Der Sexodus

Kampf um Gleichberechtigung?

In Gesellschaft, Politik und Schule toben verschiedenste Kämpfe um Gleichberechtigung und Emanzipation. Es wird suggeriert: Die Frau kommt zu kurz und wird immer noch unterdrückt. Sie sollte die gleichen Rechte, Jobs, Privilegien und die gleiche Macht haben, wie der Mann. Mindestens! Das betrifft nicht nur die privaten, sozialen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Auch die Vorstände und Aufsichtsräte der großen Konzerne werden tangiert. Dass die Frauen endlich akzeptiert und vollständig emanzipiert werden sollen, wird nach wie vor in den Medien gefordert – und zwar lautstark. Mit Geschrei, bis hin zu obszönen und fragwürdigen Methoden, wird die mediale Aufmerksamkeit auf das Thema Feminismus und Frauenrechte gelenkt. Man denke hierbei bitte zurück an immer wieder in der Öffentlichkeit nackt auftretende Frauen. Sie kämpfen mit entblößter Brust um Emanzipation, sexuelle Freiheit, aber gleichzeitig auch dafür, nicht mehr als Sex-Objekt gesehen zu werden. Als Frau frage ich mich: Wer soll weibliche Stimmen ernst nehmen, die nackt darum kämpfen, nicht als Sex-Objekt behandelt zu werden?

Mit dem Feminismus ringt auch die Genderbewegung als sozial-politische Lobby um Beachtung. Sie macht sich bemerkbar und drängt sich in den Mittelpunkt der menschlichen Lebensbereiche. Ob Unisextoiletten oder gleichgeschlechtliche Ampelmännchen, ob grammatikalische Veränderungen der deutschen Sprache oder Sexualerziehung vom Kindergarten bis zum Abitur – überall verbreitet sie Verwirrung und Unverständnis. Es sind Neuerungen, die sich teilweise unbemerkt, andererseits aber sehr aggressiv in alle Lebensbereiche drängen. Diese Neuheiten sind „Errungenschaften“ der sogenannten Genderforschung. Diese ist sozusagen eine Erweiterung der feministischen Bewegung, welche sich aber von den Schwerpunkten her, sehr weit vom ursprünglichen Kampf um Frauenrechte entfernt hat.

Das Wirrwarr der Genderwissenschaftler

„Gleichberechtigung für Alle!“ wird gefordert. Nur wer ist mit „Alle“ gemeint? Früher waren es die Frauen, also etwas mehr als 50 Prozent der Menschheit, die gemeint waren. Eine große Gruppe also, eine Mehrheit, die Unrecht erlitten hat. Heute ist es die Minderheit, also bestimmte Randgruppierungen, die eine für sie akzeptable Vorstellung einer Gesellschaft der Mehrheit aufzwingen will. Was die Mehrheit davon hält, ist nur von Interesse, wenn es um eine Kritik an der Idee der Randgruppen gibt. Dann heißt es schnell: Diskriminierung!

Weibliche und männliche Eigenschaften sind nicht mehr an Mann und Frau gebunden, sondern neuerdings abgekoppelt. Die Frau kann männlich sein, sie soll es sogar. Der Mann kann weiblich sein, damit ist er modern. Es kommt zu einer Verdrängung des Verständnisses von Mann und Frau. Dabei gilt aber immer: Die Frau ist das bessere Geschlecht – Feminismus halt.

Und das Geschlecht „Mann“? Viel Platz ist für ihn nicht mehr vorgesehen in der Genderbewegung. In der Sprache sieht man es bereits: Gendergerechte Formulierungen haben nicht nur den Fakt gemeinsam, dass sie die Schönheit der Sprache ruinieren, sondern auch, dass der Mann selbst grammatikalisch zugunsten von geschlechtsneutralen Begriffen verdrängt wird, die Frauen und diverse sexuelle Orientierungen neuerdings in den Vordergrund rücken. Ein Beispiel wären die sogenannten gender-freundlichen, grammatikalischen Formulierungen. Heute schon sehr populär ist das Binnen-I: StudentInnen und ArbeiterInnen. In den universitären Gender-Studies wird eifrig daran gearbeitet, eine Sprache zu entwickeln, die wirklich alle Geschlechter einbezieht – alle außer den Mann. So wird an einer Alternative für männliche Berufsbezeichnungen gefeilt: Anstatt „Bäcker“, soll es jetzt „Bäcka“ heißen. Denn diese Endung sei ja bereits umgangssprachlich. Allerdings wären da noch nicht alle anderen „Geschlechter“ beinhaltet. Denn es sollen ja auch diejenigen berücksichtigt werden, die sich momentan für kein Geschlecht entscheiden wollen. Darum gibt es auch Vorschläge mit Binnen-I und Unterstrich: Student_Innen, Arbeiter_Innen.

Eine der zentralen Universitäten, die sich damit beschäftigt, ist die Humboldt-Universität in Berlin. Apropos Universitäten: Es gibt immer häufiger Fälle, bei denen einige Professoren vorgeben, dass Arbeiten in gendergerechter Sprache verfasst werden sollen. Meistens sind diese Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte. An der Universität in Linz hingegen ist es schon Regel, dass genderfreundliche Sprache benutzt werden muss. Wenn das verweigert wird, gibt es Punktabzug. So müssen sogar medizinische, geschlechterspezifische Arbeiten, wie zum Beispiel über Prostatakrebs, geschlechterneutral verfasst werden.

Gender gibt es mittlerweile an fast 200 Instituten im deutschsprachigen Raum – Tendenz steigend. Sie arbeiten mit Steuergeldern, um die Gender-Perspektive in alle Lebensbereiche einzubringen. Das fängt wie gesagt bei der Sprache an, arbeitet sich aber komplett durch das System.

Gender Studies läuft mittlerweile auf den verschiedenen Ebenen des täglichen Lebens ab: in der Sprache, an den Universitäten, in den Verwaltungen, aber auch im pädagogischen Bereich. Kinder werden mittlerweile ab dem Kindergarten durch Lieder und Bücher mit der „sexuellen Vielfalt“ konfrontiert. Dabei interessiert es niemanden, dass das eventuell schädlich für die Psyche der Kleinen ist. Die Kinder sollen gendersensibel erzogen werden, denn weiblich und männlich sind ja nur Stereotypen, von der Gesellschaft aufgezwungen. Auch die Heterosexualität wird als gesellschaftlich aufgedrängtes Konzept gesehen. Ein weiteres Mittel der gendersensiblen Sexualerziehung ist der Sexualunterricht in der Schule, der nicht mehr die Entstehung von Leben sensibel aufklärt, sondern weitreichend mit dem Thema Sexualität konfrontiert.

Das Geschlecht „Mann“ bekommt die Auswirkungen sehr stark zu spüren: Hinter der Frau verdrängt, findet es sich bei den unerwünschten „Nebenerscheinungen“ vergangener Jahrhunderte wieder. Der Mann, zuständig für das Unglück der Frau und Übel für die Gesellschaft, stellt ein Feindbild dar. Aber auch die normale Frau ist nicht erwünscht. Sie widerspricht der wirklich wertvollen und vorbildhaften Frau – der knallharten Karrierefrau. Die Hausfrau und der Familienvater sind Auslaufmodelle. Zumindest in weiten Teilen der Gender Studies sind die neuen Ideale der weibliche Mann und die männliche Frau.

Wenn es der Genderbewegung um das an sich gute Anliegen geht, Gleichberechtigung zu schaffen, Menschen als Menschen und nicht in der Schublade Mann oder Frau mit unterschiedlichen Kompetenzen zu sehen, wieso ist dann der Mann ein Feindbild? Ist er nicht auch eines der Geschlechter? Und wieso reden sie von „Heteronormativität“, also davon, dass Heterosexualität nur eine soziale Norm ist? Bin ich als heterosexuelle Frau nicht auch einfach nur Teil der Vielfalt? Und warum dürfen Frauen nicht mehr typisch weiblich sein, Mädchen nicht mehr pink tragen? Warum sollen Männer nicht auch harte Kerle sein dürfen? Die Gender-Bewegung widerspricht sich selbst: Sie fordert ständig Vielfalt, und will die Vielfalt gleichzeitig abschaffen, wenn ihr ein Lebensstil, eine Einstellung oder eine Art, Frau oder Mann zu sein, nicht zusagt.

Kein Platz für Ehe, Familie und Kinder

Viele wundern sich darüber, warum sich Männer heute weniger auf langfristige Beziehungen oder gar auf eine Ehe einlassen wollen, als früher. Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag das durchschnittliche Heiratsalter von Männern in Deutschland im Jahr 2014 bei 33,7 Jahren. Im Jahr 2000 hingegen lag es noch bei 31,2, und im Jahr 1990 bei 28,5 Jahren.

Wie im ersten Artikel der Sexodus-Reihe schon beschrieben, gilt die Frau – vorausgesetzt sie ist die geforderte Karriere- und Powerfrau – nach dem Credo des Feminismus als das bessere und der Mann als das schlechtere Geschlecht. Dies bestätigt auch der Schweizer Psychologe Koni Rohner (Mitglied und Befürworter von www.maennerstreik.wordpress.com). Ihm ist schon seit längerer Zeit aufgefallen, dass der Mann im ganzen medialen Diskurs als weniger wert bezeichnet wird und wundert sich:

„Und nun, Männer: Wieso macht ihr bei alledem mit? Wieso streikt ihr nicht?“

Aber, wie schon erwähnt, ist nicht nur der Mann betroffen. Erfüllt eine Frau nicht das Ideal und entscheidet sich gegen eine Karriere, aber für das Hausfrauen-Dasein und eine Familie, wird sie als weniger wert, sogar als lebensüberdrüssig bezeichnet. Diese Einstellung spiegelt sich auch in den Statistiken wieder: 2014 ist ein Anstieg des durchschnittlichen Heiratsalters der Frauen auf 31 Jahre zu beobachten. 1990 lag das Heiratsalter der Frau bei 26,1 Jahren.

Typisch Mann?

Zurück zum Thema „Mann“ in den Medien: Wer kennt sie nicht, die gängigen Darstellungen des „typischen Mannes“ in Zeitschriften, Beziehungsratgebern, TV-Serien und im ganzen Social-Media-Bereich? Oft genug wird das männliche Geschlecht in den Medien schlecht gemacht, teilweise sogar als primitives Geschöpf abgestempelt: berechenbar, einfach und rational.

Auf der anderen Seite resignieren die Frauenratgeber, wenn ihre Tipps und Tricks, um den Mann auf die eine oder andere Art manipulieren zu können, nichts mehr nützen. Dann heißt es in diversen Frauenzeitschriften und -magazinen oft: „Männer nutzen Frauen aus.“, „Männer sind Player.“, „Männer können nicht anders, sie sind so veranlagt.“ Oder kurz: „Typisch Mann.“ Aber was ist typisch Mann?

Nach psychologischen Umfragen (www.hochzeitsguide.com) werden vom Traummann folgende unverzichtbare Attribute gefordert: Er soll treu, humorvoll, intelligent, einfühlsam, zärtlich, unternehmungslustig, männlich, leidenschaftlich, familienorientiert und gut gekleidet sein – und zwar in dieser Reihenfolge! Diese Wunscheigenschaften sind jedoch nicht primär das, was das „Mann-Sein“ ausmacht. Wenn diese Attribute vom männlichen Geschlecht verlangt werden, dann wird gefordert, dass die Männerwelt ihre Identität, den Kern ihres Wesens aufgibt.

Die Individualität von Mann und Frau

Die Männlichkeit dominiert eher mit rationalen, strategischen Fähigkeiten, Beschützerinstinkt, Mut, Stärke und Führungsqualitäten, während das Weibliche eher als einfühlsam, zärtlich, weich, schillernd und mütterlich beschrieben werden kann. Das soll natürlich nicht heißen, dass Frauen keine Führungsqualitäten haben, oder Männer nicht zärtlich sein können. Dennoch sind es jene Eigenschaften, die sich immer wieder als natürlich und charakteristisch bei den jeweiligen Geschlechtern herausstellen.

Der eine Mann ist rauer, der andere sensibler. Das ist sehr gut. Jede Frau ist zur Mutter veranlagt, aber ihr steht es natürlich frei, tatsächlich Mutter zu werden. Auch das ist sehr gut. Sowohl die Weiblichkeit, als auch die Männlichkeit sind für sich schön und individuell. Jeder Mann ist einzigartig, genauso wie jede Frau.

Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nicht aufgrund ihrer Einseitigkeit, sondern aufgrund ihrer Gegenseitigkeit so spannend. Sicher bringt diese gewisse Spannung zwischen den Geschlechtern die Herausforderung mit sich, die Unterschiede meistern und an einer soliden, guten Liebesbeziehung arbeiten zu müssen. Allerdings lohnt sich die Arbeit: Es gibt kein größeres Abenteuer als das Entdecken des gegengeschlechtlichen Gegenübers. Der Eine lernt vom Anderen – es ist ein ausgewogenes Geben und Nehmen. Solche ausgewogenen, zwischenmenschlichen Beziehungen lösen Glück, Geborgenheit und Zufriedenheit aus. Sie geben ein gutes Lebensgefühl.

Der Exodus aus der Mann-Frau-Beziehung

Diese Gegenseitigkeit bezieht sich auch auf den Respekt, die Anerkennung und das Verständnis gegenüber dem Anderen. Gerade von der Emanzipationsbewegung wird immer mehr Anerkennung und Respekt gegenüber den Frauen gefordert. Das ist wichtig und jeder Frau steht beides zu, aber dieses Zugeständnis hat der Mann auch verdient. Tatsächlich würden sogar lieber drei von vier Männern auf Liebe, als auf Respekt und Anerkennung verzichten.

Das heißt also: Fühlt sich ein Mann nicht respektiert und anerkannt, weicht er aus und entscheidet sich, ungeliebt zu sein, so Gary Chapmann (Psychotherapeut, Verfasser von „Die fünf Sprachen der Liebe“). Ist es dann noch verwunderlich, dass der Mann von heute bereit ist, die Frau als Partnerin aufzugeben?

Das soziale Kulturphänomen „Sexodus“ besagt: Männer wenden sich immer mehr von der Frau als Partnerin ab, dafür jedoch ihren Kumpels, ihrer Spielkonsole und sogar der Pornographie, als sexuellen Ersatz zu. Verwunderlich ist das nicht, wenn der Mann nicht mehr männlich sein darf. Er ist nicht mehr anerkannt und respektiert, wie er ist. Der Traumprinz soll denken und fühlen wie eine Frau, gleichzeitig aber stark sein, wie ein Mann. Das schließt sich jedoch gegenseitig aus und geht an der Realität vorbei.

Männlichkeit ist also heute nur in dem Rahmen gewünscht, in welchem sich die Frau entfalten und unabhängig sein kann. Jeder Mensch sollte sich frei entfalten und entscheiden können – keine Frage! Aber zu erwarten, dass jemand sein Wesen, seine Identität aufgibt, ist unrealistisch und übertrieben. Beziehungen können nur mit Kompromissen und Zugeständnissen auf beiden Seiten funktionieren, heißt: Entfaltung und Freiheit sollte für beide – Mann und Frau – möglich sein können.

Carolin Anett Lüdeke, geboren 1994 in Meiningen, Thüringen. Interessiert sich für Religion, Medien, Sport und Mode. Carolin studiert im 4. Semester Fachtheologie an der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz. Zusätzlich studiert sie Sexualpädagogik in einem externen Studiengang. Der Kommentar erschien zuerst bei F1rstlife.

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21 Gedanken zu “Der Sexodus

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  2. Martina Rettul

    It´s the iconography, stupid!

    Schaut man mal mit dem Blick des wohl versiertesten Kritikers des Christentums auf die hier geführte Debatte, könnte dabei im Vorfeld auffallen, dass der Genderdiskurs säkulare Heilsgewissheit bereitstellen will und damit im Kern ein „protestantisches Narrativ“ transportiert.
    Die berühmten 4 reformatorischen „allein“ (sola scriptura, sola gratia, sola fide, solus Christus) bekommen einfach noch ein fünftes Rad am Wagen hinzu: solus generis; Gender allein. Allein das soziale Geschlecht sichert unser Heil im rechtfertigenden Anerkennungskosmos.
    Die Reproduktionsfähigkeit der Frau steht mitsamt dem hormonellen Regime, das dies gewährleistet unter dem Verdacht des (Natur-)Gesetzlichen; einer Variante der (Schöpfungs-)Werkgerechtigkeit. Fallen wir doch bitte nicht auf diese nachgereichte Reformation im spirituell völlig entkernten, zeitgemäßen Gewand herein.

    Das Christentum fordert von uns Christen, auf Empfang zu gehen, sich erwählen zu lassen, sich befruchten zu lassen und diese Frucht auszutragen. Sie fordert unser „Subjektsein“ in einem ursprünglichen, wortwörtlichen Sinne: Mariens „Fiat“; mir geschehe nach Deinem Willen. Wir müssen schon spirituell erwachsen werden und aus der konstruktivistischen Kita-Phase herauswachsen wollen. Die Kind-Gottes-Rede ist ablösereif und durch ein vertieftes Verständnis von uns als weiblich codiertes Offenbarungssubjekt – als Braut Christi – zu ersetzen. Frauen dürften hier einen Vorteil haben – immer gehabt haben, egal was sich Augustinus, Thomas et.al. hier zusammengereimt haben.

    Eine hervorragende Intuition für die gestalthafte Wirklichkeit, die in dieser völligen Überblendung von Menschheit und Kirche mit dem ikonografischen Bild einer Frau liegt, hat übrigens Nietzsche gehabt, wenn er den weibischen, passiven, schwachen Wesenszug des Christentums und der Kirche, auch menschheitsgeweitet aufs Korn nimmt. Im Zuge bestimmter Ausprägungen von Männlichkeit im 18. u 19. Jahrhundert, die heute nur noch karikaturhaft wirken, haben viele Männer die Heilige Messe als ein wesenhaft empfangendes Geschehen immer weniger frequentiert und die Katholische Kirche ist spätestens seit dieser Zeit de facto zu einer Kirche der Frauen geworden, die – warum wohl? – dort anthropologisch und ikonografisch tiefer angesprochen werden. Die Rede, daß Frauen in der katholischen Kirche „nicht vorkommen“, „keine Macht“ hätten oder „Objekte“ sind ist unterbelichtet oder sehr funktional gedacht. Vielmehr: Es sind die Männer, und Männlichkeit überhaupt, die auf einer essentiellen, inhaltlichen, mystischen Ebene durch das wesenhaft empfangende, weibliche Selbstverständnis der Kirche nicht wirklich vorkommen, nicht gemeint und nicht angesprochen werden.
    Die überprozentuale Homosexualisierung im Klerus ist ein weiterer Beleg. In moralistischer Rollenprosa auf eine „Männerkirche“ zu schimpfen wäre Nietzsche, dem intelligentesten und intuitivsten Verächter des Christentums, wohl nicht im Traum eingefallen, der bei all seinen Invektiven weniger die sehr vordergründige, funktional-priesterliche Realität sondern vielmehr die – auch in der Ikonografie bezeugte – ihn verstörende und von ihm verachtete ontologische Wirklichkeit im Blick hatte

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    1. Manche Abschnitte erscheinen mir etwas zusammenhanglos, etwa der erste – was genau hat er mit dem Folgenden zu tun? – aber ich stimme Ihnen in folgendem Satz – fast – zu:

      „Es sind die Männer, und Männlichkeit überhaupt, die auf einer essentiellen, inhaltlichen, mystischen Ebene durch das wesenhaft empfangende, weibliche Selbstverständnis der Kirche nicht wirklich vorkommen, nicht gemeint und nicht angesprochen werden.“

      Wenn man genau hinsieht, wird man feststellen, dass das weibliche Selbstverständnis nicht einseitig „passiv“ oder „empfangend“ ist.

      Wir wissen heute längst, dass die Frau auch biologisch nicht bloß empfängt, sondern zeugt – seit der Entdeckung der Eizelle im 19. Jh wissen wir das sehr genau… und ihre Zeugungstätigkeit reicht bekanntlich biologisch erheblich weiter als die des Mannes, wenn es um die Frucht geht.
      Es dürfte eher die Reihenfolge bei der Frau anders sein: Sie empfängt aktiv – das ist weibliches Tätigsein und Zeugen. Der Mann will immer nur zeugen und bestimmen, ohne Empfänger zu sein und hat damit nur Unglück erzeugt… Kinder Gottes werden nach dem Johannes-Prolog nicht aus dem „Willen des Mannes“ geboren. Viele sagen im Reflex: Ja, auch nicht aus dem Willen der Frau. Nur: die Frau ist niemals mit einem solchen Anspruch aufgetreten – das ist der kleine aber feine Unterschied. Es ist ihr durch die Strafe für den Sündenfall geläufig, dass nicht sie alles bestimmt und nicht sie der Herrscher ist.

      Nur werden Sie, Frau Rettul, die Frage beantworten müssen, ob das die Herren in der Kirche ohne weiteres einsehen. Sie tun es nämlich weithin nicht, und das seit Jahrhunderten, ja, seit 2000 Jahren. Man sollte sich als Frau nicht mit billigem Trost selbst blenden. Zum Glück aber hat Gott sich einige Männer aufgespart, die es einsehen und für Leute wie Nietzsche zum Ärgernis geworden sind, angefangen vom Herrn selbst…

      Über die maskuline Realität in den Machtverhältnissen der irdischen Kirche aber: Bitte bleiben wir nüchtern und sehen wir, was sich abspielt und historisch abgespielt hat- mit Idealisierungen ist uns nicht geholfen… man kann als Frau wirklich froh sein, diesen innerkirchlichen Schmutz nicht verantworten zu müssen (so kann man es auch sehen). Die Frau weiß jedenfalls, dass am Ende die Ersten die Letzten sein werden und kann das, die machtbeflissene Hierarchie, samt einem über die Jahrhunderte stets ehrpussligen Batallion an geltungssüchtigen Laienmännern, deren Nachfahren heute im Tradilager gemeinsam Wind machen, von Herzen bedauernd, weil sie ihr Erbteil leider in vielen Fällen schon hier verspielt hat, gelassen erwarten.

      Dennoch ist die genderdebatte ein Blindgänger. Der blanke Menschenverstand weist doch aus, dass das keinerlei Chance hat. Wir sollten dem Gewese gelassener begegnen und uns auf die wirklich drängenden Fragen konzentrieren. Aber hier liegt ein Problem der Christen: auch sie denken nicht gerne, und zum „gegen Gender Sein“ braucht es nur wenig Mühe und Nachdenken. Im Gegenteil – man hat ein schnelles und bequemes Feindbild.

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    2. Werte (-r) zeitschnur,

      sollte es wirklich innerkirchlichen Schmutz geben, mit welchem aufzuräumen ist, dann nehmen Sie dazu doch bitte drei Gedanken an:
      1. Lassen Sie Gott anfangen und zwar bei Sich
      2. Fordern Sie keine Leute auf, zu rebellieren oder randalieren, das hat noch nie etwas gebracht. Ach, Sie haben nicht dazu aufgefordert? Sie sind aber verdächtig nahe dran.
      3. Wenn Sie finden, der Dialog zwischen Christen und Generisten harzt, dann überlegen Sie Sich, wer hier historisch der aggressive Teil ist und zwar seit Jahrhunderten.

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    3. @ CollarUri

      Das sind nur noch Reflexe und suggestive persönliche Anschuldigungen, die Sie von sich geben – was soll man als vernünftiger Mensch darauf noch antworten?

      Schauen Sie sich die Realität der Kirchengeschichte an, aber bitte en detail und nicht nach der Schönfärberlogik eines Prälat Imkamp, der sich nur die Rosinen herauspickt und den rest unterschlägt.

      Ich könnte dazu sehr viel sagen und habe dazu auch schon viel geschrieben, muss das also nicht noch mal extra nachweisen, was ich meine. Schauen Sie auf mein Blog.

      „Rebellion“ jedenfalls geht in der Kirche kaum auf das Konto der Frau, sondern zu 98% auf das des Mannes. Wie gesagt: schauen Sie sich die Kirchengeschichte an, aber bitte genau und unvoreingenommen… stehen Sie nicht schon im Startloch, um die Kirche gleich wieder selbst noch für die Scheiterhaufen zu rechtfertigen….

      Und zum guten Schluss: Sie sollten unterscheiden zwischen vernünftiger Kritik und „Rebellion“. Alleine Ihre Reaktion offenbart diesen gewalttätigen Ungeist in der Kirche, der jedes Nachdenken, ja selbst das Aussprechen der Wahrheit kriminalisiert hat und es nach wie vor tut – heute eben mal mit umgekehrten ideologischen Vorzeichen, aber methodisch gings in der Kirche immer so zu. Und das, nur das war und ist eine echte „Rebellion“: nämlich gegen Gott und seine Ordnungen, und die bestimmt nicht der Mann, sondern Gott selbst.

      Zeigen Sie mir, wo je eine Frau in der Kirche solche Ausfälligkeiten gegenüber dem Mann ausgesprochen hat, wie man sie von Augustinus oder Thomas und ihren stolzen und hochmütigen geistigen Vasallen gegenüber der Frau ertragen muss – diese beiden Herren haben aus Hass und Überheblichkeit gegenüber der Frau alles auf den Kopf gestellt. Für Sie als Mann ein Kavaliersdelikt – klar. Aber denken Sie sich das nur einmal umgekehrt – stellen sich all diese ontologischen Diffamierungen gegen die Frau einmal gegen sich als Mann egrichtet vor und dann auch noch teilweise ins Kirchenrecht eingeflossen: Nun? Wie geht es einem da? Ich denke, die Frage werden Sie mir nicht ehrlich beantowrten wollen.
      Die Frage wird aber am Ende sein, was Gott zu diesen permanenten Vernichtungsversuchen sagen wird, denn das war es eindeutig: die Vernichtung der fraulichen Mission und Eigenständigkeit – trotz Maria.

      Und nicht zuletzt ist der gegenwärtige Zustand in der Kirche ein Ergebnis jahrhundertealter Rebellion gegen Gott – aber die Frau hat es meist nicht initiiert und nicht vorangestrieben, dieses Unwesen. Daran ändern auch ein paar heutige Kommunionhelferinnen und Pfarrgemeinderätinnen nicht viel, und erst nicht das ZdK, denn all diese Damen haben faktisch nach wie vor nichts zu sagen, wenns drauf ankommt. Im übrigen wurde diese Verfassung von Klerikern ersonnen. was soll man machen. Und es waren wieder nur Männer. Ja – mir gefällt das auch nicht…
      So wird ein Schuh draus.
      Aber auf männliche Buße wartet man in der Kirche vergebens, und das ist auch das große Problem.

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    4. Martina Rettul

      In einen „Eiertanz“ ums weibliche Zeugen, Aktiv- und Tätigsein, werde ich nicht eintreten. Auch nicht ins Palaver über historische Ungerechtigkeiten und wer, was, wann einzusehen hat. Ikonografie lebt von der Wahrheit des Mythos, nicht von der Richtigkeit des Logos und seinen bescheidwisserischen Derivaten. Marias JA kann man „proaktiv“ lesen, wenn man bildtheologisch eher unmusikalisch ist. Vorzuziehen ist jedoch die Schau oder Ahnung der Herrlichkeit, die daraus erwachsen ist.

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    5. Klingt irgendwie herablassend und großspurig – auch wenn Sie auf „Bildtheologie“ eingeschworen sind, also eine Art symbolische Verstehensweise, gibt es deswegen jenseits dieses selbstgewählten recht schmalen Tellerrandes auch noch eine riesengroße historische und auch philosophische Realität… Es gab auch im Mittelalter immerhin einen vierfachen Schriftsinn, warum sich also dermaßen einengen?

      Sie dürfen diese Realität gerne vollkommen ignorieren bzw. sich auf eine Sichtweise beschränken, aber bitte erlauben Sie doch anderen Menschen, dass sie sich einen etwas weiteren Blick gestatten wollen, um nicht in einer Ideologie zu versinken. Denn das kommt bei einer solchen Verengung immer am Ende heraus.

      Aber eine Bemerkung kann ich mir schwer verkneifen: Mithilfe Ihrer Bildtheologie gelingt es Ihnen, über die Realitäten so sehr hinwegzusegeln, dass Sie sie regelrecht umkehren. Wenn die Kirche symbolisch so sehr „weiblich“ wäre, dass das die Realität bestimmt hätte, wie Sie behaupten, dann müssen Sie erklären, warum sich dieses Merkmal niemals in handfeste rechtliche und soziale Strukturen abbilden konnte. Besser gesagt: Wo dies im ersten christlichen Jahrtausend gelungen war, wurde es im 2. Jahrtausend systematisch und real nachvollziehbar zurückgefahren.

      Sie trösten sich mit einem „verborgenen Erhabensein“, und das kann ich auch nachvollziehen, aber um dieses heimlichen Trostes willen, solltem man keinem Realitätsverlust erliegen.

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    6. Martina Rettul

      liebste Zeitschnur,
      wer „erlaubt“ Ihnen eigentlich irgend etwas nicht? Wer hindert Sie, „über Ihren Tellerrand“ hinauszutreten und von dort aus die „verborgenen“ oder „heimlichen“ Befindlichkeiten anderer Menschen zu dechiffrieren?
      Ich möchte es nicht gewesen sein! Machen Sie einfach weiter so, denn es ist auch unterhaltsam.

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    7. Also zeitschnur,

      der Genauigkeit halber möchte ich festhalten, dass meine Anschuldigung in keiner Weise persönlich war. Denn es ist theologisch zweifelhaft, ob man dem Teufel „Person“/“Persönlichkeit“/“Personalität“ zusprechen kann oder nicht, je nachdem, was man ganz genau unter Person versteht.
      Aber es macht nun einmal einen Unterschied, ob man für das Gute oder das Böse eintritt. Die Typen, die gegen das Gute rebelliert haben, scheinen wir ja beide auf dem Korn zu haben, sowohl Sie als auch ich, nämlich Sie, indem Sie von der Rebellion gegen Gott oder Gottes Willen, und ich, der ich von der Rebellion gegen die von Ihm gestiftete Kirche spreche.
      Wenn Sie aber Gott und Kirche wieder einmal trennen möchten, wie schon so viele es versucht haben, dann eröffnen Sie am besten dazu eine eigene Diskussion und könnten bei dieser eher Mühe haben. P. S. Interessant ist, dass heutzutage die Parole „Jesus ja, Kirche nein“ umgedreht worden ist. Priester werden zu irgendwelchen weltlichen Feiern eingeladen, erhalten den Auftrag, ein paar Minuten zu referieren, und kurz vor Beginn wird ihnen verboten, in ihrem Vortrag die Worte des Vaterunsers zu sprechen. Wenn das mal nicht heisst „Kirche ja, Jesus nein….“ Soweit es nicht zum Weinen ist, ist es zum Lachen. Und im übrigen wünsche ich Ihnen einen ruhigen, sonnigen, lächelnden, stressfreien und hassfreien Tag, auch auf unsereins, so schwer ich es Ihnen auch immer gemacht haben sollte : )

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    8. …also „Mike“ ist identisch mit „CollarUri“, richtig?
      Finde ich alleine schon sehr fragwürdig, hier unter mehreren Namen zu posten… spricht jedenfalls in puncto Wahrhaftigkeit für sich.

      Aber das nur am Rande.

      Ich spiele nicht die Kirche gegen Gott aus, sondern Sie reden einem Kadaverglaube an alles, was unter dem Label „Kirche“ schon daherkam, das Wort. Das führt nicht nur zu eklatanten logischen Widersprüchen, sondern zu einer abgründigen geistigen Gespaltenheit.

      Wenn die Kirche nämlich mit sich selbst nicht mehr übereinstimmt – und da kann man in der Geschichte eine Legion an Fällen beweisen – dann werde ich mich lieber auf Jesus zurückziehen, der uns ja gesagt hat, dass das Himmelreich einem Acker gleicht, auf dem auch der böse Same ausgesät wird… aber es ist nicht unsere Sache, das voneinander zu trennen… sagte der Herr. Das heißt konkret: man hält sich in der sichtbaren Kirche auf, aber man weiß, dass in ihr auch Unkraut aufwächst, das man teilweise vom guten Samen nicght mehr trennen kann. Gedanken aber darf man sich darüber schon machen. Und mehr tue ich nicht.

      Alldieweil Sie also meinen, Sie könnten in dem Sinne, wie es sich ein Pius X. etwa einbildete und damit langfristig die Kirche spaltete (die Bruderschaft, die sich auf ihn beruft, ist eine faktisch schismatische Gemeinschaft!), „die“ Kirche identifizieren mit allem, was recht ist, auch wenn es in sich hohl oder widersinnig ist, finde ich es sinnvoller und ungefährlicher, mich auf das zurückzuziehen, was ich von Jesus überliefert bekommen habe. All den politischen Dreck, den die Kirche mitgeschwemmt hat, muss ich mir nicht zu eigen machen, zumal er dogmatisch kein Fundament hat, auch wenn die pianische Fraktion das starrsinnig behauptet.

      Und zur Frage, ob der Teufel eine Person sei, habe ich mich hier nicht geäußert – was wollen Sie damit?

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    9. >>…also „Mike“ ist identisch mit „CollarUri“, richtig?<>Finde ich alleine schon sehr fragwürdig, hier unter mehreren Namen zu posten… spricht jedenfalls in puncto Wahrhaftigkeit für sich.<>Sie reden einem Kadaverglaube an alles, was unter dem Label „Kirche“ schon daherkam, das Wort<>zu einer abgründigen geistigen Gespaltenheit.<>Gedanken aber darf man sich darüber schon machen. Und mehr tue ich nicht.<>All den politischen Dreck, den die Kirche mitgeschwemmt hat, muss ich mir nicht zu eigen machen, zumal er dogmatisch kein Fundament hat, auch wenn die pianische Fraktion das starrsinnig behauptet.<>Und zur Frage, ob der Teufel eine Person sei, habe ich mich hier nicht geäußert – was wollen Sie damit?<<
      Ich wollte nur klarstellen, dass es mir fernliegt, hier gegen bestimmte menschliche Personen anzugehen, sondern es geht mir gegen gewisse Interessen, wer auch immer konkret sie vertritt.

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    10. „“also „Mike“ ist identisch mit „CollarUri“, richtig?““

      Darauf hätte ich gern etwas geantwortet, und nun schluckt’s die Kiste nicht. Sorry für meinen letzten fragmentarischen Kommentar. Man nennt das Tücken des Internets.

      Ich hoff‘ mal, dass es jetzt besser klappt.

      Liebe Leser, der CollarUri und der Mike sind derselbe, weil nämlich der eine plötzlich nicht mehr weiterschreiben konnte. Darum war eine zweite Registrierung notwendig. Bitte allerseits um Entschuldigung.

      „“Finde ich alleine schon sehr fragwürdig, hier unter mehreren Namen zu posten… spricht jedenfalls in puncto Wahrhaftigkeit für sich.““
      Also, dann darf ich ja ab jetzt annehmen, dass Sie alles, was von mir kommt, für besonders wahrhaftig halten.

      „“Sie reden einem Kadaverglaube an alles, was unter dem Label „Kirche“ schon daherkam, das Wort““
      In gewissem Rahmen halte ich dies für notwendig, erkläre Ihnen aber gerne genau wann und warum. Insbesondere in einem Forum kann es deswegen sehr zu empfehlen sein, weil die Kirche als ein Ganzes gesehen wird. In einer Papstaudienz würde ich vielleicht auch anders sprechen.

      „“zu einer abgründigen geistigen Gespaltenheit.““
      Aber für diese Diagnose kennen Sie mich nun wirklich noch etwas gar wenig. Sollte jeder, der noch katholisch ist, wahnsinnig sein? Ist es schlicht das, was Sie sagen wollen? Oder haben Sie etwas Genaueres?

      „“Gedanken aber darf man sich darüber schon machen. Und mehr tue ich nicht.““
      Ich zweifle, ob Vorwürfe immer nur „Gedanken“ sind wie alle andern Gedanken auch.

      „“All den politischen Dreck, den die Kirche mitgeschwemmt hat, muss ich mir nicht zu eigen machen, zumal er dogmatisch kein Fundament hat, auch wenn die pianische Fraktion das starrsinnig behauptet.““
      Da ist er wieder, der Dreck. Also, wenn Sie Vorwürfe an die politische Tätigkeit der Kirche haben, oder Vorwürfe an einzelne Sünder mit kirchlichen Ämtern, oder Mühe mit all denen, die die Kirche als Ganzes für schützenswert halten, dann erklären Sie es einfach, dann kann man darüber reden.

      „“Und zur Frage, ob der Teufel eine Person sei, habe ich mich hier nicht geäußert – was wollen Sie damit?““
      Ich wollte nur klarstellen, dass es mir fernliegt, hier gegen bestimmte menschliche Personen anzugehen, sondern es geht mir gegen gewisse Interessen, wer auch immer konkret sie vertritt.

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  3. Hebel

    Bei weiterer gender-ideologischer Gleichmacherei ist allerdings zu erwarten, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden. Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows, Sexting usw.)
    Gefahr: Frau wird zur Ware (Leihmutter, Eizellenlieferantin, Prostitution usw.) und – wie in einem kürzlich mit Mehrheit akzeptierten EU-Zwischenbericht (NOICHL-Bericht) betont – zu „Humankapital“, dessen „umfassende Nutzung“ geboten sei. Ohne aus medizinischer Sicht auf gravierende Probleme und Gefahren näher einzugehen, wird sogar mit einer erschreckenden ökonomisch , feministischen Denkweise neuerdings von einer Fortpflanzungsindustrie gesprochen mit Eizellabgabe, Eizellenarbeiterinnen, Uterusverleih und Reproduktionstourismus.
    Die Überredungs-Ideologie, dass Gleichberechtigung nur durch Aufhebung der Geschlechtrollenunterschiede möglich sei, kann bei Frauen mit den anderen selbst erlebten motivationalen Grundlagen zu inneren Konflikten und damit zu Depression und anderen ernsthaften psychischen Problemen führen [Moulton, 1977]
    Siehe auch in den hierzulande weitgehend unbekannten Studien z. B. von Prof. Annica Dahlström, Uni Göteborg: Innerhalb der letzten 15 – 20 Jahre einen Anstieg psychischer Erkrankungen bei schwedischen Mädchen um 1000 Prozent, Depressionen um 500 Prozent; Suizidrate finnischer Mädchen ist die höchste in Europa
    Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4)

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    1. Ja, es könnte auch der Recht haben, der die Ursachen der Genderexperimente nicht in einer beabsichtigten Aufwertung, sondern mehr noch in einer Abwertung der Frauen vorfindet. Also gewissermassen die Frau als herrschsüchtig hinstellt, womöglich auch noch im Hochmut bestärkt, um dann anschliessend mit dem Finger auf sie zu zeigen und sie zur Ware zu degradieren oder von Männern degradieren und verachten zu lassen. Das hat ja Frau Lüdeke genau angesprochen mit dem sogenannten „Sexting“.
      Nur eines kann dahinterstehen: Die längst beabsichtigte Zerstörung von Familie, Gruppenzusammenhalt, Gemeinde, Kleingemeinde und Sippe. Nur vergessen die lieben Leute, dass Familie nicht allein auf Geld und Neid aufbaut wie ihre eigenen, von ihnen geschaffenen, z. B. kapitalistischen und kommunistischen Gesellschaftsformen, sondern durchaus auch andere Wurzeln haben kann. Deswegen hat die Familie eine Chance, trotz Gegenwind die Zukunft zu erreichen.

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  4. Der Artikel ist m.E. sehr einfach gestrickt. Wozu die Bevorzugung der Frau in der „gendergerechten Sprache“ beklagen, wenn man die reflexion darüber verweigert, dass bald zwei Jahrtausende lang, trotz Kirche und Christentum, die Sprache eindutig ausschließlich den Mann überhaupt als (führendes) Subjekt annahm? Die Frau schaffte es auch im christlichen Abendland übers Objektsein nicht ein für allemal hinaus! Unsere „schöne“ Sprache ist doch so tief abgesunken, insbesondere nach der Reformation, dass die Frau „das“ Weib war und blieb, ein Begriff, der förmlich voraussetzt, dass sie a-personal und weniger würdig als der Mann ist. zwar gab es eine starke, marianisch inspirierte Bewegung innerhalb der Deutschsprecher, nicht nur für maria, sondern für jede ehrenvolle Frau den Begriff „Frau“ anzuwenden, lange schon im Mittelalter. Allein: mit der Neuzeit war es mit dieser Bewegung erst mal vorbei. Und wenn Sie in Tradikapellen kommen, wird dort wacker selbst im Rosenkranz auch die Gottesmutter als ein „Es“ angesprochen… Nun wollen Dialektsprecher den begriff schönreden, aber das zeugt von mangelnder Sprachkenntnis. Der Begriff Weib ist von seiner Herkunft her abwertend und zeigt den Objektstatus der Frau gegenüber dem Mann an. Das ist wissenschaftlich längst geklärt. Man findet das auch – wers nicht glaubt – im Grimm’schen Wörterbuch so.

    Dass es ausgerechnet die maßgeblichen Kirchenväter waren, Augustinuns und Thoams, die ganz klar die Frau abwerteten als „weniger würdig als der Mann“ und „nur zum Kinderbekommen geschaffen“ (so der hl. THomas!) und als Mensch ohne Selbststand, sondern nur insofern überhaupt als Mensch anzusehen, als unter der Kutatel des Mannes (Augustinus!), nur mit einer „ratio inferior“ versehen, währen der großartige Mann selbstverständlich die „ratio superior“ gepachtet hat – also entweder weiß die Autorin nicht, welche verheerenden Auswirkungen diese Irrlehren in der Kirche hatten oder sie klickt es bewusst aus.
    Es liegt nämlich maßgeblich an diesen beiden Irrungen der „großen“ Kirchenlehrer, dass auch in der Kirche die Frau einen Niedergang erleben musste. Und zwar setzte dieser Niedergang früh ein: mit dem ausgehenden Mittelalter wurden ihr zahlreiche Privilegien und Rechte wieder geraubt. Aus fast allen bereichen, die ihr in Christus natürlich zustanden, wurde sie wieder verdrängt oder regelrecht gemobbt.

    Auch sollte man sich den Prozess der Jeanne d’Arc ansehen, der bereits in der Zeit dieses Niedergangs stattfand. Eine Festfrierung „weiblicher“ Eigenschaften aufs Inferiore machte aus weiblicher Tapferkeit eine kriminelle Handlung…

    Oder sehen wir uns an, mit welcher Verbissenheit nicht nur der hl. Ignatius, sondern auch weite Teile der Hierarchie verhindern wollten, dass ein weiblicher Ordenszweig der SJ bzw. dass Mary Ward ihr Mädchenbildungsprojekt durchsetzen konnte. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis die Kirche endlich anerkannte, dass Ward ehrenvoll gewirkt hat!

    Auch sind die Zuordnungen von psycho-sozialen Merkmalen des Mann- und Frauseins so alt wie verkehrt, weil sie ausblenden, dass man nicht weiß, was Henne und was Ei war. Erzieht man alle Männer dazu, nicht zu weinen, werden sie mehrheitlich nicht weinen. Erzieht man alle Frauen dazu, dass sie „sensibel“ sind, werden sie hysterisch in Erscheinung treten und alle Naslang in Ohnmacht fallen und unsachlich sein. Warum man das unbeherrschte Verhalten vieler Männer niemals derselben „Unsachlichkeit“ und „Emotionalität“ zugeordnet hat, bleibt wohl für ewig ein Geheimnis.

    Lesen wir doch einmal die Schrift: dort gibt es keine „weiblichen“ und keinen „männlichen“ Eigenschaften! Sobald man sie festlegt, spricht man dem anderen Talente ab, die Gott ihm gegeben hat. Unsere fromme Logik tickte jedoch so, dass man bei der Frau kriminalisierte, was man am Mann hochlobte – und das hat diesen heutigen Erdrutsch hervorgerufen. Nicht zuletzt hat die Kirche weder die „Komplementarität“ der Geschlechter gelehrt (erst im 20. Jh spät…), noch hätte sie je widersprochen, wenn man das Werk des Mannes immer höher veranschkagt hat als das der Frau. Wenn man das Gegeifer von frommen Prälaten liest, etwa des Robert Mäder, der Gift und Galle sprühte, als es darum ging, die Frau wenigstens einmal rechtlich gleichzustellen, dann sollten Ihnen die Augen aufgehen. Und dieser schreckliche Mann wird heute unter Tradis als Glaubensheld gehandelt…

    Die zeitgenössische Genderdebatte spießt manches Wahre auf und verzerrt andererseits vieles wieder ins ganz Falsche.

    Das aber bedürfte einer differenzierten Betrachtung und nicht eines Neu-Aufgusses der ewigen Birgit-Kelle-Anti-Gender-Plattitüden.

    Uns täte eine selbstkritische, schonungslose Bestandsaufnahme not – nocht dieses ewige selbstmitleidige Lamento, das die Welt natürlich mit wenigen Argumenten demaskieren kann!

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    1. Josef Broszeit

      Wenn Tradis stur das mittlerweile Unwort „Weib“ anstelle von „Frau“ im „Gegrüßet seist du, Maria“ gebrauchen müssten sie konsequenterweise auch noch statt „Stunde unseres Todes“ „Stunde unseres Absterbens“ gebrauchen, denn so hieß das mal früher.

      Ich selbst verstehe sowieso nicht, weshalb man bei der sprachlichen Reform des „Gegrüßet seist du, Maria“ nicht das völlig veraltete latinisierte und kaum noch verständliche „gebenedeit“ durch das jedermann verständliche „gesegnet“ ersetzt hat.

      So begrüßt schließlich auch Elisabeth nach der heute gültigen Einheitsübersetzung ihre sie besuchen de Cousine Maria.

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    2. Werte (-r) zeitschnur,

      bei aller Achtung vor Ihrem Votum stellt sich doch eine bange und schwerwiegende Frage: Sie präsentieren gewissermassen ein Werkzeug, aber ist das Werkzeug zum Guten oder zum Bösen? In letzter Konsequenz lassen Sie das doch offen. Oder etwa nicht? Sie vergessen also allem Anschein nach eine alles entscheidende Frage. Was nützt es, über Thomas von Aquin herzuziehen, wenn wir gar nicht wissen, wie wir z. B. eine Elisabeth I. verhindern könnten?
      Man könnte sehr wohl über Veränderungen der Rechtsstellung eines ganzen Geschlechtes debattieren, mir wäre es a priori nicht besonders sympathisch, aber auch darauf kommt es doch nicht eigentlich an.
      Es geht aber noch um etwas ganz anderes: Ist eine Änderung, die man vornimmt, zum Guten oder nicht? Ist der Erfinder der Axt der Meinung gewesen, die Axt sei ein gutes Werkzeug, so hat doch neulich wieder mal einer mit der Axt auf Leute eingeschlagen. Und, sehen Sie, genau das Gleiche kann man auch über die sogenannte Gleichstellung sagen, ja sogar auch über jede Rechtsänderung, also auch schon über die blosse Gleich-Berechtigung. Der eine Mensch könnte sie zum Guten gebrauchen, der andere zum Bösen. Aber dass sie generell zum Guten sein müsse, ist bereits nicht ohne weiteres darstellbar. Man mag im Zuge von allgemeiner Individualisierung und Gleichberechtigung aller Bürger vor dem Gesetz wohl billig finden, dass niemand wegen seines Geschlechtes Benachteiligungen erfährt, so weit so gut; wenn also schon ohnehin das Gesetz alle gleich behandeln soll – was an sich längst auch nichts Gutes zu sein braucht, schauen Sie z. B. nur schon hinter die nächste dunkle Ecke, wo der Staat nicht zufällig gerade allmächtig ist und zufällig gerade der Stärkere den Schwächeren frisst, egal ob jener der Mann oder diese die Frau ist oder nicht auch mal jene die Frau und dieser der Mann oder auch Frau usw. -, nun wenn es aber schon sein soll, dann kann man die rein rechtliche „Gleichstellung“ wohl gutheissen, allerdings bedeutet dies für die Praxis noch keine faktische Gleichstellung, nur schon weil die Frauen gebären müssen, die Männer für schwerere körperliche Arbeit eingesetzt werden und dies vom Staat kaum zu ändern ist, selbst wenn er es wollte.
      Nun gibt es sicher die eine oder andere arme ausgenützte Person, die allein in der Welt steht und froh ist, dass sie nicht noch von irgend einem unbekannten Vormund abhängig gemacht wird. Meinetwegen. Das ist aber nur die Hälfte der Wahrheit. Die andere Hälfte wird durch das Beispiel gezeigt, dass gerade eine Hexe Europa kaputtmachen kann, kaum weniger desaströs als weiland Näppi und Adolf, und schon dieses eine kleine Beispiel zeigt doch, dass die Frauen wenigstens genau so blöde sein können wie wir.

      Also wozu dann eine faktische „Gleichstellung“ z. B. dadurch herstellen, dass man ihnen noch die Kinder wegnimmt und in Krippen steckt? Das ist doch noch ein ganz anderer Frevel als wenn halt mal ein Kirchenvater die „Weiber“ etwas despektierlich beäugt hat und hat auch weit verheerendere Konsequenzen.

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    3. … ja, das kann man fragen, allerdings ist weder das „Absterben“ noch das „benedeien“ je ideologisch negativ besetzt gewesen im Gegensatz zu „Tod“ oder „segnen“.

      Das alt- und mittelhochdeutsche Wort „wip“ aber kommt entweder von lat. „vibrare“ (zittern/unterworfen sein) oder von einem alten Wort für „(Kopf)-Tuch“, was auch in unserer Kultur ebenfalls Zeichen der Unterwerfung einer verheirateten Frau war. Unverheiratet war sie Mündel ihres Vaters auf Lebenszeit. Das Tuch zeigt an, dass die Frau Mündel eines Ehemannes wurde. Man kann sich nun aussuchen, was man will – beides ist negativ für die Frau.

      Dafür spricht gravierend, dass damit die gesamte feminine Gattung des Menschen grammtisch eben nicht ins komplementäre Femininin, sondern ins Neutrum gesetzt wurde, was eindeutig und zweifellos negativ zu verstehen und auch gemeint ist. Die Frau ist kein Subjekt in dieser Sprache, sondern ein Objekt, ein Gegenstand.

      Vor allem mittelalterliche aufstrebende Bürger und die Adligen ohnehin, ich meine damit die Ehemänner (!), haben sich dagegen verwahrt, dass ihre Frauen als „Weib“ bezeichnet wurden. Wir sehen an alten ortsnamen, dass auch im hohen Mittelalter stets von der „Frau“ und nicht vom „Weib“ die Rede ist („Frauenzimmern“/“Frauenalb“/“Fraueneck“/“Frauenburg“ etc.). Der Dichter Heinrich von Meißen (14. Jh) kämpfte dafür, dass die Gottesmutter ausschließlich als „Frau“ bezeichnet wird…

      Aber die Tradis wissen das erstens nicht, und zweitens wollen sie es auch nicht wissen. In jedem Fall zeugt ihr Gebaren davon, dass die (deutschsprachige) Kirche nicht mal bei der Gottesmutter bereit war, die Frau als das zu sehen, was sie ist: weiblichen Geschlechtes und eigenständiges Subjekt!

      Hinzukommt, dass die irrigen Geschlechterlehren des Augustinuns und Thomas tatasächlich die Gendertheorie ideologisch vorbereitet haben. Insbesondere Augustinus will ja kein eigenständiges Frausein anerkennen, sondern sieht Frausein als eine Art objektihafte „Auslagerung“ des Mannseins an (zum Kindrgebären). Diese Sicht ist aber nichts anderes als eine Form desselben Genderismus, den wir heute beklagen.

      Ebenso zeigen uns frühchristliche apokryphe, teilweise gnostisch erscheindende Schriften, dass man auch in der Kirche das Frausein als wertlosen Todesstand ansah. Erst wenn eine Frau „männlich“ wird, galt sie als Mensch (vgl. Schluss-Logion des Thomas-Evangeliums). Diese Ideen waren aber auch innerhalb der orthodoxen Lehre nicht einfach ausgemerzt, sondern schwirrten weiterhin herum. Im 16. Jh kursierten Schriften, mit dem Titel „Mulier non homo est“ und wollten auf der Basis Augustins und des Thomas nachweisen, dass es nur ein mesnchliches Geschlecht gäbe: das des Mannes. Erlösung heißt in dieser Logik für die Frau: wie ein Mann werden.

      Noch einmal möchte ich drauf hinweisen, dass die Kirche sich fast 2000 Jahre lang keinerlei lehramtliche Mühe gemacht hat, mit diesen Irrlehren aufzuräumen. Es ist eine Schande, dass erst im 20. Jh, v.a. durch Johannes Paul II., hier etwas Licht ins Dunkel gebracht worden ist! Ansonsten: eine ziemliche Misere in Sache angeblich gelehrter „Komplementarität“!

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    4. @ CollarUri

      So ganz verstehe ich nicht, was Sie sagen wollen. Sie vermischen m.E. die Ebene singulärer Erscheinungen (also ob es etwa böse Frauen genauso wie böse Männer in der Politik gibt oder so ähnlich) mit der prinzipiellen Beurteilung und Rechtsstellung angeblich gleichwertiger Mesnchen.

      Und Sie brechen in Panik angesichts irgendwelcher theoretischer Spinnereien auf Gendereben aus, von denen sich bislang nicht erwiesen hat, was sie anrichten werden. Man weiß nur eines sicher: dass die Frommen bei diesem Thema total ausrasten und den untergang des Abendlandes sicher vor Augen haben. Eine vergleichbare Hysterie hat man angesichts echter und realer historischer Bedrohungen von seiten derselben Personen leider nicht im selben schäumenden Ausmaß gehört… Ist auch eine Tatsache, die man bedenken sollte. Bis jetzt ist das alles reine Theorie und das Weltuntergangsgeheul ist vor allem in den Köpfen und weniger in der Realität der Gesellschaft…

      Nota bene: damit will ich die Genderei nicht verharmlosen!
      Aber bis jetzt hat sie noch gar nichts weiter angerichtet außer einem Sturm im frommen Fischteich.

      Und nein – es ist keineswegs gleich, ob man gleichwürdigen Leuten gleiche Rechte zugesteht oder nicht! Wenn das so einfach wäre wie Sie sagen – warum regen sich Fromme dann auf, wenn Christen im Islam benachteiligt werden? Auch der frommen Islam kennt das Argument, man würde mit der Emanzipation der Christen ein Instrument schaffen, das auch böse sein könnte…
      Denken Sie doch einmal anhand anderer, weniger explosiver Beispiele, darüber nach. Vielleicht macht das deutlich, wie sehr sich alle verrennen, die Frauen nicht gleichberechtigt sehen wollen für den Fall, dass dabei irgendetwas schief geht.
      Warum haben Sie diese Skrupel nur so gar nicht, wenn Männer leider immer nur bevorzugt werden?
      Immerhin haben wir eine noch (!) potenzielle Zerstörerin Europas neben der singulären Elisabeth I. und sonst? Zahllose männliche Tyrannen und Zerstörer säumen den Weg der Menschheit. Aber pfui: wenn auch mal die eine oder andere Frau dort auftaucht, eine unter Hunderten von Männern, dann genügt Ihnen das, die Frau zurückzusetzen?! Nach Ihrer Logik müsste vor allem der Mann mal auf Null gesetzt werden angesichts des historischen Grauens, das er nahezu alleine angerichtet hat in diesem Äon…

      Bleiben wir also vernünftig und denken wir logisch konsequnet: Wenn alle Menschen gleichwertig sind, müssen Sie auch gleichberechtigt werden vor dem Gesetz. Eine Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensvollzüge muss inbegriffen sein.

      Was Sie und Ihre Brüder im Geiste aber hier beklagen, den üblen und bösen Feminismus – klären Sie doch erst einmal, was das genau ist, benutzen Sie doch diesen Begriff nicht als Totschläger für alles Unsinnige, das derzeit kursiert, um damit auch das Sinnvolle zu diffamieren..

      Ich sehe jedenfalls weitgehend und nach wie vor eine massive Entrechtung der Frau – öffenen wir gemeinsam unsere Augen, seien wir wachsam – wirklich und echt wachsam: sehen Sie nicht, welch ein gigantischer Handel mit Frauen betrieben wird? Frauen werden doch nicht erst durch die genderei zur Ware!!!! Sie sind es doch schon und waren es auch immer. Mehr oder weniger, aber sie waren es.
      Warum wohl haben sich Frauen auch schon vor der Muslim-Invasion nachts nicht auf einsame Straßen gewagt? Warum wohl impfte jeder Vater seiner Tochter ein, sich vor Männern zu hüten, nur ja mit keinem Mann irgendwo alleine hinzugehen?

      So sehr ich die Gender-Ideologie verabscheue: aber sie ist nicht unser Hauptproblem, wahrlich nicht!

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    5. Drei Nachbemerkungen.
      1. zur Rechtsstellung angeblich gleichwertiger Mesnchen:
      Es ist nie, kein einziges Mal, möglich geworden, dass einer wegen der allgemeinen Menschenwürde gleiche Rechte hatte wie der andere! Warum? Nun, schauen Sie z. B: den Kaiser von China an und was der für Eigentümerrechte hatte, seine Liegenschaften, auch seine Herrschaftsgewalt über Dienerschaft – noch ganz private Dinge; hinzu kommt seine Machtfülle im Staate. Und ich habe diese Rechte nicht. Oder schauen Sie einen Hauseigentümer. Der Obdachlose vor seiner Tür hat bestimmt nicht die gleichen Rechte, aber die gleiche Menschenwürde, und es ist durchaus positiv, falls der Eigentümer dies einsieht und dem Obdachlosen mal wenigstens einen Zehner rüberschiebt für ein Nachtessen oder dass ihm die Gemeinde eine Notunterkunft besorgt. Keiner würde aber erwarten, das er ihm den Maschinenraum zur freien Verfügung überlässt. NB. Der Typ weiss nicht mal, wie die Maschinen zu bedienen sind. „Gleiche Rechte“ ist ein relativer Begriff, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen.
      2. Die Genderei hat schon Millionen an Steuern verschluckt, z. B. gerade die einzige Änderung des Wortes „Studentenwerk“ in Brandenburg. Aber Geld spielt ja für Sie keine Rolle, oder. Dann nehmen wir die Frühsexualisierung der Kinder. Ja, hier dramatisiert man, weil man nicht weiss, wie viel eine gesunde Kinderseele wegstecken kann. Aber muss man unbedingt gerade die Kinder zwangsbeglücken? Man ist ja doch auch ziemlich gern der harte Law-and-Order-Freak, wenn mal vor 50 Jahren irgend ein Lehrer einem Minderjährigen eine Ohrfeige verpasst hat, und falls er Priester war, schreit man Zeter und Mordio gegen die Kirche, nur weil sie in dem Punkt nicht anders war als der ganze Rest der Gesellschaft.
      3. Wo werden Männer immer nur bevorzugt? Nennen Sie mir ein einziges Beispiel. Denn dass irgend ein dreister Kerl sich nimmt, was andere nicht wagen, ist nicht ein Problem zwischen Mann und Frau, sondren zwischen Mann und Mann, und schon immer gewesen. Bitte versuchen Sie, das mal zuerst zu verstehen.

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  5. Sehr geehrte Frau Lüdeke,
    „ich muss Ihren Kummer noch vergrössern, statt ihn zu heilen“ (F. Schiller).
    Sie sagen „Früher waren es die Frauen, also etwas mehr als 50 Prozent der Menschheit, die gemeint waren. Eine große Gruppe also, eine Mehrheit, die Unrecht erlitten hat.“

    Von Ketzern wird behauptet: Auch das stimmt nicht. Seit jeher gab es Beziehungen, in denen die Frau das Sagen hatte, und andere, da war es der Mann. Dass sich irgendwann das Recht zugunsten des Mannes verschoben hat (z. B. aufgrund seiner „Vertretung nach aussen“, etwa da und dort Stimmrecht in der Frage Krieg oder Frieden, weil man annahm, nur die Männer leisteten auch den Kriegsdienst u. ä.) war das einzige, das sich überhaupt als möglicher Grund für die Forderung nach Frauenrechten festmachen lässt. Zwar gab es mit der Zeit viele Rechtsbereiche, wo man sich fragen kann, warum der Mann Vorrangstellungen hatte, beim Näherhinschauen waren sie aber nicht ganz so gross konzipiert. Z. B. dass der Mann in Geldsachen das Sagen in der Ehe hatte, rührte namentlich noch aus einer Zeit, in der Geld eine kleinere Rolle spielte, allerdings konnte man dann später aus Gleichheitsgründen schon fragen, ob oder inwiefern dies nicht zu ändern sei.

    Dann kam die Gleichberechtigung vor dem Gesetz, und damit war eigentlich jede Forderung erfüllt! Mehr auch nur anzudenken, ist obsolet! Alles, was darüber hinausgeht, ist nicht nur schreiende Ungerechtigkeit, sondern geradezu Gewalt an der Natur.

    Daher wird von diesen bösen Ketzern nun vehement behauptet: Stets profitieren die Stärkeren, sowohl gegen die schwächeren Frauen als auch gegen die schwächeren Männer. Und zu behaupten, die Zugehörigkeit zur einen oder andern Gruppe mache automatisch stark oder schwach, ist eine elende Pauschalisierung, die so klar erscheint, dass als einzige scheue Schlussfrage übrigbleibt: Warum nur fallen die heute Mächtigen auf solche Unvernunft herein?

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