Die Wahrheit über die Kreuzzüge

Robert Spencer über die Folgen der verbreiteten historischen Irrtümer

WASHINGTON D.C., (ZENIT.org).- Es könnte sein, dass „die Kreuzzüge der Vergangenheit heute mehr Verwüstung anrichten, als sie es in den drei Jahrhunderten, als die meisten von ihnen geführt wurden, getan haben. Das ist die These eines Mannes, der sich in der Geschichte der Kreuzzüge auskennt.

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Robert Spencer ist Autor des Buches „Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades)“ („Politisch nicht-korrekter Führer zum Islam [und zu den Kreuzzügen])“. Darin betont Spencer, dass es bei jenem Kreuzzug, der gegenwärtig geführt werde, nicht um den Verlust von Menschenleben noch um die Verwüstung von materiellem Eigentum handle, sondern um eine viel subtilere Form der Zerstörung.

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Franz von Sales: Anleitung zum frommen Schreiben

franz_von_salesHeute ist der Gedenktag von Franz von Sales, der am 26. Januar 1923 von Papst Pius XI. zum Patron der Schriftsteller und Journalisten ernannt wurde. Sein Leben ist geprägt von Glauben, Wahrheitssuche und der Liebe zum Schreiben.

von Josef Jung

Ihr [werdet] die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“

Franz von Sales wurde 1567 geboren und machte schon früh Bekanntschaft mit dem Calvinismus sowie der damit verbundenen der Lehre der doppelten Prädestination, also der Vorstellung, dass man von Geburt an zum Himmel oder zur Hölle vorherbestimmt sei. Diese Lehre machte ihm sehr zu schaffen und zeitweise sah er sich selbst im Lager der Verdammten. Im Alter von 20 Jahren vertraue er sich Gott an und befreite sich von der calvinistischen Prädestinationslehre. Er erkannte, dass Gott in Wahrheit die Liebe ist, vertraute ihm sein Leben an entwickelte ein neues, lebensbejahendes Menschenbild.

Publizieren zur Ehre Gottes

Franz von Sales studierte schließlich Theologie und wurde 1593 er zum Priester geweiht. Aus seiner Auseinandersetzung mit dem Calvinismus ging 1600 seine Schrift „Défense de l’Estendart de la Sainte Croix“, Verteidigung der Fahne des heiligen Kreuzes hervor. Diese diente der Rekatholisierung und war so erfolgreich, dass er zum Koadjutor des Bischof von Genf-Annecy und 1602 sogar selbst zum Bischof der Diözese geweiht wurde.

Das Schreiben sollte fortan sein ganzes Leben begleiten. Zunächst in französischer Sprache, erschienen u.a. 1608 sein Hauptwerk „Anleitung zum frommen Leben“ („Philothea“), 1616 „Abhandlung über die Liebe Gottes („Theotimus“), dann postum u.a. 1629 „Die wahren spirituellen Gespräche“ und 1641 ausgewählte Predigten.

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Im Leben und Schreiben ganz Gott gewidmet

Franz von Sales Leben war getragen vom Glauben an die Liebe und Wahrheit Gottes. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, diese in Wort und Schrift zu verkünden. Er verzehrte sich so in Arbeit, dass er 1622, im Alter von nur 55 Jahren, auf der Rückreise von Avignon nach Lyon erschöpft an einem Schlaganfall starb. Er wurde am 18.12. 1661 selig- und am 19.4. 1665 heiliggesprochen. Doch mit seinem Tod war sein Wirken nicht zu Ende. Seine Schriften beeinflussten und inspirierten die französische Mystik des 17. Jahrhunderts.

Obwohl er selbst rastlos zu arbeiten schien, gab er uns einen Rat mit, der Beachtung verdient:

„Hab Geduld mit allen Dingen, aber besonders mit dir selbst.“

Papst Pius XII – sein Tod und Testament

Nachdem der 82jährige Pius XII. sich seit Ende September 1958 nicht mehr wohlgefühlt hatte, war er am Sonntag, dem 5. Oktober ernsthaft erkrankt. Seit einem ersten Gehirnschlag am Morgen des 6. Oktober lag er im Sterben; sein Mitarbeiter P. Wilhelm Hentrich spendete ihm bei vollem Bewusstsein die Letzte Ölung. Im Laufe dieses Tages fanden sich Tausende von Menschen und – wie man im Film sieht – auch Reporter, Rundfunk und Fernsehen in Castel Gandolfo ein, wo sie drei Tage und Nächte bis zum Tod des Papstes in der Morgenfrühe des 9. Oktober verharrten.

Am Morgen des 8. Oktober erlitt Pius XII. einen weiteren Gehirnschlag und fiel ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. Sein Privatsekretär P. Robert Leiber SJ spendete ihm nochmals die Letzte Ölung.

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Die große Seeschlacht von Lepanto

Am 7. Oktober jährt sich die Schlacht von Lepanto zum 445. Mal. Eine Geschichte von gehäuteten Festungskommandanten, christlicher Revanche, einem einarmigen Dichter und dem Beginn des Rosenkranzfestes.

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Die Schlacht von Lepanto, Andrea Vicentino

Elf zehrende Monate lastet die Belagerung auf der Festungsstadt Famagusta auf Zypern. Das Banner des Markuslöwen hängt in roten Fransen über den Zinnen. Seit dem September 1570 belagern die Osmanen die letzte Stadt, die von der venezianischen Herrschaft auf Zypern übriggeblieben ist. Mitten im Frieden hatten die Türken die größte venezianische Kolonie des Mittelmeers überfallen; die Hauptstadt Nikosia fiel Plünderung und Zerstörung anheim. Zwanzigtausend Menschen sollen beim türkischen Blutrausch ihr Leben verloren haben. Ein Grund dafür, warum viele der venezianischen Festungen, welche zu den größten und modernsten des Mittelmeerraumes gehören, den Invasoren Tür und Tor geöffnet haben. Niemand will ein zweites Massaker riskieren.

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Robin Hood als katholischer Rebell: Die unbekannte Seite einer beliebten Legende

Doch ein weitgehend unbekannter Aspekt des Rebells von Sherwood ist – nicht nur, aber gerade für Katholiken – interessant: Er war einer von ihnen.

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Franz von Sales

Von Daniel Stewart

Franz_von_SalesDer hl. Franz von Sales (* 21. August 1567 auf Burg Sales, Thorens-Glières; † 28. Dezember 1622), ist ein Kirchenvater und war einer der größten Evangelisten und kräftigsten Bekenner während der Gegenreformation. Seine Schriften über die katholische Spiritualität inspirieren noch heute die Gläubigen und seine Worte überdauern die  Jahrhunderte. Es gab jedoch eine Zeit, da war der hl. Franz völlig gelähmt von Zweifel und Furcht.

Als junger Mann and der Pariser Universität, begann Franziskus Diskussionen und Debatten sich anzuhören über die Prädestination und die Heilsnatur. Das war während des späten 16. Jahrhunderts. Damals verschlang der Kalvinismus große Teile des westlichen Christentums. Einige der strengeren Interpretationen der Prädestination brachten den jungen Franziskus ins Schwanken und er fing an, seine Erlösung anzuzweifeln. Aus der Überzeugung heraus, einer der Verfluchten zu sein, empfand er tiefen Kummer. Er fiel in eine tiefe Depression und war sogar ein Zeit lang bettlegerig.

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Papst Alexander VI.: „Inkarnation des Teufels“ oder nobelpreisträchtiger Friedensfürst?

Versuch einer Rehabilitierung des Pontifikates von Rodrigo Borgia

Viele Gerüchte kursieren bis heute um diesen „unheimlichen Papst“ und seine sinistre Familie: Sexuelle Ausschweifungen, gar Blutschande in der eigenen Sippschaft; laszive Feste; Mord, Gewalt und Grausamkeit haften ihm an. Wie viel Wahrheit aber diesen Gerüchten hängt, ist mehr als fraglich. Jeder, der sich unvoreingenommen mit dem Papst und Politiker Borgia beschäftigt, muss neidlos seine diplomatischen Fähigkeiten auf dem internationalen Parkett anerkennen. Außerdem wird bei all den Gerüchten und politischen Ränkespielen vergessen, dass der große Marienverehrer Rodrigo Borgia der innerkirchlichen Verantwortungen vollends nachkam und dabei die Besserung der Moral verordente: ja, ausgerechnet der sündige Papst schrieb seinen Kardinälen vor, sich von Jagd, Theater und Karneval fernzuhalten. Und ganz wichtig: Kardinäle sollten sich von ihren Kurtisanen trennen.

von Marco F. Gallina, The Cathwalk

„Alexander VI., ein Spanier aus der Stadt Valencia, gebürtig Rodrigo Borgia geheißen und Bischof von Porto, ist nach dem Tode Innozenz‘ VIII. in San Giovanni in Laterano zum Papst gewählt und am 26. August mit der päpstlichen Krone geziert worden. Ein Mann von Großmut und großer Klugheit, Umsicht und Weltgewandtheit. In seiner Jugend lernte er an der hohen Schule von Bologna und wuchs dort an Ruhm und Tugend. Zum Lobe seiner Gelehrtheit und seiner Geschicklichkeit in allen Dingen ernannte ihn sein Onkel Papst Calixt III. zum Kardinal. Ein weiteres Zeugnis seiner Tugend und seines Geschicks war, dass er noch als junger Mann in die Versammlung der hochwürdigen und vortrefflichen Kardinäle aufgenommen und Vizekanzler wurde. Aus Erfahrung und Erkundung all dieser Dinge ist es nur recht und billig gewesen, ihn zur Verwaltung und Leitung des Schiffleins des Heiligen Petrus zu befördern. Auch im Angesicht ist er ein herrlicher Mann […].“

Pope_Alexander_ViMit Sicherheit sind dies nicht gerade die Worte, die wir mit dem Aufstieg Alexanders VI. verbinden, der allgemeinhin als Schreckgespenst unter den (Renaissance-)päpsten gilt. Die Bewertung stammt allerdings nicht etwa von einem Apologeten der skandalumwitterten Borgia-Familie, sondern aus der berühmten Schedelschen Weltchronik von 1493 – welche ein Jahr nach der Papstkrönung erschien. Die Chronik macht dabei klar: der Mann, der seit einem Jahr über die Christenheit regiert, ist ein würdiger Nachfolger Petri, mit allen theologischen Wassern gewaschen und schon seit seiner Jugend ein Überflieger. Und zu allem Überfluss sieht er auch noch unverschämt gut aus.

Der päpstliche Nepotismus, also die Beförderung von Verwandten in der kirchlichen Ämterlaufbahn, wird hier nonchalant erwähnt. Und in der Tat kann man Rodrigo Borgia diesen Vorwurf noch am wenigsten machen, denn es gehörte geradezu zum guten Ton, Verwandte abzusichern. Wäre nicht Rodrigo Borgia, der Neffe von Calixt III. gewählt worden, so hätte entweder Ascanio Sforza – der Bruder des Herzogs von Mailand – oder Giuliano della Rovere gewonnen. Letzterer war Neffe von Papst Sixtus IV. gewesen, und sollte nach Alexanders Tod als Julius II. auf dem Petrusstuhl folgen. Der Kampf um die Papstnachfolge war also schon damals eine reine Familienangelegenheit um sich Pfründe zu sichern.

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Judith triumphans – oder was vom Sieg gegen die Türken bei Korfu vor 300 Jahren bleibt

Die Belagerung von Korfu vor 300 Jahren lebt heute musikalisch weiter. In der Form eines christlichen Oratoriums verewigt Venedigs berühmtester Komponist den Sieg seiner Heimat über die Türken. Juditha triumphans ist Vivaldis Vermächtnis einer christlichen Republik, die weniger durch ihr Militär, als durch ihren Kunstsinn als Mythos fortbesteht.

von Marco F. Gallina

Die Morea ist ein unwirtliches Land. Raue Felsen wechseln sich mit Schluchten ab. Wälder sind selten. Ruinen längst vergangener Größe spenden Schatten in der Sonne, die das Gras goldbraun färbt. Das Inland zeichnen verstreute Dörfer, nur an den Küsten verbinden Hafenstädte diese Region mit dem Rest der Welt. Hirten treiben ihre Herden an antiken Denkmälern vorbei; sonst sind einzig die gewaltigen Festungen von Modoni, Korone und Napoli di Romagna mit ihren trotzigen Steinwänden Zeugnisse menschlicher Zivilisation.

Eigentlich heißt Napoli di Romagna Nafplion. Modoni und Corone, die als gegenüberliegende Festungen auf einer Landzunge liegen, werden von den Einheimischen Methoni und Koroni genannt. Morea, das ist im Mittelalter und der Frühen Neuzeit der Name jener griechischen Halbinsel, die in der Antike Peloponnes hieß. Doch von den Poleis des klassischen Altertums, von Sparta, Korinth oder Argos ist ebenso wenig übrig wie von dem legendären Arkadien, das im Zentrum des Landes einst als diesseitiges Elysium galt. Im 18. Jahrhundert ist jene Wiege der hellenischen Welt eine europäische Randregion – und umkämpft. Hier grenzen die Republik Venedig und das Reich der Osmanen am Isthmus von Korinth aneinander.

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„Türkenläuten“ – Erinnerung an den Sieg des christlichen Abendlands über die muslimische Bedrohung

Marco F. Gallina nimmt sie mit auf eine historische Reise

Dugovics
Titus Dugović opfert sich von Sándor Wagner (1859), Thema Belagerung Belgrads durch die Osmanen 1456

Im Sommer des Jahres 1456 wogen Wellen durch das Ährenmeer der südungarischen Vojvodina. Kein Wind bewegt sie, sondern das Beben von dreißigtausend Stiefeln. Im Marschritt zermalmen ihre Sohlen Ackerhalme. Banner und Fahnen flattern bis zum Horizont: blutrote und schneeweiße Streifen glänzen in der Sonne, formen das alte Wappen der Árpáden, der ersten Könige Ungarns. Daneben das Doppelkreuz – Erbe aus byzantinischer Zeit, da sich die Söhne des Pannonischen Beckens mit den purpurgeborenen Kaiserkindern vom Bosporus vermählten.

Doch Byzanz ist gefallen. Die Theodosianischen Mauern, die über eintausend Jahre jedem Angriff, jeder Eroberung trotzten, stürzten unter Kanonendonner und „Allahu akbar!“-Rufen in sich zusammen. Die größte und schönste Kirche der Welt – zur Moschee umgewidmet. Der alte Kaiserpalast – Sitz des Sultans. Dem Glockengeläut ist der Ruf des Muezzins gewichen.

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Mythos Hexenverbrennungen: Fünf Irrtümer, die sie beachten sollten!

Es gibt wohl kein Thema, über das soviel Unfug geschrieben wird, wie über die Hexenverfolgung. (Claudia Sperlich)

von Dr. Josef Bordat

Geschichtsbilder werden gemacht. Anders geht es ja auch gar nicht, schließlich kann Niemand die Zeit zurückdrehen, um sich persönlich von historischen Gegebenheiten ein eigenes Bild zu machen. Rekonstruktionen (vor allem räumliche) prägen also unser Bild vom Vergangenen. Wenn diese falsch sind, weil sie auf fehlerhaften Annahmen basieren, ist das Bild, das wir haben, ein falsches. Besonders bei Themen, die bis heute emotional aufgeladen sind, setzen sich die Bilder durch, die das Befinden der Mehrheit bedienen. Ob sie wahr sind, ist zweitrangig.

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Anselm Feuerbach: Junge „Hexe“, zum Scheiterhaufen gefahren (1851) Germanisches Nationalmuseum

Die fehlerhaften Darstellungen in populärwissenschaftlichen Medienberichten und die daraus folgenden Fehlurteile basieren dabei zum Teil auf waschechten Fälschungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „Hexen“. Oft ist zu hören und zu lesen: „Die (katholische) Kirche hat im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete.“ In dieser Aussage stecken fünf Fehler.

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Das christliche Abendland eine Fiktion? Wie katholisch.de dreist alteuropäische Identität leugnet

Katholisch.de schlachtet das alte Europa auf dem Altar von Populismus und Relativismus: das Abendland sei nur eine Fiktion. Autor Manfred Becker-Huberti arbeitet dabei nicht nur mit Aussparungen, sondern widerspricht auch der Quellenlage. Unter Ausklammerung großer Teile mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Geschichte gipfelt seine Darstellung in einer offenen Unwahrheit über Adenauers und De Gaulles katholische Ansichten bei der Gründung eines neuen christlichen Europas. Eine Erwiderung.

von Marco F. Gallina

„Das Abendland gibt es gar nicht“ – eine Floskel, die immer häufiger erschallt. Die Gründe sind politischer Natur. Um einer ungeliebten Gruppierung den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird nicht nur ein Begriff, sondern eine ganze Vorstellungswelt stigmatisiert. So bereits in der FAZ, der Welt und jüngst sogar auf katholisch.de. Letzterer Fall ist umso erschütternder, da Golgatha, Kapitol und Areopag die drei Hügel Europas sind und gerade die katholische Kirche zwei dieser Fundamente schützen sollte, statt sie in der Manier der Frankfurter Schule zu dekonstruieren – nicht zuletzt, weil sie selbst auf diesen fußt.

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Stefan Lochner, Jüngstes Gericht circa 1435. Hier wird klar, dass eben NICHT alle zum auserwählten Volk gehören.

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Die Welt ist keine Scheibe – sondern ein Kunstwerk

von Marco F. Gallina

Einer der verbreitetsten historischen Irrtümer handelt von der Vorstellung, die Menschen des Mittelalters hätten an eine Erde in Scheibenform geglaubt. Oder in der noch extremeren Variante: die Kirche hätte eine solche gelehrt. Letzteres ist schon allein deswegen verfehlt, weil die mittelalterliche Scholastik sich weiterhin auf Aristoteles bezog. Der lehrte die Kugelgestalt der Welt; ein Konzept, das u. a. Thomas von Aquin zitierte.

Auch außerhalb der kirchlichen Lehranstalten war diese Vorstellung üblich. In Dantes Göttlicher Komödie reisen der Dichter und sein Führer Vergil durch die Hölle quer durch die Erde, bis sie auf der anderen Seite wieder hervorkommen, wo sich der Läuterungsberg befindet. Dass es sich dabei nicht um einen Erdteller handeln kann, bezeugt einer der Höllengesänge, nämlich der des Odysseus; dieser hatte den Läuterungsberg bereits auf einem fremden Kontinent entdeckt. Gemäß dem Fall, dass Odysseus nicht über den Scheibenrand gefallen sein kann, spricht dies für eine Kugelgestalt, die Dante dem Leser gar nicht erklären muss. Ähnlich macht auch Marco Polo nirgendwo in seinem Reisebericht Andeutungen, Angst davor zu haben, über den Rand der Scheibe zu fallen. Der Reichsapfel der mittelalterlichen Kaiser ist das wichtigste politische Zeichen, das von einem Erdenglobus kündet.

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Die Adenauer-Ära in Kino und Fernsehen

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Andere Zeiten: Der bekennende und praktizierende Katholik Adenauer im Gespräch mit Kardinal Joseph Wendel und Bischof Karl Christian Weber am 2. September 1956. Foto: Bundesarchiv/Rolf Unterberg via Wikipedia (CC-BY-SA 3.0)

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„Ihr seid Zeugen Christi“

Vereidigung der neuen Schweizergardisten

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Vereidigung der Schweizergardisten im Vatikan am 6. Mai 2016. Foto: CNA/Martha Calderon

„Ihr seid Zeugen Christi — hier in Rom, in Euer Schweizer Heimat und wo auch immer Ihr hingeht“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin den neuen Rekruten der kleinsten und ältesten Armee der Welt im Petersdom.

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Pius XII. begünstigte jüdischen Heimatstaat in Palästina

Dokumente bezeugen, dass Pius in keiner Weise Hitlers Papst war

PiusXII_5NEW YORK (ZENIT.org) Den Äußerungen einer Organisation zufolge, die sich mit der Untersuchung des geschichtlichen Verhältnisses zwischen Pius XII. und den Juden befasst, weist eine Reihe von Dokumenten, die vor kurzem entdeckt worden sind, darauf hin, dass Erzbischof Eugenio Pacelli (vor seiner Wahl zum Papst) nach einem gewissen Muster direkt tätig wurde, was in der Gründung des modernen Staates Israel gipfelten.

Die in New York ansässige „Pave the Way Foundation“ („Ebnet-den-Weg-Stiftung“) erklärte, dass Erzbischof Eugenio Pacelli 1917 den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Nahum Sokolow, traf und für ihn einen Gesprächstermin mit Papst Benedikt XV. arrangierte, um über das Projekt eines jüdischen Heimatstaats zu sprechen. Am 12. Mai 1917 schrieb Nahum Sokolow in leidenschaftlichen Worten einen Bericht über seine Audienz:

„Ich wurde zunächst von Msgr. Eugenio Pacelli, dem Sekretär für Außerordentliche Angelegenheiten, empfangen, und wenige Tage später hatte ich ein langes Gespräch mit dem Staatssekretär, Kardinal Gasparri. Beide Treffen verliefen in einer außerordentlich freundlichen und positiven Atmosphäre. Ich neige nicht zur Gutgläubigkeit oder zu Übertreibungen, und dennoch muss ich betonen, dass dies ein außerordentliches Maß an freundschaftlicher Einstellung offenbarte: Einem Juden und Stellvertreter des Zionismus so schnell eine Privataudienz zu gewähren, die so lange dauerte, von so viel Wärme erfüllt war und bei der keinerlei Sympathiebekundung fehlte, sowohl gegenüber den Juden im Allgemeinen, als auch für die Sache des Zionismus im Besonderen, beweist, dass wir von Seiten des Vatikans keine unüberwindlichen Hindernisse zu erwarten haben. Der Papst stellte mir die Frage, ‚Eugenio Pacelli berichtete mir von Ihrer Mission; möchten Sie mit mir noch mehr ins Details gehen?‘ “ (Akte A 18/25 im Hauptarchiv von Yad Vashem)

In einer Erklärung der Stiftung „Pave the Way“ heißt es weiterhin: Am 15. November 1917 reagierte Nuntius Eugenio Pacelli auf eine dringende Bitte der Jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz, sich für diese zu verwenden, denn sie befürchtete, dass es von Seiten der Ottomanen zu einem Massaker an Juden aus Palästina kommen würde. Eugenio Pacelli wandte sich an die deutsche Regierung, die mit den türkischen Ottomanen militärisch verbündet war, und bat um Schutz für die Juden aus Palästina. Eugenio Pacelli hatte Erfolg und erhielt das Versprechen, dass die deutsche Regierung die Juden in Schutz nehmen würde, „wenn nötig, mit Waffengewalt“. „Pius XII. begünstigte jüdischen Heimatstaat in Palästina“ weiterlesen