Adventzeit in Wien zwischen Punsch und Kerzenschein

Eine Kolumne von John Galt

Weihnachtsmarkt
Christkindlmarktes auf dem Rathausplatz Bildquelle: weihnacht.at

Es scheint jedes Jahr immer schlimmer zu werden. Heuer durfte ich bereits Ende August die ersten Lebkuchen im Supermarkt um die Ecke bestaunen. Auf zwei Paletten zu Türmen gestapelt. Bei Temperaturen die noch um die 30 Grad lagen. Also im Hochsommer noch vor Beginn des Herbstes am 1. September. Und selbst dann ist noch nichts weihnachtliches im Alltag oder anderweitig festzustellen: Bis weit in den Oktober verzeichnete Wien in diesem Jahr wirklich herrlich sommerliche Temperaturen und außerordentlich schönes Sonnenwetter.

So wie jedes Jahr wurden pünktlich zu Allerheiligen die Weihnachstdekorationen in den Straßen der Stadt aufgehängt und in Betrieb genommen. Noch vor Beginn der Adventszeit also. Am 3. November öffnete dann der erste Christkindlmarkt. Gut, das war im Museumsquartier und nennt sich „Winter im MQ“. Es hat auch wenig mit Weihnachten zu tun, ist aber dennoch – von den möchtegern hippen und alternativ angehauchten Künstlern einmal abgesehen – eher eine Veranstaltung mit Eventcharakter: Künstlerisch gestaltete Pavillons, live aufgelegte Musik und exotische Punschs. Auch wenn der Winter erst am 21. Dezember beginnt, ist der Winter im MQ am 23. Dezember schon wieder vorbei; trotzdem sehr nett.

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Winter im MQ 2015 (c) saLeh roZati

Was dann im November folgt sind insgesamt 14 Christkindlmärkte in Wien die bis zum 13. November eröffnen und die Stadt dann doch bereichern. Vielleicht mit Ausnahme des Christkindlmarktes auf dem Rathausplatz, welcher außerordentlich touristisch ist. Außerdem hat dieser in diesem Jahr sein Konzept verändert, was wunderbare Dinge wie den Herzerlbaum zu Grabe getragen hat. Keine Empfehlung von mir.

Dafür um so mehr für die Christkindlmärkte im Alten AKH, am Karlsplatz und am Spittelberg. Das ist wirklich eine sehr stimmige und besinnliche Sache, die ich jedem Wien Besucher zur Vorweihnachtszeit nur wärmstens an’s Herz legen kann.

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Weihnachtsdorf Altes AKH (c) MAGMAG events & promotion GmbH.

Und dann gibt es ja noch einige besondere Locations wie die Dachterasse des Café Bloom: Hier wird zur Vorweihnachtszeit ebenfalls Punsch ausgeschenkt während man einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt und insbesondere auf den Stephansdom genießen kann. Es hilft, die Gedanken schweifen zu lassen und gerade zur Vorweihnachtszeit etwas in sich zu gehen.

Gleiches gilt für eine Empfehlung der besonderen Art: In der ehemals k.k. Hofpfarrkirche St. Augustin finden während der Adventszeit jeden Sonntag Abend ab 17 Uhr die Adventlichter statt. Bei Kerzenschein und ausgewählten Orgelwerken und Texten zur Adventzeit bietet sich die Gelegenheit auch intellektuell in den Advent einzutauchen. Die Abendmesse folgt dann um 18.30 Uhr.

Zurück zum Ausgangspunkt: Die Adventzeit und damit auch das neue Kirchenjahr beginnen am 1. Advent. Nicht an Allerheiligen. Oder gar im September. Dann jedoch sollten wir sie um so mehr nutzen, nicht nur schönes zu erleben, sondern auch geistig einzukehren und den Geist von vorweihnachtlichem Trubel fasten lassen. Denn schließlich geht es um die Geburt Christi, dem Licht der Welt welches uns erhellen wird.

In dem Sinne schon jetzt: Gaudete!

Wer ist John Galt?

John Galt heisst natürlich nicht wirklich John Galt. Er greift mit diesem Synonym auf das Buch „Atlas Shrugged“ von Ayn Rand zurück. Von Wien – der Hauptstadt der Gegenreformation – aus, behandelt er Fragen im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Religion, aber auch von Ästhetik, Kunst und Kultur oder einfach nur einem katholischen Alltag zwischen Messe, Punsch und Schnitzel.
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