Priesterausbildung: „Ich bin gescheitert, nicht die Kirche“

Benjamin Kalkum hatte sich entschieden, Priester zu werden. Zum Diakon geweiht war er schon, dann erkannte er, dass dieser Weg für ihn nicht der richtige ist. Dauerhaft alleine leben und Großgemeinden managen – so hatte er sich sein Leben als Pfarrer nicht vorgestellt. Reformen wie die Abschaffung des Zölibats lehnt der 31-Jährige ab. 

Benjamin Kalkum im Gespräch mit Christiane Florin

f6b08092096f8d22ea047a67241fe6a9v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2
Das Foto vom 05.12.2015 zeigt acht Männer bei ihrer Weihe zum Diakon in Teublitz (Bayern). (dpa/picture-alliance/Bistum Regensburg)

Christiane Florin: Herr Kalkum, wir haben uns vor knapp drei Jahren, 2014, schon einmal für ein Interview getroffen. Damals standen Sie kurz vor der Weihe zum Diakon, also die Vorstufe zur Priesterweihe war das. Sie haben gesagt: „Das ist mein Weg, dessen bin ich mir sicher“. Inzwischen haben Sie das Priesterseminar verlassen. Was hat Sie nicht mehr so sicher sein lassen?

Benjamin Kalkum: Man merkt irgendwann, dass die Lebensform, für die man sich entschieden hat, anders ist als das, wofür man glaubte sich entschieden zu haben.

Florin: Klingt kompliziert. Hat es mit dem Zölibat zu tun?

Kalkum: Nein, eher damit, dass es eine Sache ist, sich mit dieser Lebensform im Priesterseminar auseinanderzusetzen, dass man diese Lebensform aber eigentlich noch nicht wirklich lebt. Natürlich lebt man ohne Sexualität auch schon im Priesterseminar.

Florin: Wenn man regelkonform lebt.

Kalkum: Wenn man sagt: „Das machen eigentlich alle, wer es nicht macht, ist selbser schuld“. Daran merkt man, dass es nicht allein um Sexualität geht. Den Schritt, aus dieser Gemeinschaft heraus, die einen ein Stück weit getragen hat, den habe ich unterschätzt: einerseits während der Ausbildung in einem Haus zu leben mit vielen anderen, mit denen man sich austauscht, mit denen man eine fast familienähnliche Gemeinschaft bildet, mit allen Höhen und Tiefen und Schwierigkeiten, die Familien mit sich bringen; andererseits auf einmal ganz auf sich alleine gestellt zu sein. Ich würde sagen, das ist ein viel entscheidenderer Unterschied als einfach die Frage: Zölibat ja oder nein? Auch der Zölibat ist Teil einer Lebensform, die viele Aspekte umfasst.

„Priesterausbildung: „Ich bin gescheitert, nicht die Kirche““ weiterlesen

Advertisements

Fronleichnam: Der König kommt

Klimaneutraler Katholikentag in Leipzig

Zuhause bleiben ist die ökologischste Lösung

13267786_1072296816150033_2736213864412006455_n

(ipr) Der Katholikentag in Leipzig wird die klimafreundlichste kirchliche Großveranstaltung in diesem Jahr. Die Klimabeauftragte Annegret-Gesine Hölze-Stäblein-Hermann erklärt, warum: „Dieses Jahr werden wie geplant noch einmal weniger Besucher am Katholikentag teilnehmen. Das spart Unmengen an Energie und Ressourcen, die sonst für An- und Abfahrt, Katholikentagsschals, Messgewänder sowie Verpflegung und Übernachtung der Teilnehmer verschwendet würden.“ Besonders freut sich Hölze-Stäblein-Herrmann über den zusätzlichen Beitrag zum Tierschutz: „Denken Sie nur an die große Anzahl Tofus und Seitans, die aufgrund der zurückgehenden Teilnehmerzahlen nicht geschlachtet und gegessen werden.“ Das Erfolgsrezept des Kilmateams sei einfach, so die sympathische Powerfrau: „Wir haben Werbung und Programm so angelegt, dass es möglichst unattraktiv erscheint, dem Klima zu schaden und nach Leipzig zu kommen.“ Daran arbeiten die bestens vernetzten Klimaschützer des Katholikentags schon seit Jahren – mit wachsendem Erfolg. Aber sie bleiben ehrgeizig: „Unser Ziel ist die Null-Emmission“, so Hölze-Stäblein-Herrmann. „Vielleicht gelingt uns das schon beim nächsten Katholikentag in Münster.“

Quelle: Il Postiglione Romano

Premiere: Franziskus sendet dem #kt16 eine Videobotschaft auf DEUTSCH!!!

Er freue sich, dass so viele deutsche Katholiken an dem Katholikentag in Leipzig teilnehmen würden. „Ihr wollt den Menschen in Leipzig und in ganz Deutschland zeigen, dass Ihr aus der Freude des Evangeliums lebt. Ihr habt gute Beziehungen mit den Christen anderer Konfessionen und legt mit Eurem tätigen Einsatz für die Schwachen und die Bedürftigen glaubhaft Zeugnis für Christus ab“, so der Papst.

Betrachtungen zum 100. Katholikentag in Leipzig

von Hannes Kirmse

11666122_904476392908520_9145250519874933818_nWenn heute in Politik und Medienlandschaft über die Menschenwürde gesprochen wird, wird diese meist schlagwortartig mit Begriffen wie Solidarität, sozialer Gerechtigkeit oder Chancengleichheit gleichgesetzt. Inhaltlich zu füllen vermag die Menschenwürde dann niemand mehr. Der Begriff der Menschenwürde wird dann nur noch selbstreferentiell verstanden: „Ich achte, daß der andere mich achtet und achte ihn deshalb auch.“ Schön, gut und simpel mag diese Formel vielleicht klingen. Doch ist sie eine leere Formel, mit der man sehr schnell an Grenzen stößt: Zu achten gilt es dann nur den, auf den man wirtschaftlich, sozial oder aus anderen Gründen angewiesen ist oder den, mit dem man unmittelbar wie etwa in der Familie verbunden ist. Zu achten gilt es dann nur den, den man aus seinen eigenen Bedürfnissen heraus sieht.

„Betrachtungen zum 100. Katholikentag in Leipzig“ weiterlesen

Ecce Homo: Heute beginnt der 100. Katholikentag

kt-leipzig_croppedplakat1-frau_1464159379
Ecce Homo – „Siehe, der Mensch“. Das offizielle Plakat zum Katholikentag 2016 ist eine Variante des Zitats aus Joh 19,5, mit dem Pontius Pilatus den gefolterten und verspotteten Jesus zeigt. Foto: Katholikentag.de