Ecce Homo: Heute beginnt der 100. Katholikentag

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Ecce Homo – „Siehe, der Mensch“. Das offizielle Plakat zum Katholikentag 2016 ist eine Variante des Zitats aus Joh 19,5, mit dem Pontius Pilatus den gefolterten und verspotteten Jesus zeigt. Foto: Katholikentag.de

Das weitere Programm liefert Höhepunkte wie die Uraufführung des Oratoriums „Ecce Homo“ von Colin Mawbry, eine reiche Vielfalt an Angeboten rund um den Glauben und gesellschaftliche Fragen, allerdings auch umstrittene Workshops und Vorträge einzelner Interessensgruppen.

Mensch im Mittelpunkt

Der Katholikentag steht unter Motto: „Seht, da ist der Mensch“ — die deutsche Übersetzung des berühmten Zitats aus dem Evangelium nach Johannes, Ecce Homo. Damit verweist Pontius Pilatus auf den Herrn, Jesus Christus. In Leipzig soll damit „Menschsein und menschliche Würde“ in den Mittelpunkt gestellt werden. Auf den Plakaten sind deswegen auch große Portraitbilder verschiedener Menschen zu sehen, statt dem Erlöser. Im Leitwort wird erklärt, dass der Widerspruch nur scheinbar ist: Wer genauer hinsehe, erkenne im menschlichen Gegenüber, dass dieses auf Gott zeige „den Gott, an den wir Christen glauben, einen Gott, der mit den Menschen leidet“.

Den meisten Bewohnern Leipzigs wird diese Spannung der christlichen Botschaft ohnehin nicht klar sein: Keine vier Prozent von ihnen sind katholisch; zwei Drittel der Bevölkerung des Freistaats Sachsen sind konfessionslos.

Katholikentag in der Diaspora

Diesem Umstand, dass das einst christliche Ostdeutschland als eines der atheistischsten Regionen der Welt gilt,  trägt auch das Programm des Katholikentags Rechnung: Dem Dialog mit Konfessionslosen, die Christen ja evangelisieren sollen, ist ein eigener Themenbereich gewidmet; auch insgesamt gibt es im Programm viele Anknüpfungspunkte für Menschen, die keine christliche Prägung haben oder suchen.

Ehe und Familie, Pflege und Sterben, Chancen und Risiken der Biomedizin, die Flüchtlingskrise und Masseinwanderung nach Deutschland: praktisch alle aktuellen gesellschaftspolitischen Themen finden ihren Platz. Was für Kritik und Debatten gesorgt hat: Ausgeschlossen von der Diskussion haben die Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), alle Politiker der AfD; andererseits eingeladen wurden Gruppen und Aktivisten, welche Kritikern zufolge für Ziele kämpfen, die mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar sind; etwa die von Papst und Kirche deutlich verurteilte Gender-Ideologie sowie Befürworter gleichgeschlechtlicher Sexualität bis hin zur „Homo-Ehe“, welcher der Papst erst wieder in Amoris Laetita deutlich eine Absage erteilt hat. Für Diskussionsstoff ist also gesorgt, auch wenn nicht alle potentiellen Teilnehmer eingeladen sind.

Was ist der Mensch, den wir da sehen? – Warum das aktuelle Katholikentagsmotto „Seht, da ist der Mensch“ so gut in unsere Zeit passt und christliche Anthropologie auf den Punkt bringt. Von Josef Bordat. HIER

 

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