„Sindr“: App für Beichtwillige

Die schottische Erzdiözese von Edinbugh und St. Andrews hat eine App für das Smartphone entwickelt, die Beichtwilligen schnell den Weg zur nächsten Kirche zeigen kann. Noch vor dem eigentlichen Start hat die App schon jetzt einen Spitznamen bekommen: „Sindr“.

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Sindr ist der Spitzname einer App der katholischen Kirche, um Kirchen zu finden Foto: thecatholicapp.com

Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, erkennt die App die aktuelle Position des Nutzers und zeigt an, wo sich die nächstliegende Kirche befindet. Das Programm zeigt zudem, wo gerade eine Messe stattfindet oder die Möglichkeit zur Beichte gegeben ist. Sie soll Beichtwilligen unter die Arme greifen, die sich auf Reisen befinden oder auch absichtlich nicht in ihrer angestammten Kirche beichten wollen, um anonym zu bleiben.

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Der Ablass – Den gibt’s doch gar nicht mehr! Ein Kommentar zum Reformationsfest

Das Sakrament der Versöhnung – Gedanken einer Mutter

von Ida Nielsson

Letztens ging ich während der Sonntagsmesse mit einem unserer Kinder in den Beichtraum unserer Kirche. Warum? Nun, nicht um zu beichten – es war ja gerade Messe. Junge Eltern dürfen während der Messe den Beichtraum in unserer Kirche als Rückzugsort nutzen – zum Stillen, Wickeln, Beruhigen. Ich ging also mit meinem Kind in diesen kleinen Raum und blieb dort eine ganze Weile. Bis mein Kind eingeschlafen war.

Und irgendwie empfand ich dort Frieden.

Und ich dachte, dass ich mit euch ein paar Gedanken teilen könnte zur Beichte – oder auch Sakrament der Versöhnung genannt. Gerade die Beichte ist eines der Sakramente, mit dem viele Katholiken und ganz besonders Nicht-Katholiken auf Kriegsfuß stehen.

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Die Beichte wird oft als etwas Demütigendes missverstanden. Dabei ist sie eigentlich das Gegenteil, denn sie bringt Versöhnung. Versöhnung mit Gott, aber eben auch mit sich selbst. Und genau dieser innere Frieden, den wahrscheinlich jeder einmal empfunden hat, der bei einem sensiblen und verständnisvollen Beichtvater gebeichtet hat – genau diesen Frieden strahlt unser Beichtraum aus.

Warum überhaupt beichten?

Nicht alle Christen kennen die Beichte – abgesehen von ein paar Splittergruppen gibt es nur bei Katholiken und Orthodoxen die Beichte. Und die damit verbundene Versöhnung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass von Menschen, die mit dem Sakrament der Versöhnung auf Kriegsfuß stehen, oft die Rolle des Priesters in der Beichte missverstanden wird.

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„Warum sollte ich einem Priester von meinen Fehlern und Schwächen erzählen, was geht denn ihn das an?“ bin ich schon öfters gefragt worden. Und wenn das so wäre, dann würde ich das vermutlich genauso sehen. In der Beichte geht es allerdings nicht um den Priester. Der Priester ist nur der Mittler. Gott hat uns durch Jesus die Vergebung unserer Fehler und Schwächen zugesagt als Jesus folgendes zu den Aposteln sagte:

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

~ Johannes 20, 21-23

Durch das Sakrament der Versöhnung zeigt Gott uns, dass er uns vergibt. Wenn wir bereuen.

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7 Vorurteile gegen die Abschaffung des Pflichtzölibats

The Cathwalk. – Es ist doch ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet dort, wo es die viri probati tatsächlich gibt – in den glaubenstreuen katholischen Kreisen – eine so große Phobie herrscht, sie im Pfarrdienst einzusetzen. Die Vorstellung, dass Dr. Johannes Hartl in wenigen Jahren die MEHR-Konferenz mit einem lateinischen Hochamt eröffnet, ist so schlimm doch gar nicht!

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Pfarrersfamilien waren immer ein Hort der Hochkultur.

1. Sex zu haben ist eines Priesters unwürdig.

Im Alten Testament gab es tatsächlich strenge rituelle Vorschriften hinsichtlich der Sexualität, die nebenbei auch den Nebeneffekt einer guten Hygiene hatten (siehe z.B. die Reinigungsvorschriften für Frauen). In der Antike war die Vorstellung weit verbreitet, sexuell enthaltsame Menschen könnten einen reineren Gottesdienst darbringen – ein bekanntes Beispiel dafür sind die römischen Virgines Vestales, die jungfräulichen Hüterinnen des Herdfeuers im Tempel der Vesta. Im Neuen Testament wurde die Sexualität jedoch unvergleichlich geadelt – die Vereinigung von Mann und Frau in der Ehe entspricht dem hl. Paulus zufolge der innigen Liebesbeziehung zwischen Christus und Kirche. Man könnte also genausogut fragen, ob ein Priester nicht eigentlich die Erfahrung dieses Liebesaustausches mit einer Frau bräuchte, um besser zu begreifen, wie die Beziehung zwischen Christus und Kirche funktioniert.

2. Verheiratete Priester hätten zu wenig Zeit für ihre Schäflein.

Kirchengemeinderat, Öko-Ausschuss, Haushaltsaufstellungen: das sind die bürokratischen Seelsorgs-Hindernisse, deren Anzahl dringend reduziert werden müsste! Dass starker Glaube, gute und zeitintensive Seelsorge und Familienvater-Sein sich nicht ausschließen, beweisen unzählige freikirchliche Pastoren.

3. Die Abschaffung des Pflichtzölibats wäre ein Schlag ins Gesicht der zölibatär lebenden Priester und Ordensleute.

Die Abschaffung des Pflichtzölibats wäre hart für jene zölibatär lebenden Priester und Ordensleute, die ihren Zölibat nicht wirklich selbstlos und in innerem Frieden leben. Sollte es aber für den Pfarrdienst verheiratete Priester geben, müsste sich niemand, der seinen Zölibat aus innerer Überzeugung und im Frieden mit Gott lebt, angegriffen fühlen. Der Schönheit des Zölibats täte das keinen Abbruch. Ebenso wie ein Restaurant neben vorzüglichem Wein auch süffiges Bier anbieten darf und jeder Gast weiß, welches das edlere Getränk ist.

4. Die Tradition des Pflichtzölibats muss unbedingt erhalten bleiben.

Der Zölibat wird in seiner Schönheit viel besser erstrahlen können, wenn es sich nicht mehr um eine Pflicht handelt, an die der Pfarrdienst gekoppelt ist. Blühende Klöster mit zölibatären Ordensleuten und eine pastorale Struktur mit glaubenstreuen Vätern als Pfarrern, klingt das nicht verlockend? Pfarrersfamilien waren in Deutschland seit jeher ein Hort der Hochkultur. Und oft genug mit hübschen Sprösslingen, wie bei Pfarrer Tabarius aus der ZDF-Serie „Herzensbrecher – Vater von vier Söhnen“.

5. Die Aufhebung des Pflichtzölibats wäre ein Kniefall vor dem Zeitgeist.

Tragischerweise wird die Aufhebung des Pflichtzölibats bisher lediglich von kirchenpolitisch linker Seite gefordert. Es ist doch ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet dort, wo es die viri probati tatsächlich gibt – in den glaubenstreuen katholischen Kreisen – eine so große Phobie herrscht, sie im Pfarrdienst einzusetzen.  Die Vorstellung, dass Dr. Johannes Hartl in wenigen Jahren die MEHR-Konferenz mit einem lateinischen Hochamt eröffnet, ist so schlimm doch gar nicht! Konservative Katholiken sollten sich beim Thema viri probati nicht von den Progressisten die Butter vom Brot nehmen lassen, wie dies einst in der liturgischen Bewegung geschehen ist.

6. Einem verheirateten Priester könnte man in der Beichte nicht vertrauen.

Verschwiegenkeit ist nicht an die Ehelosigkeit gekoppelt. Sonst müsste der Pflichtzölibat ja auch für Ärzte gelten. Auch manch zölibatär lebender Pfarrer, von dem jeder weiß, wer in der Gemeinde seine Spezl sind und wer nicht, ist für viele ein Vertrauenshindernis.

7. Die Aufhebung des Pflichtzölibats ist ein Anzeichen der Apokalypse.

Dann hätte die Apokalypse längst hereinbrechen müssen, nämlich in den ersten Jahrhunderten der Kirche, in der es keinen Pflichtzölibat gab. Was sich viele konservative Katholiken fragen müssen, ist, warum sie einen so emotional-irrationalen Zugang zu dieser Frage haben. Der Pflichtzölibat ist nicht dogmatisch. Würden wir Gottes Stimme hören, wenn er in unserer heutigen Zeit in unzähligen Männern eine Doppelberufung zum Familienvater und Priester wecken will?

 

Zur Zölibatsdebatte erschien am letzten Sonntag: 

7 Vorurteile gegen den Zölibat

 

Die Schönheit der Beichte wieder neu herausstellen

Die aktuelle Lage dieses österlichen Sakramentes ist insbesondere in Deutschland erschütternd. Die Beichtpraxis ist im Gegensatz zu anderen Jahrzehnten auf dem Tiefpunkt angekommen. Doch woran liegt dies? An der fehlenden Verkündigung? Hand auf´s Herz: Könnt ihr euch an eine Predigt oder Katechese über das Sakrament der Hl. Beichte in eurer Gemeinde erinnern?

von Markus Lederer

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Bildquelle: Servizio Fotografico – L’Osservatore Romano / zitiert nach: zenit.org

Papst Franziskus und viele Heilige dieses so wunderschönen, ermunternden Sakramentes sind auch heute noch feste Fixpunkt, die uns wieder neu dazu motivieren können, beichten zu gehen. Papst Franziskus kann geradezu als Verteidiger der Beichte gesehen werden. Konkret wird dies, wenn der Heilige Vater spontan sich auf den Petersplatz begibt, um Jugendlichen die Beichte abnehmen zu dürfen. Er will damit ein Zeichen für die Beichte in der heutigen Zeit setzen.

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Von den geheimen Lüsten katholischer Priester

Ein Kommentar von Monsignore Florian Kolfhaus

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„The smoking gun“ – Es ist oft die Unfähigkeit, oder der Unwille, der Versuchung zu widerstehen. Von Urzeiten über Heinrich VIII. bis hin zu mancher gut gemeinten „Öffnung“ heute. Foto: Raedon via Pixabay (Gemeinfrei)

Erst unlängst ist Gloria von Thurn und Taxis gefragt worden, was sie denn über den Satz denke: „Das Bett eines Priesters ist leer, aber sein Kühlschrank ist voll. Beim puritanischen Prediger sei das umgekehrt.“ Pointiert hat die Fürstin geantwortet: „Beim Puritaner ist sowohl der Kühlschrank als auch das Bett leer, sonst wäre er kein Puritaner.“

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