Let’s talk about Sex oder warum Papst Franziskus Seelen rettet!

(TheCathwalk.net) Nicht Papst Franziskus, sondern der Hl. Johannes Paul II. war der große Revolutionär, der der Kirche eine neue Sicht auf die Sexualität des Menschen geschenkt hat!
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Papst Johannes Paul II. umarmt den damaligen Kardinal Jorge Mario Bergoglio

Ein Kommentar von Benjamin Kalkum und Friedrich Reusch.

Vieles ist in den letzten Tagen geschrieben worden über Sex-Besessenheit und Moraltheologie, über das ewige Rom und das geistige Wittenberg, über Rigidität und Frigidität. Über was sich die verschiedenen Kommentatoren aber nicht einig waren, das war die Weise, wie wir Sexualität in unseren Diskussionen überhaupt wahrnehmen, definieren, in das Gesamtdasein des Menschen kontextualisieren.

Wir möchten deshalb einen Ausgangspunkt für die theologische Betrachtung in Erinnerung rufen, die aus der Theologie des Leibes des Hl. Johannes Paul II. stammt, der von vielen, die jetzt auf Papst Franziskus einprügeln, auch gerne „der Große“ genannt wird.

Vielen, die Papst Franziskus für den großen Revolutionär halten, ist eines nicht bekannt: Nicht Papst Franziskus, sondern der Hl. Johannes Paul II. war der große Revolutionär, der der Kirche eine neue Sicht auf die Sexualität des Menschen geschenkt hat!

Großartig ist in der Tat sein Perspektivwechsel, den er in seiner Sexualmoral vollzieht: Am Anfang steht die Überlegung, was Gott sich bei der menschlichen Sexualität gedacht hat. Seine Antwort: Weil der Leib die Außenseite der Seele bildet, ist Sexualität (zwischen zwei) immer  Kommunikation. Körper-Sprache von Seele zu Seele. Und sie ist von Gott dazu gedacht, die Liebe auszudrücken (vielleicht auch: zu inkarnieren), die zwei Menschen miteinander verbindet. Diese Liebe wiederum zielt naturgemäß auf Einzigkeit und Treue. Diese Liebe soll und will Abbild der Liebe sein, die Christus uns vorgelebt hat bis ans Kreuz.

Als Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz darüber sprach, dass Männer auch für die Lust ihrer Frauen verantwortlich seien und mit dem Orgasmus gefälligst warten sollten, bis ihre Frau auch zum Höhepunkt gekommen sei, fanden das auch viele anstößig. Dabei war es prophetisch.

Und auch durch seine Abschaffung der automatischen Exkommunikation beim Eingehen einer zweiten Zivilehe hat der Hl. Johannes Paul II.  letztendlich lediglich einen Weg vorgezeichnet, den Franziskus nur weitergegangen ist:

„Früher waren die wiederverheirateten Geschiedenen exkommuniziert und aus dem Leben der Kirche ausgeschlossen. Durch den neuen Codex des kanonischen Rechtes und durch Familiaris consortio wird die Exkommunikation aufgehoben, und sie werden ermutigt, am Leben der Kirche teilzunehmen und ihre Kinder christlich zu erziehen. Dies war eine außerordentlich mutige Entscheidung, die mit einer jahrhundertelangen Tradition brach. Familiaris consortio sagt uns jedoch, dass die wiederverheirateten Geschiedenen nicht die Sakramente empfangen können. Der Grund dafür ist, dass sie öffentlich im Stand der Sünde leben und man es vermeiden muss, Anstoß zu erregen. Diese Gründe sind so stark, dass eine Überprüfung eventueller mildernder Umstände nutzlos zu sein scheint. Jetzt sagt uns Papst Franziskus, dass es sich lohnt, diese Überprüfung durchzuführen.“ – Rocco Buttiglione*

Der Papst macht es sich nicht leicht mit seiner neuen Strategie im Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. Scheinbar leichter wäre es, zumindest, wenn man Angst vor einem selbstgerechten konservativen Mob hat, einfach auf dem Status Quo zu beharren und die Wirklichkeit zu ignorieren. Eine Gewissensentscheidung ist ohnehin nötig, wenn man sich als gläubiger Mensch in einer „irregulären Situation“ wiederfindet (ob verschuldet oder unverschuldet, ob schon immer Christ oder erst seit kurzem). Dabei machen sich viele mehr Gedanken, als man denken könnte, wenn man sich unsere Kultur oberflächlich anschaut. Und wir sollen nicht ihr Gewissen formen dürfen? Es wäre zu wünschen, dass wir mehr darüber sprechen, was Gott sich mit der Sexualität gedacht hat. So wie es der Hl. Johannes Paul II. gemacht hat. Und so den Gläubigen zu helfen, angeleitet durch ihren Seelsorger echte Gewissensentscheidungen zu treffen, und nicht nur mit dem Strom zu schwimmen.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum ist Amoris Laetitia denn eigentlich ein Geschenk des Heiligen Geistes? Na zum Beispiel, weil Papst Franziskus mit seiner neuen Strategie Seelen rettet, die ohne sakramenten Halt seelisch verdursten würden:

„Die neue Regel schafft Probleme und bringt Gefahren mit sich? Gewiss. Es besteht die Gefahr, dass einige frevelhaft die Kommunion empfangen, ohne im Stand der Gnade zu sein? Wenn sie es tun, ziehen sie sich das Gericht zu, indem sie essen und trinken. Aber brachte die alte Regel nicht auch Gefahren mit sich? Bestand nicht die Gefahr, dass einige (oder viele) verlorengingen, weil ihnen ein sakramentaler Halt verwehrt blieb, auf den sie ein Recht hatten? Es ist Aufgabe der Bischofskonferenzen der einzelnen Länder, eines jeden Bischofs und letztlich jedes einzelnen Gläubigen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Vorteile dieser pastoralen Linie zu maximieren und die Gefahren, die sie mit sich bringt, zu minimieren. Das Gleichnis von den Talenten lehrt uns, im Vertrauen auf die Barmherzigkeit das Risiko einzugehen.“ – Rocco Buttiglione*
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WIR haben #SineDubiis unterschrieben, weil…

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Am vergangen Samstag hat The Cathwalk den Weckruf für 2017: „#SineDubiis – Wir gehen mit Papst Franziskus“ veröffentlicht. Die Initiatoren möchten sich bei all denjenigen bedanken, die uns durch Ihrer Unterschrift unterstützt und so ein wichtiges Zeichen in einer Zeit gesetzt haben, in der viele denken, „katholisch“ gehe auch ohne das vorgeschaltete „römisch“.

Unser Manifest hat ans Licht gebracht, wie fortgeschritten die im Weckruf genannten Symptome sind. Die Diskussion um #SineDubiis hat sehr deutlich gezeigt, dass – und wir übertreiben nicht, wenn wir dies sagen –, gerade bei den betont frommen Katholiken momentan eine Erosion des Glaubens stattfindet – eine Erosion des Glaubens an die hierarchische Verfasstheit der Kirche!

Unser Weckruf sollte ein kleines, aber nicht zu überhörendes Zeichen sein gegen die papstfeindlichen Schürer im Hintergrund. Ob wir effektiv gegensteuern können? Wir wissen es nicht. Aber es geht um nicht weniger als um die Aufrechterhaltung des Glaubens unter denjenigen, die sich als gläubig bezeichnen. Pharisäismus und Argwohn sind eine Pest.

Die Initiatoren Matthias Jean-Marie Schäppi & Friedrich Reusch (Chefredaktion The Cathwalk)

Hier eine Auswahl der Berichterstattung und der Auseinandersetzung mit unseren Positionen:

Wir veröffentlich im Folgenden anonymisiert ein paar Statements von Unterstützern, die uns in den letzten Tagen erreicht haben.

Ich unterzeichne diesen Weckruf, weil ich es unerträglich finde, wie einige Katholiken, die sich als rechtgläubig und sogar papsttreu bezeichnen, mit dem Hl. Vater umgehen, ihn sogar mehr oder weniger offen der Häresie beschuldigen. Man kann über Amoris laetitia geteilter Meinung sein und natürlich seine Zweifel auch sachlich äußern, schließlich leben wir in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit, was übrigens manchem der Kritiker noch nicht bekannt ist, aber wie auch sonst macht der Ton die Musik.

Es muß eine Stimme im katholischen Lager geben, die ohne Wenn und Aber zur Kirche, zu ihrer Lehre und zum Papst steht. Das sind wir dem Zeugnischarakter des Leibes Christi und seiner Einheit schuldig. Es kann und darf nicht sein, daß die Kirche sich in Humanitaristen und Progressisten einerseits (die genausogut Frau Käßmann sein könnten) und Traditionalisten und Papstkritiker andererseits (die von ihrer Art und Weise, von ihrem Selbstverständnis nicht weit weg sind von Pius X) spaltet.

Ich habe den Aufruf gelesen gelesen und möchte mich voll und ganz damit identifizieren. Der ‚Weckruf‘ ist der Sache nach sehr stimmig und kommt zur rechten Zeit. Ich freue mich zudem für euch, dass das Ganze so breites Echo hervorruft.

Ich bin durch Radio Vatikan auf Ihren Blog gestoßen und bin sehr positiv überrascht über die klare Ansage in „sine dubiis“. Bitte nehmen Sie mich als Mitunterzeichner auf.“

Ich freue mich über Eure klare Stellungnahme zu Papst Franziskus und schließe mich ihr voll inhaltlich an.

Ihr veröffentlichter „Weckruf“ spricht mir aus tiefstem Herzen und tiefster Seele. Daher möchte ich mich diesem gerne anschließen und so meiner Unterstützung von Papst Franziskus Ausdruck verleihen.

Ich habe es mir lange durchgelesen und überlegt. Mir sind ein paar Punkte zu scharf. Ich unterzeichne es trotzdem. Denn die Ehepastoral ist zu wichtig und um die geht es.

Ich habe gerade das „Manifest/Aufruf“ gelesen und muss Euch wirklich loben, weil ihr das Anliegen vieler konservativer Katholiken aufgegriffen und auf den Punkt gebracht habt. Zwar muss ich jetzt in Kauf nehmen, dass ich von einigen Journalisten-Kollegen, die das sehen, in eine Schublade reingeschoben werde in die ich nicht hinein möchte, aber das ist mir jetzt einfach egal, weil auch mir das Anliegen einfach zu wichtig erscheint, ein Zeichen zu setzen, für Papst Franziskus.

Danke für Ihren „Weckruf“! Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ein großer Wurf, wahrhaft römisch-katholisch.

Ich möchte mich Ihrer Aktion ausdrücklich anschließen. Ich gehe mit Papst Franziskus und möchte gerne Ihren Aufruf unterzeichnen. Als engagiere Laiin in unserer Kirche sehe ich mit Bestürzung, wie gerade sich selbst als ‚romtreue‘ Christen verstehende Menschen in bösartiger Weise gegen den Papst schießen, sobald er Ihnen unbequeme Wege beschreitet. Wir brauchen keine herrschaftliche, vor allem autoritäre und dogmatische Kirche. Wir müssen den Geist des Evangeliums wieder unter die Menschen tragen. Auf diesem Weg geht uns Franziskus voran, weist uns den Weg.

 

 

 

 

 

 

 

Zugänge zum Glauben – oder: der kritische Blick in den Spiegel

Die Kolumne von Georg Dietlein

15909489_10208080450305076_1440240424_nJeder Mensch hat seinen individuellen Zugang zum Glauben. Jeder Mensch „glaubt“ anders, weil sich der Glaube nicht auf das Für-wahr-Halten von Dogmen beschränkt (fides quae), sondern letztlich in einer ganz persönlichen Beziehung zu Jesus Christus wurzelt (fides qua). Deshalb ist das Gottesbild, aber auch das Bild von Kirche und vom Menschen bei jedem Christen unterschiedlich nuanciert und akzentuiert (worüber man nun so oder so denken mag). Diese unterschiedlichen Nuancierungen haben übrigens praktische Konsequenzen, welche wiederum einen Rückschluss auf unser Gottesbild erlauben.

Dazu zwei anschauliche Beispiele. Szenario 1: Gehen wir einmal davon aus, ich setze mich für eine Liberalisierung der katholischen Sexual- und Ehemoral ein. Das hohe Ideal, das die Kirche heute noch den Menschen predigt, das kann doch keiner mehr leben!? Dieses Engagement sagt viel über mein Gottes- und Menschenbild aus. Positiv gesagt: Ich betone sehr stark die Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft Gottes. Eigentlich will Gott unser Bestes (weshalb die Kirche ja gerade bestimmte Handlungsempfehlungen bereit hält). Aber die Güte Gottes geht dann sogar so weit, dass er das alles nicht so „ernst nimmt“ – und uns das alles ein bisschen „egal“ sein kann.

Negativ gewandt: Diese Haltung sagt auch etwas aus über mein Bild vom Menschen. Ich fordere eine Liberalisierung der Moral, weil ich dem Menschen dieses Ideal nicht mehr zu-traue oder zu-mute. Weil der Mensch so schwach ist (oder unser Glaube an die Güte und Allmacht Gottes so verdrängt), brauchen wir Abstriche – eben ein „Christentum light“. Zugleich sagt das ganz schön viel über unser Bild von Gott aus.

Ein zweites Beispiel: Ich setze mich für eine „Öffnung“ der Kirche ein. Das Ziel ist dabei, Kirche wieder „attraktiv“ zu machen und möglichst viel Sympathie für die Kirche zu wecken. Weil das offensichtlich nicht mit den „Kernkompetenzen“ von Kirche funktioniert (Gebet, Eucharistie, Sakramente), probiere ich es mit kleinen Aktionen und „Reförmchen“: Abschaffung des Zölibates, Öffnung der Weihe für Frauen, „arme Kirche“, Entfernung aller Kniebänke. Möglicherweise bleibt der gewünschte Erfolg für die Kirche aus – aber dann hat man es immerhin mal versucht.

Analyse: Ich will eigentlich nur das Best(gemeint)e für die Kirche. Ich will, dass das kirchliche Leben wieder so funktioniert wie im 19. Jahrhundert (eigentlich ein ziemlich verstaubtes Kirchenbild, oder?). Ich will möglichst viele Kirchenmitglieder und Kirchgänger (und das um jeden Preis). Ich möchte, dass die Kirche wieder zum Mittelpunkt in jedem Dorf und jeder Stadt wird – ein Ort, um sich auszutauschen und sich zu vernetzen. – Negativ gewandt: Mir sind die Inhalte eigentlich egal. Es geht bloß um Zahlen und ums Image. Es geht um Likes auf facebook und eine gute Publicity beim SPIEGEL. Das aber führt zu einem Gesichtsverlust vor dem Spiegel. Die Kirche wird zu einer bloßen NGO, bestenfalls zu einem Verein von #gutmenschen, vermutlich aber einfach zu einem Netzwerk oder einem netten Club. Ein leicht religiöser Anstrich trägt dabei zur Erleichterung des Gewissens bei (oder ist einfach très chic): strahlende Christbäume, ab und zu die Mystik einer weihraucherfüllten Kirche, das lateinische Hochamt als „Event“ und natürlich die kleine Opferkerze als postmoderner Glücksbringer. Ist doch cool – sagen die einen. Ist aber nicht mehr die Kirche Jesu Christi – sagen die anderen.

Freiheit, Freude, Freundschaft – Ein Kommentar zur Jugendsynode 2018

(CNA Deutsch) Im Oktober 2018 wird eine Jugendsynode stattfinden – das Thema: „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung“. Deshalb veröffentlichte unser Papst am 13.01.2017 ein Vorbereitungsdokument, mit den Themen, die bei der Synode eine große Rolle spielen sollen.

Endlich geht der Fokus auf diejenigen über, die eigentlich im Licht der Scheinwerfer betrachtet werden sollten. Endlich kommt man auf die Idee, diejenigen zu fragen, die in Zukunft unsere Kirche wirklich prägen werden. Endlich wurde begriffen, dass die Streitigkeiten zwischen Konservativen, Liberalen und allen katholischen spirituellen Bewegungen an dem vorbei gehen, was das Wichtigste sein sollte: Die Pastoral mit und durch die Jugendlichen.

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Priesterausbildung: „Ich bin gescheitert, nicht die Kirche“

Benjamin Kalkum hatte sich entschieden, Priester zu werden. Zum Diakon geweiht war er schon, dann erkannte er, dass dieser Weg für ihn nicht der richtige ist. Dauerhaft alleine leben und Großgemeinden managen – so hatte er sich sein Leben als Pfarrer nicht vorgestellt. Reformen wie die Abschaffung des Zölibats lehnt der 31-Jährige ab. 

Benjamin Kalkum im Gespräch mit Christiane Florin

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Das Foto vom 05.12.2015 zeigt acht Männer bei ihrer Weihe zum Diakon in Teublitz (Bayern). (dpa/picture-alliance/Bistum Regensburg)

Christiane Florin: Herr Kalkum, wir haben uns vor knapp drei Jahren, 2014, schon einmal für ein Interview getroffen. Damals standen Sie kurz vor der Weihe zum Diakon, also die Vorstufe zur Priesterweihe war das. Sie haben gesagt: „Das ist mein Weg, dessen bin ich mir sicher“. Inzwischen haben Sie das Priesterseminar verlassen. Was hat Sie nicht mehr so sicher sein lassen?

Benjamin Kalkum: Man merkt irgendwann, dass die Lebensform, für die man sich entschieden hat, anders ist als das, wofür man glaubte sich entschieden zu haben.

Florin: Klingt kompliziert. Hat es mit dem Zölibat zu tun?

Kalkum: Nein, eher damit, dass es eine Sache ist, sich mit dieser Lebensform im Priesterseminar auseinanderzusetzen, dass man diese Lebensform aber eigentlich noch nicht wirklich lebt. Natürlich lebt man ohne Sexualität auch schon im Priesterseminar.

Florin: Wenn man regelkonform lebt.

Kalkum: Wenn man sagt: „Das machen eigentlich alle, wer es nicht macht, ist selbser schuld“. Daran merkt man, dass es nicht allein um Sexualität geht. Den Schritt, aus dieser Gemeinschaft heraus, die einen ein Stück weit getragen hat, den habe ich unterschätzt: einerseits während der Ausbildung in einem Haus zu leben mit vielen anderen, mit denen man sich austauscht, mit denen man eine fast familienähnliche Gemeinschaft bildet, mit allen Höhen und Tiefen und Schwierigkeiten, die Familien mit sich bringen; andererseits auf einmal ganz auf sich alleine gestellt zu sein. Ich würde sagen, das ist ein viel entscheidenderer Unterschied als einfach die Frage: Zölibat ja oder nein? Auch der Zölibat ist Teil einer Lebensform, die viele Aspekte umfasst.

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Franz von Sales: Anleitung zum frommen Schreiben

franz_von_salesHeute ist der Gedenktag von Franz von Sales, der am 26. Januar 1923 von Papst Pius XI. zum Patron der Schriftsteller und Journalisten ernannt wurde. Sein Leben ist geprägt von Glauben, Wahrheitssuche und der Liebe zum Schreiben.

von Josef Jung

Ihr [werdet] die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“

Franz von Sales wurde 1567 geboren und machte schon früh Bekanntschaft mit dem Calvinismus sowie der damit verbundenen der Lehre der doppelten Prädestination, also der Vorstellung, dass man von Geburt an zum Himmel oder zur Hölle vorherbestimmt sei. Diese Lehre machte ihm sehr zu schaffen und zeitweise sah er sich selbst im Lager der Verdammten. Im Alter von 20 Jahren vertraue er sich Gott an und befreite sich von der calvinistischen Prädestinationslehre. Er erkannte, dass Gott in Wahrheit die Liebe ist, vertraute ihm sein Leben an entwickelte ein neues, lebensbejahendes Menschenbild.

Publizieren zur Ehre Gottes

Franz von Sales studierte schließlich Theologie und wurde 1593 er zum Priester geweiht. Aus seiner Auseinandersetzung mit dem Calvinismus ging 1600 seine Schrift „Défense de l’Estendart de la Sainte Croix“, Verteidigung der Fahne des heiligen Kreuzes hervor. Diese diente der Rekatholisierung und war so erfolgreich, dass er zum Koadjutor des Bischof von Genf-Annecy und 1602 sogar selbst zum Bischof der Diözese geweiht wurde.

Das Schreiben sollte fortan sein ganzes Leben begleiten. Zunächst in französischer Sprache, erschienen u.a. 1608 sein Hauptwerk „Anleitung zum frommen Leben“ („Philothea“), 1616 „Abhandlung über die Liebe Gottes („Theotimus“), dann postum u.a. 1629 „Die wahren spirituellen Gespräche“ und 1641 ausgewählte Predigten.

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Im Leben und Schreiben ganz Gott gewidmet

Franz von Sales Leben war getragen vom Glauben an die Liebe und Wahrheit Gottes. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, diese in Wort und Schrift zu verkünden. Er verzehrte sich so in Arbeit, dass er 1622, im Alter von nur 55 Jahren, auf der Rückreise von Avignon nach Lyon erschöpft an einem Schlaganfall starb. Er wurde am 18.12. 1661 selig- und am 19.4. 1665 heiliggesprochen. Doch mit seinem Tod war sein Wirken nicht zu Ende. Seine Schriften beeinflussten und inspirierten die französische Mystik des 17. Jahrhunderts.

Obwohl er selbst rastlos zu arbeiten schien, gab er uns einen Rat mit, der Beachtung verdient:

„Hab Geduld mit allen Dingen, aber besonders mit dir selbst.“

„Wie Leuchttürme im Dunkel dieser Welt“

Wir dokumentieren im Folgenden in der offiziellen Übersetzung die Botschaft von Papst Franziskus zum 51. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Der Text wurde am Dienstag, dem 24. Januar 2017, dem Gedenktag des hl. Franz von Sales, vom Heiligen Stuhl veröffentlicht.

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Leuchtturm / Pixabay CC0 – Pexels, Public Domain

***

«Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir» (Jes 43,5). 
Hoffnung und Zuversicht verbreiten in unserer Zeit

Dank des technischen Fortschritts hat sich der Zugang zu den Kommunikationsmitteln so entwickelt, dass sehr viele Menschen die Möglichkeit haben, augenblicklich Nachrichten zu teilen und sie flächendeckend zu verbreiten. Diese Nachrichten können gut oder schlecht sein, wahr oder falsch. Schon unsere Vorväter im Glauben sprachen vom menschlichen Geist als einer Mühle, die vom Wasser bewegt niemals angehalten werden kann. Wer aber mit dem Mahlen beauftragt ist, hat die Möglichkeit zu entscheiden, ob Korn oder Taumellolch gemahlen wird. Der Geist des Menschen ist immer aktiv und kann nicht aufhören, das zu „mahlen“, was er aufnimmt, aber es ist an uns zu entscheiden, welches Material wir dazu liefern (vgl. Johannes Cassian, Brief an Abt Leontius).

Mein Anliegen ist es, dass diese Botschaft alle diejenigen erreicht und ermutigt, die sowohl im Beruf als auch in den persönlichen Beziehungen jeden Tag viele Nachrichten „mahlen“, um ein wohlriechendes und gutes Brot denen anzubieten, die sich von den Früchten ihrer Kommunikation ernähren. Ich möchte alle zu einer konstruktiven Kommunikation aufrufen, welche Vorurteile über den anderen zurückweist und eine Kultur der Begegnung fördert, dank derer man lernen kann, die Wirklichkeit mit bewusstem Vertrauen anzuschauen.

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Weltjugendtag 2019 wird vom 22. bis zum 27. Januar stattfinden

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WJT Panama 2019 / @LaityFamilyLife

Nun ist es ist offiziell: Der 34. Weltjugendtag wird vom 22. bis zum 27. Januar 2019 im mittelamerikanischen Panama stattfinden. Das genaue Datum der Jugendveranstaltung wurde am Freitag vom Erzbistum Panama sowie vom Heiligen Stuhl bekannt gegeben.

Das Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben hat die Nachricht zusammen mit einem Foto von Panama-Stadt mit den Worten „Panama erwartet Sie“ auf den sozialen Medien veröffentlicht.

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„Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung“

Zusammenfassung des vorbereitenden Dokuments zur XV. Generalversammlung der Bischofssynode im Oktober 2018

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Kreuz, Gebetswache WJT 2016 / CCEW – Mazur, CC BY-NC-SA

Im Oktober 2018 wird die XV. Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema „ Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung“ stattfinden. Heute veröffentlichte der Vatikan ein vorbereitendes Dokument, in dem die Beweggründe zu dieser Themenwahl, die Situation der Jugendlichen und die Herausforderungen dargelegt werden.

Während sich die Synode über die neue Evangelisierung und das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium damit beschäftigten, „wie diese Sendung in der Welt von heute verwirklicht werden kann“, die beiden Synoden über die Familie und das nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris laetitia mit „der Begleitung der Familien auf diese Freude hin“, soll in der Synode 2018 der Frage nachgegangen werden, „wie die Jugendlichen begleitet werden können, um die Berufung zur Liebe und zum Leben in Fülle zu erkennen und anzunehmen“. Unter Jugendlichen werden Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren verstanden.

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Der Kirchenmann für die Medien

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Kommt positiv rüber: Franziskus bei einer Generalaudienz Catholic Church England and Wales, flickr

Papst Franziskus wird am Samstag 80 Jahre alt. Für sein bescheidenes, menschennahes Handeln erntet er viel Lob, erhält aber auch Kritik. Den Menschen predigt er das Evangelium, die Medien sind von ihm begeistert. Dass er das Papst-Amt übernahm, ist für das Medienimage der Katholischen Kirche eines der besten Dinge, die ihr passieren konnte.

Papst Franziskus feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Dass der Latino im März 2013 zum Papst gewählt wurde, galt als große Überraschung. Bei aller Kritik: Für die Medien und viele Menschen ist er ein Star. Und nicht nur die Katholische Kirche profitiert davon.

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Neue Welt. Alter Glaube?

Eine 10 Min. Doku über Glauben im 21. Jahrhundert und die Frage ob dies überhaupt noch möglich ist

Das Internet. Unser weltweites Computernetzwerk ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Wir laufen Gefahr, all unser Vertrauen auf moderne Technologien zu setzen. Die Vernetzung birgt aber auch die Chance, den Menschen fundamentale Werte wie den Glauben und die Liebe näherzubringen.

Produktion: STUDIO1133 Heiligenkreuz in Kooperation mit der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz

Warum dieser Profi-Fußballer lieber Priester wird

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Patrick Kaesberg / Foto: privat

„Mit Gottes Hilfe werde ich 2019 zum Priester geweiht“, sagt der 30-jährige heute: Die unendliche Liebe Gottes sei in sein Leben hereingebrochen – und er selber endgültig zu sich selbst gekommen. Doch bis dahin war es ein weiter Weg.

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Eine Million Kinder beten gemeinsam den Rosenkranz

Rosenkranzgebet für Einheit und Frieden unter den Völkern – Diese Vision soll am 18. Oktober um 9:00 Uhr Wirklichkeit werden

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Kinder beten für den Frieden in der Welt

(Kirche in Not). – Wie schon im vergangenen Jahr lädt die päpstliche Stiftung Kirche in Not Sie erneut ein, an der Gebetsinitiative „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ teilzunehmen. Der weltbekannte stigmatisierte Heilige, P. Pio von Pietrelcina sagte einmal diese prophetischen Worte: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“ 

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Wie sehr sehnen wir uns doch heute nicht nur an den Orten, wo es Krieg gibt, sondern auf allen Kontinenten danach, dass sich die Welt zum Besseren verändert. Armut, Gewalt, Ungerechtigkeit, Angst und in der letzten Zeit vor allem die Krise im Nahen Osten und die damit verbundene Immigration verursachen bei Kindern, Erwachsenen und alten Menschen unsagbare Leiden. Die Worte der Botschaft, die am 1. Juni 2016, am Welttag der Kinder, die katholischen und orthodoxen Patriarchen in Syrien unterzeichneten, sind nur ein Hilfeschrei von vielen auf der ganzen Welt: „Die Kinder in unserer Heimat Syrien sind die kleinen Brüder und Schwestern des leidenden Jesuskindes. Seit mehr als fünf Jahren werden sie durch einen grausamen Krieg verletzt, traumatisiert oder getötet. Viele haben ihre Eltern und alles, was ihnen lieb war, verloren. Unzählige sind während des Krieges geboren und haben niemals den Frieden erlebt. Ihre Tränen und ihr Leid schreien zum Himmel… Ihn, Christus, den König des Universums, der als zartes Kind auf den Armen Seiner Mutter die Welt in Seiner Hand hält, bitten wir darum, die Kinder Syriens zu segnen. Ihn, der allein den Frieden bringen kann, flehen wir an: ‚Schütze und rette die Kinder dieses Landes! Erhöre unsere Gebete jetzt! Zögere nicht länger, unserem Land den Frieden zu schenken! Schau auf die Tränen der Kinder, trockne die Tränen der Mütter, lass das Wehgeschrei endlich versiegen.‘“ 

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Papst Franziskus: „Die Gender-Theorie ist ein Feind der Ehe“

franciscus_in_2015Ob Mann, ob Frau – wer weiß es noch so genau? So könnte man einige Versuche der Gendertheorie ansehen. Und nun hat der Papst wieder einmal in aller Deutlichkeit kargestellt, dass diese Theorie nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar ist. Er nannte sie „Feind der Ehe“ und sprach weiterhin von einem „Weltkrieg, der versucht die Ehe zu zerstören“.

von Josef Jung

Das soziale Geschlecht

Die Gendertheorie spricht nicht mehr vom biologischen, sondern nur von einem „sozialen“ Geschlecht. Dieses kann man auch „gefühltes“ Geschlecht nennen, da es nicht darum geht, welche biologische Zugehörigkeit man hat, sondern nur darum, welche man fühlt bzw. sich selbst zuschreibt. Man kann daher als biologische Frau „Gendermann“ werden und als biologischer Mann „Genderfrau“. Dazwischen gibt es noch dutzende weiterer Genderzugehörigkeiten, je nach persönlichem Geschmack. Dieser Geschlechtstheorie hat der Papst nun erneut eine deutliche Absage erklärt.

(ab etwa 57:30)

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