Catholic Art: Kunst im Auftrag des Herrn. Ein Interview mit Daniel Mitsui

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Daniel Mitsui

Wir beginnen im Jahr 2017 mit der neuen Serie: Catholic Art. In dieser Serie suchen wir nach Künstlern die aus unserer Sicht den Gütestempel „Katholisch!“ bekommen können. Als ersten Künstler präsentieren wir euch einen Amerikaner koreanischer Abstammung: Daniel Mitsui.

Vor einigen Monaten habe ich Daniel übers Internet kennengelernt und war sofort begeistert von ihm und seinen Werken. Mittlerweile besitze ich all seine publizierten Bücher – na ja das sind im Moment nur zwei. Kurz nach Allerheiligen erschien das jüngste Werk: „The Saints“ bei Ave Maria Press. Es ist ein Ausmalbuch für Erwachsene. Sein erstes Buch, ein Ausmalbuch über den Rosenkranz, wurde schon 2015 verlegt.

Mit Daniel Mitsui sprach Quintus N. Sachs.

The Cathwalk: Erzähl uns von dir; wer bist du?

Daniel Mitsui: Mein Name ist Daniel Paul Mitsui. Ich wurde 1982 im amerikanischen Bundesstaat Georgia geboren, und bin in Illinois aufgewachsen. Ich habe fast mein ganzes Leben in, oder in der Nähe von Chicago verbracht. Ich bin ein römisch-katholischer Laie undseit 2008 mit meiner Frau Michelle verheiratet. Sie ist eine klassische Sängerin und Chorleiterin. Wir haben vier Kinder: die Söhne Benedict und Victor, und die Töchter Alma und Lux. Ich ernähre die Familie über meine Arbeit als Künstler; ich habe mich spezialisiert auf Zeichnungen in Tinte, auf Basis von mittelalterlicher religiöser Kunst.

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The Cathwalk: Was ist der Stellenwert der katholischen Religion in deinem Leben? Was ist deine Beziehung zur Katholischen Kirche, wie ist sie entstanden und wie hat sie sich entwickelt?

Ich bin ein Konvertit in dem Sinne, dass ich nicht getauft war. Ich besuchte die Hl. Messe nicht regelmäßig bis ich erwachsen war. Ich bin jedoch nicht wirklich von irgendetwas weg konvertiert; niemals war ich ein Ungläubiger, ein Protestant oder Anhänger einer anderen Religion. Soweit ich zurückdenken kann hatte ich immer einen Glauben und betrachtete mich als Katholiken. Ich habe keine natürliche Erklärung weswegen das so war.

Ich wehrte mich gegen meinen religiösen Impuls während meiner frühen Erwachsenheit, doch letztendlich mußte ich mir eingestehen dass ich nicht gleichgültig bleiben konnte; ich nahm mit einem Priester Kontakt auf (Ich besuchte zu der Zeit das Dartmouth College) und ging durch das RCIA-Programm [RCIA steht für Rite of Catholic Initiation of Adults – in den Vereinigten Staaten ist sie ein Pflichtprogramm für Menschen die in die Heilige Mutter Kirche aufgenommen werden wollen. (Anm. des Q.) ] im Studentenzentrum. Ich wurde getauft und gefirmt, und empfing meine Hl. Erstkommunion während der Ostervigil 2004, nur kurz vor meinem Studienabschluss.

The Cathwalk: Wie hast du dein artistisches Potenzial entdeckt und entwickelt?

Ich habe immer sehr detaillierte Zeichnungen gemacht, sogar als kleines Kind. Meine Faszination mit allem was mittelalterliche Kunst ähnelt fing also in meiner Kinderzeit an: Ich liebte Schlösser von Lego, Heraldik, und Bilderbücher, die aussahen wie illuminierte Manuskripte. Als ich 14 Jahre alt war, begegnete ich zum ersten Mal Reproduktionen der Lindisfarne Gospels. Diese machten einen ganz besonders starken Eindruck auf mich.

Während dieser Jahre als ich meine meist formelle Training bekam, versuchte ich mich in anderen artistischen Idiomen,: Ich zeichnete, malte und machte Drucke, basierend auf der surrealistischen Kunst des Max Ernst, und mehrere Jahre dachte ich über eine Laufbahn als Comiczeichner oder Filmanimator nach. Im Alter von 22 Jahren jedoch, getauft in die Katholische Kirche und ihre Praxis umarmend, war ich bereit dazu, auch zu meinen artistischen Wurzeln zurückzukehren.

Die Kunst, die Gotik genannt wird, ist für mich die meist perfekte religiöse Kunst, und sie ist die Basis von meinem eigenen Werk. Suger von Saint Dénis (ein früher Patron und Theoretiker der gotischen Kunst), Hugo von Saint Victor und die Hl. Hildegard von Bingen sind große intellektuelle Einflüsse; ihre Ideen kommen zum größten Teil von Dionysius und Sankt Augustin.

Gotische Kunst, in ihrer Präsentation von Zeit, Raum und Licht, reflektiert traditionelle metaphysische Ideen; deswegen verwendet sie auch keine Perspektive, wirft keine Schatten oder kreiert leere Räume. Vielmehr versucht sie die Welt von einer himmlischen Aussicht zu zeigen. Ein anderes von ihren wichtigsten Charakteristika ist der Symbolismus; dessen Künstler glaubten, in den Worten des Honor von Autun: „jede Kreatur ist ein Schatten von Wahrheit und Leben“. Die Geschehnisse des Alten Testaments, Tiere und Pflanzen, Himmelskörper, sogar Zahlen, sie alle sind voll von mystischer Bedeutung und lehren über das Heilige Evangelium.

Für visuelle Inspiration bevorzuge ich Kunstwerke des 14. und 15. Jahrhunderts: Millefleur-Tapisserie, die Ölgemälden von Jan van Eyck und Hieronymus Bosch, die Gravuren des Martin Schongauer. Zu meinen favorisierten illuminierten Manuskripten gehören das Sherborne Missal und die Wenceslas Bible, und die Werke des Jean Pucelle und Jacquemart de Hesdin. Ich bewundere Blockbücher, und die gedruckten Stundenbücher, die entstanden sind aus der Zusammenarbeit des Simon Vostre und Phillippe Pigouchet.

Ich habe viel gelernt von William Morris und Eyvind Earle, Künstler aus späterer Zeit, die die Aspekte der gotischen Kunst sehr gut verstanden haben. Die Forschung und Geschichtschreibung des französichen Kunsthistorikers Émile Mâle ist für mich von unschätzbarem Wert. Ich habe auch starkes Interesse an northumbro-irischer Kunst, an japanischen Blockdrucken, und an persischer Miniaturmalerei und Ornamentalkalligraphie.

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The Cathwalk: Wie arbeitest du?

Am liebsten zeichne ich mit Pigmenttinte auf Vellum aus Kalbshaut. Meine gebräuchlichen Werkzeuge hierzu sind Schreibfeder mit Metallspitze, Paintbrushes und ein Messer. Ich arbeite sowohl in schwarz-weiß als auch in Farbe. Gelegentlich gebe ich illuminierte Details mit Blattgold und –Palladium hinzu.

Im Moment arbeite ich an mehreren Zeichnungen, in verschiedenen Phasen der Fertigstellung. Gewöhnlich habe ich eine mit dabei, zusammen mit einem kleinen Künstlerkasten. Ich bin also gewohnt an verschiedenen Orten und in freien Minuten zu zeichnen.

Bevor ich eine Zeichnung anfange, stecke ich viel Zeit in Nachforschung, doch ich reite nicht ständig auf kompositorische Fragen herum. Die Antworten fallen mir schnell ein. Ich mache lieber keine groben Skizzen und fange lieber sofort an zu arbeiten. Ich bin der Meinung daß dieser Vorgang eine lebendigere Zeichnung ergibt. In den letzten Jahren habe ich Schriftarten und Muster für Damaste, Teppiche, Kacheln und Architekturornamentik entworfen; diese finden sich dann in anderen Kompositionen wieder.

The Cathwalk: Sollte deine Kunst als „Catholic Art“ gesehen werden?

Ja, denn ich bin Teil einer Tradition. Die katholische Religion ist traditionell. Sie verkündet, dass die Apostel eine definitive Offenbarung empfangen haben. Ihr Zeugnis wurde bewahrt in einem Gesetz des Lobpreises der das Gesetz des Glaubens begründete. Diese Idee berührt jeden Aspekt des katholischen Lebens, Kunst eingeschlossen. Die Überzeugung katholischer Künstler, zumindest während des Mittelalters, war, dass sie etwas Altertümliches bewahrten; das wurde ausgedrückt auf dem 2. Konzil von Nizäa (im Jahre 787, BdÜ): Die Komposition religiöser Bilder ist nicht die Erfindung des Malers, sondern ist genehmigt vom Gesetz und der Tradition der katholischen Kirche. Die Tradition gehört nicht dem Maler; die Kunst allein ist seins. Wahre Ordnung und Fügung gehören den heiligen Vätern, die sie gegründet haben.

Natürlich gibt es durch die Zeit Entwicklung in der katholischen Kunst. Der Hl. Vincent von Lérins sagt, dass die authentische Entwicklung von Tradition wie das Wachstum eines Körpers ist. Im Erwachsenenstadium sieht es anders als während der Kindheit, es hat aber all die gleichen Teile. Wenn ich eine Szene von den Evangelien zeichne, studiere ich Vorstellungen der gleichen Szene in den Arbeiten von altertümlichen und mittelalterlichen katholischen Künstlern. Ich suche nach Kompositionen die Bestand haben und lasse sie fortbestehen. Wo immer der kunsthistorische Bericht fehlt oder verwirrend ist, schaue ich in liturgischen und patristischen Quellen nach.

In der Kunstepoche der Gotik, werden die Traditionen heftig dargestellt, und die theologische und liturgische Ordnung ist ersichtlich. Dennoch ähnelt gotische Kunst nicht dem, was vor ihr kam; sie ist sowohl kreativ als auch glaubenstreu. Es ist erstaunlich wie schnell ihre Schöpfer neue Technologien und neue Medien meisterten, wie kühn sie ihre Traditionen entwickelten, wie schnell sich ihr Einfluss in den katholischen Ländern verbreitete. Ich sehe Gotik nicht als eine lediglich historische Art, kennzeichnend für eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort; vielmehr sehe ich sie als das beste Beispiel einer Kunst, die geschaffen wurde und zwar gemäß den katholischen Prinzipien die immer und überall wahr sind.

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The Cathwalk: Was sind die Hauptziele, die du in deinem Werk erreichen möchtest?

Meine Ambitionen seit längerer Zeit sind eine ikonographische Zusammenfassung zu zeichnen von allen größeren Geschehnissen von Schöpfung, Sündenfall, Evangelien, Leben der Apostel und Apokalypse (und darin, assoziativ, über die Prophezeihungen und Typologien des Alten Testaments). Das soll verwirklicht werden als Farbzeichnungen auf Kalbshaut, und wird so aufbereitet, dass es auch im Buchdruckverfahren hergestellt werden kann. In zehn Jahren könnte es fertig sein.

Des Weiteren habe ich eine Liste von vierzig Projekten. Einige sind einzelne Zeichnungen, andere beinhalten ein Dutzend oder mehr. Zum Beispiel das neunte Projekt; die Verkündigung an die Heilige Jungfrau Maria. Wenn ich an dieser Zeichnung arbeite, will ich jedes Detail signifikant herausstellen: Die Komposition wird bestimmt von der Tradition und der Hl. Schrift; die patristischen Kommentare zu dem Ereignis geben dem einensichtbaren Ausdruck; die assoziierten Ereignisse wie die Schöpfung des Adam, die Versuchung der Eva und das Wunder von Gideons Flies eingeschlossen; Ort und Zeit (Tag, Monat, Jahreszeit, Weltalter) angezeigt von Pflanzen und Tieren und die Position der Himmelskörper; der traditionelle Tiersymbolismus in Webmuster eingearbeitet. Die Figuren der Maria und des Gabriel sind, mit den anderen Projekten konsistent in Bezug auf deren Erscheinung, Kleidung und Nimbus.

Um mich auf dieses ehrgeizige Projekt vorzubereiten, habe ich mir als Ziel gesetzt, meine technischen Fähigkeiten – wo es notwendig ist – zu verfeinern, viele relevante Bücher (einschließlich die Hl. Schrift, liturgische Texte, kunsthistorische Studien und mittelalterliche Kommentare) zu lesen und von neuem zu lesen, und viele wichtige Werke der mittelalterlichen Kunst zu studieren.

Ich erwarte im Verlauf meiner Forschung ausreichende Informationen zu sammeln um ein ikonographisches Handbuch zu schreiben, das bis ins Detail die Bilder und ihren Symbolismus erklärt. Ich hoffe, dass dies andere Künstler instruieren und inspirieren wird.

The Cathwalk: Was würdest du Jugendlichen empfehlen?

Ich würde einen aufstrebenden Künstler empfehlen, sein Medium mit Bedacht auszuwählen. Die Frage, die es zu stellen gilt ist nicht: Welches ist die Art von Kunst, die ich bewundere und die ich imitieren möchte?, sondern eher: Was bin ich ganz besonders imstande zu tun, und welches Medium gestattet mir dies zum größten Vorteil umzusetzen? Ich würde ihm raten fünf oder sechs Tage in der Woche Kunst zu machen, auch wenn er eine andere Arbeit hat. Wenn er besonders interessiert ist religiöse Kunst zu machen, würde ich ihm empfehlen vorbereitet zu sein, seine eigene Forschung zu betreiben, viel Forschung.

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www.danielmitsui.com

The Mysteries of the Rosary: An Adult Coloring Book
Ave Maria Press
ISBN: 978-1-59471-584-6
The Saints: An Adult Coloring Book
Ave Maria Press
ISBN: 978-1-59471-724-6

 

Englische Originalversion

(übersetzt von Quintus N. Sachs und bearbeitet von Josef Jung)

This month, we’re starting a new series on Catholic Art, Artistry, Artisan. Kicking off is a young artist. Young – well, from my opinion, since I was born in 1963. He has a very unique style and has just recently published his second coloring book.

The Cathwalk: Please introduce yourself. Who are you?

My name is Daniel Paul Mitsui. I was born in Georgia, USA, in 1982 and raised in Illinois. I have lived most of my life in or near Chicago. I am a Roman Catholic layman, married since 2008 to my wife Michelle, who is a classical singer and choir director. We have four children: sons Benedict and Victor, daughters Alma and Lux. I support my family through my work as an artist; ink drawings based on medieval religious art are my specialty.

The Cathwalk: What is the place of Catholic Religion in your life, what is your relationship with the Catholic Church and how was this relationhip built?

I am a convert in the sense that I was not baptized, and did not regularly attend Mass, until I was an adult. However, I did not really convert from anything; I was never an unbeliever, a Protestant or an adherent of a different religion. From my earliest memories, I always had faith and thought of myself as a Catholic. I do not have a natural explanation for why that was so.

I resisted my religious impulse during my young adulthood, but eventually had to admit to myself that I could not remain indifferent; I contacted a priest (I was attending Dartmouth College at the time) and went through the RCIA program at the student center. I was baptized and confirmed, and received my first communion, at the Easter Vigil in 2004, shortly before graduation.

The Cathwalk: How did you discover and develop your artistic potential?

I have always drawn very detailed pictures, even as a young child. My fascination with anything resembling medieval art began also in childhood: I loved Lego castles, heraldry, and picture books resembling illuminated manuscripts. At the age of fourteen, I first encountered reproductions of the Lindisfarne Gospels. These made an especially strong impression.

I dabbled in other artistic idioms during those years when I received most of my formal training: I drew, painted and made prints based on the Surrealist art of Max Ernst, and for several years I considered a career as a comic strip artist or film animator. But at the age of 22, having been baptized into the Catholic Church and embracing its practice, I was ready to return to my artistic roots as well.

The art called Gothic is to my mind the most perfect religious art, and it is the basis of my own work. Suger of St. Denis (an early patron and theorist of Gothic art), Hugh of St. Victor and Hildegard of Bingen are major intellectual influences; their ideas are derived largely from Dionysius and Augustine.

Gothic art, in its presentation of time, space and light, reflects traditional metaphysical ideas; this is why it does not employ linear perspective, cast shadows or blank space. It rather attempts to show the world from a heavenly outlook. Another of its most important characteristics is symbolism; its artists believed, in the words of Honor of Autun, that every creature is a shadow of truth and life. The events of the Old Testament, animals and plants, celestial bodies, even numbers are full of mystical significance and teach about the Holy Gospel.

I favor 14th and 15th century works of art for visual inspiration: millefleur tapestries, the oil paintings of Jan van Eyck and Hieronymus Bosch, the engravings of Martin Schongauer. My favorite illuminated manuscripts include the Sherborne Missal and the Wenceslas Bible, and the works of Jean Pucelle and of Jacquemart de Hesdin. I admire blockbooks, and the printed Books of Hours produced by the partnership of Simon Vostre and Philippe Pigouchet.

I have learned much from William Morris and Eyvind Earle, later artists who understood aspects of Gothic art very well. The scholarship of the art historian Emile Mâle has been invaluable to me. I also have a strong interest in Northumbro-Irish art; in Japanese woodblock prints; and in Persian miniature painting and ornamental calligraphy.

The Cathwalk: How do you work?

My preference is to draw in pigment-based inks, on calfskin vellum. My usual tools for this are metal-tipped dip pens, paintbrushes and a knife. I work both in black and white and in color. Sometimes I add illuminated details with gold and palladium leaf.

I have several drawings in progress at a time, at different stages of completion. I usually carry one on my person, along with a small art kit, so I am used to drawing in different places and in minutes of spare time.

I do a good amount of research before beginning a drawing, but I do not belabor questions of composition; the answers come to me quickly. I prefer not to make rough drafts, but to start work right away; I think this makes for a more lively drawing. In recent years, I have been designing typefaces and patterns for damasks, carpets, tiles and architectural ornaments; these I trace into other compositions.

The Cathwalk: Should your artistry be considered „Catholic Art“?

Yes, because I am participating in a tradition. The Catholic religion is traditional. It contends that the Apostles received a definite Revelation; their witness was preserved in a law of worship that establishes the law of belief. This idea affects every aspect of Catholic life, including art. The conviction of Catholic artists, at least through the Middle Ages, was that they were preserving something ancient; this was expressed at the Second Council of Nicea: The composition of religious imagery is not the painter’s invention, but is approved by the law and tradition of the Catholic Church. The tradition does not belong to the painter; the art alone is his. True arrangement and disposition belong to the holy fathers who established it.

Of course, there is development in Catholic art over time. St. Vincent of Lerins says that authentic development of tradition is like the growth of a body; it looks different in maturity than in infancy, but it has all the same parts. When I draw a scene from the Gospels, I study depictions of the same scene in the work of ancient and medieval Catholic artists. I look for compositions that endure, and perpetuate them. Whenever the art historical record is missing or confused, I look to liturgical and patristic sources for guidance.

In the art called Gothic, the traditions are vigorously presented, and the theological and liturgical order is obvious. Yet Gothic art does not look like anything that came before it; it is both creative and faithful. It is astonishing how quickly its makers mastered new technologies and new media, how boldy they developed its traditions, how quickly their influence spread among the Catholic nations. I do not think of Gothic as a mere historic style characteristic of a certain time and place; rather, I think of it as the best example of an art made according to Catholic principles  that are always and everywhere true.

The Cathwalk: What are the main goals you’d like to achieve in your work?

My long-term ambition is to draw an iconographic summary of the major events of the Creation and Fall, the Gospels, the lives of the Apostles and the Apocalypse (and including, by association, the prophecies and prefigurements of the Old Testament). This would be realized as color drawings on calfskin, prepared in such a way that letterpress prints could be made of them as well. I might complete this in ten years.

For this, I have a list of forty projects, some of them single drawings, other comprising a dozen or more. As an example, the ninth project is the Annunciation to the Blessed Virgin Mary. When I undertake this drawing, I want every detail significant: the composition determined by tradition and scripture; the patristic commentaries on the event given visual expression; the associated events like the creation of Adam, the temptation of Eve and the miracle of Gideon’s fleece included; the place and the time (day, month, season, age of the world) indicated by plants and animals and the position of the heavenly bodies; the traditional bestiary symbolism woven into fabric patterns; the figures of Mary and Gabriel consistent in their appearance, clothing and halos with the other projects.

To prepare myself for this ambitious undertaking, I plan to refine my technical skills where necessary, to read or reread many relevant books (including the Bible, liturgical texts, art historical studies and medieval commentaries), and to study many important works of medieval art.

In the course of my research, I expect to collect enough information to write an iconographic manual that explains in detail the pictures and their symbolism. I hope that this will instruct and inspire other artists.

The Cathwalk: What would you recommend young people?

I would advise an aspiring artist to choose his medium wisely. The question to ask is not: What kind of art do I admire and want to imitate?  but rather: What am I particularly capable of doing, and which medium allows me to use that to the best advantage? I would advise him to spend time making art five or six days a week, even if he is working another job. If he is especially interested in making religious art, I would advise him to be prepared to do his own research, a lot of it.

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Ein Gedanke zu “Catholic Art: Kunst im Auftrag des Herrn. Ein Interview mit Daniel Mitsui

  1. Das sind nach meinem Dafürhalten die schönsten Zeichnungen, die Ihr bisher auf Euren Laufsteg projiziert habt.

    Also… dann passt ab jetzt bitte wieder besser auf Euch auf, gell! Nicht, dass da irgendetwas total aus dem Ruder läuft und Ihr am Ende Eures Bloggerlebens doch noch so richtig katholisch werdet. Soll manchmal schneller gehen, als man „Always look on the bright side of life.“ singen kann und tut auch gar nicht weh.

    So, Spaß beiseite: ein sympathischer Künstler und positiv katholisch geprägter Plauderer. Vor allem aber ganz ganz geile Bilder, die auch ohne Dessous anregend wirken; auf den Geist, versteht sich, nicht auf Kopfkino-Produktionen.

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