Franziskus: Wer gut feiern will, sollte diesen Wein trinken

Einer dieser Schlüsselmomente, so der Heilige Vater, ereigne sich mit der Beobachtung Marias, dass den Frischvermählten der Wein ausgehe. „Wie ist es möglich, eine Hochzeit zu feiern und eine Party zu haben, wenn einem das fehlt, was den Propheten zufolge ein typisches Element eines messianischen Festmahls war?“, so der Papst.

Vor seiner Ansprache begrüßte der Papst eine Gruppe von Ehepaaren, welche die Goldene Hochzeit feierten – 50 Jahr Ehe – und lobte sie für ihr Zeugnis für die Frischvermählten, das die Jugend zu lernen habe. „Das ist der gute Wein der Familie!“, sagte Franziskus ihnen.

Dann wandte sich der Papst dem zweiten Kapitel im Johannes-Evangelium zu, welches das Wunder schildert, mit dem Jesus sein öffentliches Wirken begann: Die Verwandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit zu Kana auf Bitten seiner Mutter.

Wasser sei zwar lebensnotwendig, aber „Wein drückt den Überfluss des Festmahls aus und die Freude der Feier“, sagte Franziskus und fügte hinzu: „Ein Hochzeitsfest, dem der Wein fehlt, beschämt die Frischvermählten – man stelle sich vor, das Hochzeitsfest mit Teetrinken zu beenden? Das wäre eine Peinlichkeit!“

„Der Wein ist notwendige für die Feier“, sagte der Papst und verwies darauf wie Jesus, in dem er das Wasser zu Wein verwandelte, ein „eloquentes Zeichen abgab“, denn er „verwandelte das Gesetz Mose in das Evangelium, das die Freude bringt.“

Papst Franziskus sprach zu tausenden auf dem Petersplatz zur Generalaudienz versammelten Pilgern. Er setzte seine andauernde Katechese über die Barmherzigkeit fort, und wandte sich dabei von den Gleichnissen Jesus nun den Wundern des Heilands zu.

Dieses Wunder, sagte der Papst, diene als „‚Einstiegspunkt‘, der bereits von den Worten und Ausdrücken geprägt ist, die das ganze Geheimnis Christi erhellen und die Herzen der Jünger für den Glauben öffnen.“

In dem Ausdruck, dass Jesus „mit seinen Jüngern“ gewesen sei, werde klar, dass die, welche Jesus aufrief, ihm zu folgen, nun als Gemeinschaft vereint sind, so Franziskus.

Bei der Hochzeit zu Kana zeige sich Jesus als Bräutigam des Volkes Gottes: Der Bräutigam, den die Propheten vorhersagten. Und er zeige „die Tiefe der Beziehung, die uns mit ihm vereint: es ist ein neuer Bund der Liebe“, betonte der Heilige Vater.

Die Gründung unseres Glaubens ist „ein Akt der Barmherzigkeit, mit der Jesus uns an ihn selber bindet.“ Das Leben des Christen, daher, „ist eine Beantwortung seiner Liebe, es ist die Geschichte zweier Liebenden.“

Ein weitere Schlüsselpunkt des Abschnitts in der Heiligen Schrift sei die Stelle, an der Maria, nachdem sie Jesus darüber informiert hatte, dass das frischverheiratete Paar keinen Wein mehr habe, zu den Dienern mitteilt: „Was er euch sagt, das tut“.

Der Papst sagte, es sei „kurios“, dass dies die letzten Worte Marias in den Evangelien sind: „Sie sind das Erbe, das sie uns allen hinterlässt. Das ist das Erbe, das sie uns hinterlassen hat, und es ist schön!“

Franziskus verwies darauf, dass es sich um einen Ausdruck handle, der einem anderen ähnele: Der Glaubensformel, die das Volk Israels am Berg Sinai als Antwort auf die Verheißung des Bundes gegeben hat.

In der Hochzeit zu Kana werde der Neue Bund „wahrlich festgesetzt“, so der Papst, und die Diener des Herrn, „die gesamte Kirche“ also, erhalte eine neue Mission.

Diese Mission, zu tun, „was er euch sagt“, in Marias Worten, bedeute, dem Herrn zu dienen in dem man seinem Wort lausche und es in die Tat umsetze, fuhr Franziskus fort. „Es ist die einfache aber essentielle Empfehlung der Mutter von Jesus und es ist das Programm des christlichen Lebens.“

So gesehen sei die Hochzeit zu Kana „viel mehr als nur eine einfache Geschichte über das erste Wunder Jesu“, so der Papst.

„Wie eine Schatzkiste“ bewache Jesus das Geheimnis seiner Person und den Zweck seines Kommens, sagte Franziskus, und erklärte, dass durch diese Hochzeit Jesus seine Jünger in einem neuen und definitiven Bund an sich binde.

Zu dieser Hochzeit „sind wir alle eingeladen“, betonte zum Abschluss der Heilige Vater, denn an diesem neuen Wein werde es nie mangeln.

Veronese_Hochzeit_zu_Kana
Die Hochzeit zu Kana / Paolo Veronese, 1563
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