Die Kirche braucht uns! – Die Aufgabe der Laien

Die Kirche ist die Braut Christi und damit schön und heilig. Gott selbst hat sie uns zu unserem Heil gegeben. Umso mehr kann es traurig, frustriert und wütend machen, wenn man sieht wie ihr gegenwärtiger Zustand in unserer westlichen Welt ist. Es liegt nun an uns als Laien den Geist Christi in der Welt zu verkünden und dadurch die Kirche wiederaufzurichten.

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Quelle: https://www.flickr.com/

Von Josef Jung

Die Gnade der Taufe und Firmung nutzen

Die Aufgabe der Priester ist es innerhalb der Kirche zu wirken und in ihr den Heilsdienst durch die Sakramente, insbesondere durch das Messopfer, zu vollbringen. Dementsprechend ist es die Aufgabe der Laien in der Welt zu wirken und durch den Empfang der Sakramente die nötige Kraft zu erhalten, um an der Evangelisierung mitzuwirken.In der Taufe wird die Erbsünde hinweggenommen, man wird in die Gottessohnschaft wiedergeboren und damit beauftragt den Glauben zu verkünden und zu verbreiten. In der Firmung erhalten wir die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Erkenntnis, Weisheit, Rat, Wissenschaft, Starkmut, Gottesfurcht und Frömmigkeit. Gott gibt nichts umsonst, nutzen wir seine Gaben um unserer Berufung als Christin/Christ gerecht zu werden.
Das Zweite Vatikanische Konzil macht aus der hohen Berufung und Verantwortung der Trauf- und Firmgnade keinen Hehl:

„Durch die Wiedergeburt und die Salbung mit dem Heiligen Geist werden die Getauften zu einem geistigen Bau und einem heiligen Priestertum geweiht, damit sie in allen Werken eines christlichen Menschen geistige Opfer darbringen und die Machttaten dessen verkünden, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat (vgl. 1 Petr 2,4-10). So sollen alle Jünger Christi ausharren im Gebet und gemeinsam Gott loben (vgl. Apg 2,42-47) und sich als lebendige, heilige, Gott wohlgefällige Opfergabe darbringen (vgl. Röm 12,1); überall auf Erden sollen sie für Christus Zeugnis geben und allen, die es fordern, Rechenschaft ablegen von der Hoffnung auf das ewige Leben, die in ihnen ist (vgl. 1 Petr 3,15).“ (Lumen Gentium 10).

In Gesellschaft den Geist Christi einbringen

In der postreligiösen und säkularen Gesellschaft ist der Familien- und Gemeinschaftssinn weitgehend abhandengekommen. Stattdessen dominieren extremer Individualismus, exzessives Autonomiestreben, Selbstverwirklichung um jeden Preis und Bindungsängste. Es ist eine Kultur des egoistischen Hedonismus entstanden, in der Spaß und Lust als innerweltlicher Heilsersatz zu den höchsten Maximen werden. Dagegen kann man als Christ in der Welt Zeugnis für die frohe Botschaft ablegen, in der nicht die Ich-Maximierung, sondern Liebe und Hingabe die höchsten Werte sind. Als religiöses und soziales Gebot gibt Jesus vor:

„Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden“ (Mk 12, 29-31).

Wie viel erhabener, menschlicher, gerechter und befreiender ist es, dies umzusetzen, als nur für sich selbst zu leben?

Die christliche Botschaft kann in einer Welt, die für sie blind und taub scheint, keine Aufnahme finden oder zurückgewiesen werden. Umso wichtiger ist dann das Gebet, das die Kraft gibt weiterzumachen um der Sache Christi willen, auch wenn der Erfolg ausbleibt und man soziale Nachteile hat. Denn was sollte es wert sein, Gottes Werk fallen zu lassen?

Die Politik gestalten

Die Gesellschaft wird durch die Politik beeinflusst und umgekehrt. Somit ist es auch die Aufgabe des Laien die Politik nach dem Christentum zu gestalten. Die Soziallehre der Kirche hat hier klare Vorgaben gemacht, wie Politik im Sinne des Christentums zu gestalten ist. Es geht um eine soziale, gerechte und menschliche Ordnung der Gesellschaft. Klar unvereinbar damit sind Gesetze, die Abtreibung oder Selbsttötung zum Recht erheben, die Todesstrafe einführen, den Sozialstaat abschaffen wollen, den gerechten Lohn antasten, Religionsfreiheit einschränken oder die Familie angreifen.

Wenn in der Politik der Geist Christi einzieht, ist damit klar verbunden, dass die Familie – die Keimzelle der Gesellschaft – gestärkt wird. Die Politik muss eine Kultur ermöglichen, die nicht dem Geld, sondern dem Leben dient. Kinder müssen wieder gefördert werden, Menschen mit Behinderung oder anderen Einschränkungen müssen sozial vollkommen integriert werden. Die Wirtschaft hat dem Menschen zu dienen und niemals darf der Mensch ein bloßes Objekt des Wirtschaftswachstums werden. Was ist eigentlich los in unserer Welt, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine Forderung, die Umsetzung verlangt?

Priester und Ordensleute unterstützen

Wie aber soll als das geschehen, wenn man nicht die Mehrheit auf seiner Seite hat und jeden Tag neu kämpfen muss? Klar ist, dass ohne Gnade der Weg nicht möglich ist. Aber man kann an der Gnade mitwirken und sie in den Sakramenten erhalten. Auch kann es sehr hilfreich sein, sich in Klöstern und geistlichen Einrichtungen die Ruhe und Kraft zu holen, die es braucht um die eigene christliche Berufung in der Welt zu leben. Es ist daher unbedingt nötig, Priester und Ordensleute zu unterstützen. Leider werden vor allem die Priester oft alleingelassen und erhalten zu wenig Unterstützung von ihren Mitchristen. Statt den Zölibat und die Kirche zu kritisieren, sollte man für Priester und Ordensleute beten und ihren Weg mittragen. Niemand kann Priester oder Ordenschrist sein, wenn keine Unterstützung und Ermutigung erfahren wird. Wieso wundert man sich überhaupt, dass es so wenige Berufungen gibt, wenn man sieht, wie wenig diese wertgeschätzt werden? Nur in einer christlichen Gemeinschaft können solche Dienste und Berufungen erst wachsen – und wir brauchen sie, mehr denn je.

Wenn wir es nicht tun, wird es niemand tun

Die Kirche ist so lebendig, wie wir es sind. Und wenn wir nicht aktiv werden und die Neuevangelisierung in Gang setzen, wird es niemand tun. Es wird Kraft kosten, ja alles fordern – wie kann es auch anders sein, wenn es um die Sache Gottes geht? Es wurde uns kein bequemes Leben verheißen, jedoch eins im Frieden. Wir werden dabei Wunden, Verletzungen und manche Beule davontragen, aber jeder Kratzer ist es wert:

„Zeig mir deine Hände – haben sie Narben vom Geben? Zeig mir deine Füße – sind die verwundet vom Dienst? Zeig mir ein Herz. Hast du einen Platz für die göttliche Liebe übrig?“ (Erzbischof Fulton Sheen)

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