoris laetitia, einen auf The Cathwalk veröffentlichten Weckruf, den einige katholische Blogger und Publizisten unterschrieben haben – und natürlich um persönliche Animositäten.

Ich sage es gleich vorweg: Man kann zu dem „Weckruf“ unterschiedlicher Meinung sein. Papst Franziskus wäre der letzte, der blinden Gehorsam fordert. Wäre ich der Redenschreiber des Pontifex, würde auch ich ihn an manchen Stellen deutlicher sprechen lassen. Ich kenne persönliches Misstrauen gegen den Papst sehr gut – zu sehr fordert er uns alle heraus. Doch dieser Misstrauens-Express kann schneller im geistigen Wittenberg ankommen, als es so manchem „differenzierten Papst-Kritiker“ lieb ist. Deswegen war der Weckruf ein begrüßenswerter Warnruf.

„Von Haifischbecken und Brennnesselsträuchern“ weiterlesen

Advertisements

Wie Papst Franziskus seine Ferien verbringt

***

Tage zwischen Gebet, Lektüre und Amtspflichten

Papst Franziskus wird im Juli einige Wochen pausieren, bevor er Ende des Monats zum Weltjugendtag nach Polen reisem wird. In den Juliwochen wird der Papst sich nicht nach Castelgandolfo zurückziehen oder ein anderes Refugium suchen, sondern in der Domus Sanctae Marthae bleiben.

„Wie Papst Franziskus seine Ferien verbringt“ weiterlesen

Papst: Mehrheit der Ehen ungültig

Franziskus beantworte Fragen von Priestern bei der Öffnung der Diözesankonferenz vom Bistum Rom

cq5dam-6
Diözesankonferenz, 16. Juni 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Eine große Mehrheit der sakramentalen Ehen könnte ungültig sein. Diese Einschätzung hat Papst Franziskus am Donnerstag bei der jährlichen Konferenz der Diözese Rom gegeben. Er begründete das damit, dass viele Eheversprechen ohne Bewusstsein über die Konsequenzen gegeben werden, und daher nur vorläufig seien. Die Ehepartner wüssten oft nicht, was das Sakrament bedeute. Er warnte vor dem Entschluss zur Ehe unter Druck, wenn etwa ein Kind unterwegs sei. Die Paare sollten nicht zur Hochzeit gedrängt werden, sondern vielmehr den Entschluss dazu reifen lassen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche antwortete damit auf eine Frage zur Krise der Ehe.

„Papst: Mehrheit der Ehen ungültig“ weiterlesen

„Seid Champions im Sport, aber Champions im Leben!“

Ansprache von Papst Franziskus vor Funktionären der A-Liga und den Fußballern der beiden italienischen Fußballclubs Juventus und Milan

papst-franziskus-koepfer-660x330

„„Seid Champions im Sport, aber Champions im Leben!““ weiterlesen

Mehr Erotik in der Kirche

Sündig, sinnlich, Superstar: Maria Magdalena in römischen Kalender aufgenommen – Ein Beispiel für jede Frau

Tizian_010
Sündig, sinnlich, Superstar: Maria Magdalena – Tizian: Büßende Maria Magdalena, um 1533, Ölgemälde

Seit geraumer Zeit ist in der katholischen Kirche das Bemühen feststellbar, Frauen stärker in die Kirche einzubinden. Papst Franziskus betont immer wieder die bedeutende Rolle der Frau für die Kirche und gibt der Diskussion über die Würde der Frau neue Impulse. Entsprechend setzte nun die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenlehre per Dekret den Wunsch des Papstes um, die heilige Maria Magdalena in den römischen Kalender aufzunehmen.

„Mehr Erotik in der Kirche“ weiterlesen

Franziskus: Wer gut feiern will, sollte diesen Wein trinken

Zum Herz-Jesu-Fest

111sacredheartbatoni_1464954018
Ausschnitt aus dem berühmten Gemälde von Pompeo Batoni, das in einem Seitenaltar der Kirche Il Gesù in Rom hängt Foto: Foto: Lloyd Baltazar via Wikimedia (Gemeinfrei; Ausschnitt bearbeitet)

Jedes Kind weiß, was ein Herz bedeutet. Es ist Zeichen der Liebe. Wer ein Herz malt, sagt mit diesem Bild: „Ich liebe Dich“. Am Kreuz zeigt uns Jesus sein Herz, um uns Gottes Liebe zu offenbaren. Er enthüllt am Kreuz sein Innerstes, weil Er hier den Preis für unsere Sünden zahlt und uns wissen lässt, dass Er uns trotz all unserer Fehler und Vergehen liebt.

An diesem Herzen dürfen wir ausruhen, wie Johannes, der im Abendmahlsaal sein Haupt auf die Brust Christi legt. In dieses Herz, das immer offensteht, können wir eintreten, um Gnade und Heil zu erfahren. Schon die Kirchenväter sahen in der durchbohrten Seite des Gekreuzigten (vgl. Joh 19,34) die Pforte des Heils, durch die wir zu Gott finden. Das offene Herz Jesu ist der Quell, aus dem die Sakramente der Kirche als wirksame Zeichen der Gnade fließen, wie das reinigende Wasser der Taufe und das allen Durst nach Liebe stillende Blut der Eucharistie.

„Zum Herz-Jesu-Fest“ weiterlesen

Franziskus empfängt Miss Germany

Schönheitskönigin Lena Bröder erhält Privataudienz beim Papst – Die amtierende "Miss Germany" Lena Bröder bekommt eine Audienz beim Papst. "Es geht für mich ein Lebenstraum in Erfüllung. Den Papst zu sprechen, war schon immer mein Wunsch", sagte die katholische Religionslehrerin der Deutschen Presse-Agentur. Der ganze Artikel hier.

 

 

 

Mit jesuitischer Barockmoral gegen den Jansenismus

Papst Franziskus, erklärt von Prälat Imkamp

Imkamp in der „Tagespost“: „Rigorismus ist immer auch eine Mentalitätsfrage – und diese Mentalität ist jedenfalls nicht katholisch.“ The Cathwalk dankt Dr. Wilhelm Imkamp für die besonnenste konservativ-katholische Stimme seit langem. 

Prälat Wilhelm Imkamp hat es wieder getan: seine kompromisslos-katholische Stimme erhoben. Erhoben gegen den in katholisch-konservativen Kreisen weitverbreiteten Defätismus. Erhoben für Papst Franziskus und dafür, dessen jesuitisch geprägte Moral richtig zu verorten.

martin_luther_box_1zu1_copyright_playmobil
Im konservativ-katholischen Spektrum wimmelt es seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Amoris Laetitia von Weltuntergangspropheten und Mini-Luthern.

Im konservativ-katholischen Spektrum wimmelt es seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Amoris Laetitia von Weltuntergangspropheten und Mini-Luthern. Ob von sich selbst überzeugte Laien wie Roberto de Mattei oder ein sehr umtriebiger kasachischer Weihbischof (von Gottes Gnaden, möchte man müde lächelnd hinzufügen) – kein Rang in der kirchlichen Hierarchie ist den rigoristischen Polterern gering genug, um nicht gegen den Papst zu wettern. Ein Schelm, wer erzürnte Pinscher, die einen gothischen Dom ankläffen, vor seinem geistigen Auge hat.

Umso erfrischender nimmt sich da der „Tagespost“-Kommentar Prälat Wilhelm Imkamps vom 27.05. aus. Imkamp, seines Zeichens weder für Laxismus noch für Liberalismus bekannt, nimmt Amoris Laetitia zum Anlass, den jesuitischen Hintergrund des Papstes genauer zu beleuchten: „Die überschäumende Schöpfungsfreude in poetischer Lebendigkeit dargeboten atmet den Geist des Barocks. Auch das, was der Papst uns mitzuteilen hat, lässt sich gut im jesuitischen Barock verorten.“

Jesuitismus sticht Jansenismus 

Was die jesuitische Barockmoral schon immer von asketistischer Leibfeindlichkeit, fundamentalistischem Fanatismus und rigoristischer Unsensibilität unterschieden hat, legt Imkamp gewohnt pointiert dar: Moral war für die Jesuiten nie Selbstzweck. Der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild: „Moral war kein Mittel der Unterdrückung, sondern ein Mittel der Befreiung. Nicht umsonst waren ja viele Jesuiten Beichtväter von Königen und deren Mätressen.“ Und es ist auch eine geistesgeschichtliche Konstante, dass die auf Schematismus statt Kasuistik bedachten Geister schon Jahrhunderte vor Papst Franziskus gegen die Societas Jesu schäumten: „Anhänger der jansenistischen und protestantisch-calvinistischen Frömmigkeit empfanden das, was sie als ‚Jesuitenmoral‘ abqualifizierten, als unerträgliche Provokation.“ – So empfanden die Gegner eines Ignatius von Loyola gestern, so empfinden die Gegner eines Papst Franziskus heute, möchte man ergänzen. Imkamp führt vor Augen, wie der Jesuitenpapst keineswegs die katholische Moral ändert, sie aber christus-ähnlicher, evageliums-getreuer wie so mancher kirchlicher Eiferer anwendet: „Herrlich sind Ausdrücke des Jesuitenpapstes wie ‚kalte Schreibtischmoral‘, oder ‚Felsblöcke, die man auf das Leben der Menschen wirft‘. Das ist schönste Jesuitenprosa, hier hört man förmlich die erbitterte und trotzdem humorvolle jesuitische Polemik gegen die Jansenisten, die einen dunklen, rigoristischen Schleier über die katholische Moral stülpen wollten.“

„Mit jesuitischer Barockmoral gegen den Jansenismus“ weiterlesen

Papst ehrt George Clooney und andere Schauspieler

Die Prominenten sollten „der Welt helfen, die Sprache der Gesten zurückzugewinnen“, so Franziskus in der Audienzhalle Paul VI. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Schauspieler die „Olivenmedaille“ des Friedens.

Premiere: Franziskus sendet dem #kt16 eine Videobotschaft auf DEUTSCH!!!

Er freue sich, dass so viele deutsche Katholiken an dem Katholikentag in Leipzig teilnehmen würden. „Ihr wollt den Menschen in Leipzig und in ganz Deutschland zeigen, dass Ihr aus der Freude des Evangeliums lebt. Ihr habt gute Beziehungen mit den Christen anderer Konfessionen und legt mit Eurem tätigen Einsatz für die Schwachen und die Bedürftigen glaubhaft Zeugnis für Christus ab“, so der Papst.

Ecce Homo: Heute beginnt der 100. Katholikentag

kt-leipzig_croppedplakat1-frau_1464159379
Ecce Homo – „Siehe, der Mensch“. Das offizielle Plakat zum Katholikentag 2016 ist eine Variante des Zitats aus Joh 19,5, mit dem Pontius Pilatus den gefolterten und verspotteten Jesus zeigt. Foto: Katholikentag.de

Die Adenauer-Ära in Kino und Fernsehen

bundesarchiv_b_145_bild-f003951-0012_koln_77_1462996142
Andere Zeiten: Der bekennende und praktizierende Katholik Adenauer im Gespräch mit Kardinal Joseph Wendel und Bischof Karl Christian Weber am 2. September 1956. Foto: Bundesarchiv/Rolf Unterberg via Wikipedia (CC-BY-SA 3.0)

„Die Adenauer-Ära in Kino und Fernsehen“ weiterlesen

Franziskus: „Piusbruderschaft ist katholisch“

Im Papst-Interview mit der französischen Zeitung „La Croix“ erklärt Franziskus, dass die FSSPX katholisch ist, die Einigung auf „gutem Weg“ sei und man mit dem Generaloberen Fellay keinen Radikalinski als Dialogpartner habe.

VATIKANSTADT, (CNA Deutsch).- Papst Franziskus hat die Piusbruderschaft (Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X, SSPX) als Katholiken bezeichnet, die auf dem Weg zur vollen Kommunion sind. In einem weitreichenden Interview mit der in Frankreich verlegten katholischen Zeitung La Croix sagte der Heilige Vater: „Sie lieben die Kirche“, und bestätigte mit Blick auf die Versöhnung, dass diese auf einem „guten Wege“ sei. 

Über sein Treffen mit dem Generaloberen der SSPX, Bischof Bernard Fellay Anfang April sagte Franziskus, dieser sei „ein Mann, mit dem man einen Dialog führen kann“. Er sei kein Radikaler, wie etwa der – aus der Piusbruderschaft ausgeschlossene – Bischof Richard Williamson.

Franziskus bestätigte weiter, er sei möglicherweise bereit, der Piusbruderschaft eine Personalprälatur anzubieten; doch bis dahin müsse es erst zu einer grundsätzlichen Einigung kommen. „Das Zweite Vatikanische Konzil hat seinen Wert. Wir werden langsam und geduldig fortschreiten“, so Franziskus.

„Franziskus: „Piusbruderschaft ist katholisch““ weiterlesen

Neun Ratschläge von Papst Franziskus für alle, die ans Heiraten denken

cna_569fc387b0c1a_88164_1462181181
Papst Franziskus begrüßt ein frischverheiratetes Paar am 20. Januar, 2016 | Foto: CNA/Daniel Ibanez
  1. Die Gedanken an die Einladungen, die Kleidung und das Fest nicht in den Mittelpunkt stellen

Der Papst bittet die Brauleute, sich nicht auf unzählige Einzelheiten zu konzentrieren, die sowohl Finanzen wie auch Energien aufzehren. Denn so gelangen sie nur erschöpft zur Trauung, anstatt ihre besten Kräfte dafür zu verwenden, sich als Paar auf diesen großen Schritt vorzubereiten. „Diese Mentalität spiegelt sich auch in manchen faktischen Lebensgemeinschaften wider, die niemals zur Eheschließung gelangen, weil sie an zu kostspielige Festlichkeiten denken, anstatt der gegenseitigen Liebe und deren Formalisierung vor den anderen den Vorrang zu geben.“

„Neun Ratschläge von Papst Franziskus für alle, die ans Heiraten denken“ weiterlesen