Borniertheit in Batik – Warum Christen keine Angst vor Style haben müssen

Schreibt für Cathwalk und christliche Männer mit Anspruch: Patrick Junge.

Ein schwarzer Herrenanzug, der schlecht sitzt, ein Hemd, welches für Krawatten wegen dem zu kurzen Kragen eher ungeeignet ist und dazu ein Schlips im batik-regenbogenen Design. Gürtel? Nicht nötig, die Hose sitzt ja auch so. Natürlich sind alle drei Knöpfe des Sakkos komplett zugeknöpft. „Mensch, schaust Du aber chic aus!“ sagen zwei junge Damen mit langen Filzröcken zu dem Studenten im Anzug nach der hl. Messe auf dem Vorplatz der Kirche und ich bin mir sicher, dass es ernst gemeint war.

Szenenwechsel – auf einer Geburtstagsparty mit mehrheitlich christlichen Gästen bemerke ich, wie man über meine Kleidung abfällig tuschelt. Dabei trage ich doch nur ein weißes Hemd, kombiniert mit einer Baldessarini Jeans. Und als ich vor zwei Jahren meiner damaligen Freundin eine Designer-Handtasche zu Weihnachten geschenkt habe, erntete ich dafür Spott und Hohn von ihren pietistischen Eltern. Bei diesen Beispielen kommt die Frage auf, ob man sich schlecht anziehen muss, um ein guter Christ zu sein. Natürlich findet man u.a. bei Paulus (Röm 12,2) die Mahnung, sich der Welt nicht gleichzustellen.

Wer diese Aufforderung aber zu einer Glaubensregel erhebt, sollte diese auch konsequent umsetzen. Dann müsste der Dresscode bei der eigenen Hochzeit sportlich-leger heißen, da ich mich ja vom Rest der weltlichen Brautpaare abheben muss. Vielleicht ist es aber auch so, dass viele Christen gehemmt sind.

Bei dieser Hochzeit können die Manschettenknöpfe zuhause gelassen werden: das Brautpaar möchte sich der Welt nicht gleichstellen.

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Bei dieser Hochzeit können die Manschettenknöpfe zuhause gelassen werden: das Brautpaar möchte sich der Welt nicht gleichstellen.
Sollte nur an Karneval getragen werden: Die Batikkrawatte.
Sollte nur an Karneval getragen werden: Die Batikkrawatte.

Könnte ja sein, dass ein christlicher Shitstorm folgt, wenn ich mal besser angezogen bin als die anderen „Geschwister“ aus der Kirchengemeinde. Könnte ja sein, dass die Filzrocktanten sich echauffieren, weil man die Batikkrawatte dem Altkleidercontainer überlässt.

Im Übrigen wird die abfällige Kritik doch sehr oft von Neid und einer lieblosen Arroganz bestimmt. So manche Glaubenswächterin von Jansens Gnaden kann vielleicht umso glaubhafter gegen Miniröcke wettern, weil diese Kleidung für sie selbst mit ihrer Orangenhaut gar keine Versuchung ist – es sei denn bei der bad taste – Party in der Disko, aber da geht sie ja „aus Gewissensgründen“ (in Wirklichkeit, weil sie nicht tanzen kann und aufgrund ihres Nicht-Charmes von keinem Mann angesprochen würde) sowieso nicht hin.

Eine junge Frau, stets modisch gekleidet, erzählte mir kürzlich, dass für sie nach wenigen Proben in einem katholischen Kirchenchor Schluss war. Nicht wegen ihrer Stimme, sondern weil sie die kritischen Blicke der Chormitglieder nicht mehr ertragen konnte. „Ich hatte noch nicht mal aufreizende Kleidung an“, sagte die 30-jährige mit trauriger Stimme.

Ein Beispiel, das deutlich macht, dass auch Christen genauso gern Menschen nach dem Äußeren bewerten wie die „bösen“ Kinder der Welt. Und was ist schon der Unterschied zwischen Teenies, die Klassenkameraden mobben, weil sie keine Markenklamotten tragen, und selbsternannten pseudokatholischen Inquisitoren, die über die Rocklängen und Ausschnitttiefen anderer zu Gericht sitzen?

Gegenseitiger Respekt wäre besser. Und doch bleibt am Ende folgende Frage: Kann ich mich als Christ auch gut kleiden ohne schlechtes Gewissen? Selbstverständlich!

Und für alle, die nicht wissen, wie das mit der schönen Kleidung funktioniert, gibt es jetzt ja Cathwalk!

Patrick Junge hat Evangelische Theologie und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg studiert. Auf The Cathwalk ist er für das Ressort Männermode zuständig.
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38 Gedanken zu “Borniertheit in Batik – Warum Christen keine Angst vor Style haben müssen

  1. Norbert Jäger

    Frau Krah ist meines Wissens am 30.04.2014 verstorben. Als trauernde Kinder werden in der Todesanzeige 4 Kinder genannt. Auf der Homepage von Herrn Krah sind jetzt noch zwei verwirrende Angaben zu seinem Zivilstand zu lesen. Zum einen: verwitwet und 5 Kinder; und zum anderen: verheiratet und 5 Kinder. Und auf diesem Blog wird Herr Krah auch als verwitwet mit 5 Kindern betitelt. Da auf etlichen Bildern Frau Ballova zusammen mit Herrn Krah und einem Säugling zu sehen sind, ergeben sich für mich schon einige Fragen. Aber vielleicht ist alles nur ein Versehen und Herr Krah konnte sich nach dem tragischen Verlust seiner ersten Frau nicht auch noch um das Bereinigen seiner Homepage kümmern.

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  2. Vinzenz

    Ist thechathwalk ein Ausheulportal der gekränkten Eitelkeit? Können hier alle möchtegern Nobeldresser ihr Trauma beschreiben und beweinen? Es ist geradezu lächerlich, wie gewisse Autoren mit dem Finger auf andere zeigen und sich in die Opferrolle begeben. Das kann jeder! Unter einem Portal für Lifestyle und Mode versehe ich etwas ganz Anderes… ausser man macht sich die penetrante Mitleidsuche zum Lifestyle. Demgegenüber steht aber der neuste Artikel… grüsst hier etwa Schizophrenie? Ich hoffe, dass hier in nächster Zeit etwas mehr christliche Qualität und echte Modetipps oder Modediskussionen hervortun.

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  3. anasomie

    An alle Beteiligten dieser Diskussion: Im Übrigen muss ich leider feststellen, dass dieses Bashing nicht unbedingt produktiv für die Selbstdarstellung von uns Christen ist, wie kann eine Religionsgemeinschaft überzeugend sein, deren Mitglieder ihre eigenen Werte vernachlässigen…?

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  4. anasomie

    Liebe Brüder und Schwestern im Glauben! 😉
    Ist es nicht guad deutsch gesagt völlig wurscht, was der Christ/die Christin trägt? Glaube wird nicht über Mode definiert, Mode nicht über den Glauben! Die Selbstverwirklichung eines Menschen sollte ihm doch wohl auch (oder vielleicht sogar besonders???? xD) im Christentum zugestanden werden. Liebe und Wertschätzung sollte man doch vielleicht als Christ jedem Menschen zukommen lassen (hat unser Herrgott übrigens auch getan)! Und nebenbei gesagt: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein….

    Einen gesegneten Tag euch noch :*

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    1. Nepomuk

      >>Die Selbstverwirklichung eines Menschen sollte ihm doch wohl auch im Christentum zugestanden werden.

      Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. (Und speziell das ist so einfach echt nicht.)

      >>Liebe und Wertschätzung sollte man doch vielleicht als Christ jedem Menschen zukommen lassen.

      Gewiß; aber ob es Liebe und Wertschätzung „trotz“, Liebe und Wertschätzung „und das ist völlig wurscht“ oder Liebe und Wertschätzung „wegen“ ist, das folgt aus dem Hauptgebot noch keineswegs so direkt…

      und in ersterem Fall werden Leute dann regelmäßig, nicht alle aber einige, meinen, brüderliche Belehrungen und Zurechtweisungen meinen anwenden zu müssen. Da der andere dafür dann regelmäßig überhaupt keinen Grund sieht, gibt das böses Blut…

      >>Wer ohne Sünde ist…

      Es geht hier, soviel muß man den Kommentatoren hier schon zugestehen, nicht um eine bereute vergangene Sünde, sondern um eine unterschiedliche Meinung darüber, was überhaupt eine Sünde ist. Daher ist das nicht anwendbar.

      Am Ausdiskutieren – und dann am Tolerieren, solange alles katholisch bleibt – wird wohl kein Weg vorbeiführen.

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  5. Kristina

    Bisher kannte ich nur zwei typisch „fromme“ Formen mit dem Thema „Aussehen“ und „Mode“ umzugehen. (Die sind übrigens konfessionsunabhängig vertreten, wie ich als Konvertitin gemerkt habe.)
    1. Es gibt Fromme, die haben gar kein Verhältnis zu ihrem Aussehen. Sie kleiden sich nach dem Motto: Alles was preiswert und pflegeleicht ist, ist gut genug. Typisch dafür ist die Mittvierzigering mit grauem Bürstenhaarschnitt, in Sweat-/T-Shirt und Kordhosen, die sich ein Holzkreuz an einer Lederschnur um den. Da sind höchstens die Schuhe teuer, aber dafür ökologisch wertvoll oder wenigstens politisch korrekt. Gegen diese Leute ist nichts zu sagen, denn sie zwingen ihren Kleidungsstil niemandem auf.
    2. Es gibt Fromme, die starren auf ihre Nächsten und ärgern sich über hübsche Frauen, und unterstellen diesen einen Hang zur Sünde, wenn sie sich nicht künstlich hässlich machen. Das ist Bigotterie.
    Nun erfahre ich über diesen Blog, dass es wohl auch Leute gibt, die gerne über Leute sowohl vom Typ 1 als auch 2 lästern und dieses Lästern für eine besonders ausgefallene Form der „Frömmigkeit“ halten. Na dann: Viel Spaß!

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    1. Nepomuk

      was bei dem einen als Lästern herüberkommt, ist bei den anderen bloß eine Meinungsäußerung der Bauart: „diese Einstellung ist falsch“… „weil“… „und überhaupt…“

      Übrigens scheint mir dieser Blog, was ich bisher so gelesen habe, zwar sehr scharf gegen Typ 2 gerichtet – und dabei fast ein wenig zu übertreiben, wie oft dieser Typ denn, also jetzt außerhalb des Kommentarbereichs dieses Blogs, vorkommt, aber das ist bloß mein persönlicher naiver Eindruck – über den Typ 1 aber nichts Schlimmeres zu sagen als „anders gehen würde es aber auch“.

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    2. Michael van Lachs

      Auch das Verhalten der Personen aus Gruppe 1 gehört an den Pranger gestellt, weil diese schuld sind, dass andere sich von christlichen Gemeinden abgestoßen fühlen.

      Christen müssen sich einladend-elegant kleiden.

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    3. Nepomuk

      Nu, das wär dann auch wieder falsch.

      Die genauere Erörterung spare ich hier sowohl mir wie denen, die mir die Ehre antun diesen Kommentar zu lesen… (vielleicht bei einer anderen passenden Gelegenheit)…

      aber einstweilen ein englisches Sprichwort:
      „It takes all sorts to make a world“ respektive Church,
      und eins von meiner Oma:
      „Der liebe Gott hat einen großen Tiergarten.“

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    4. Lieber Nepomuk, das stimmt – aber es kann sich nicht jeder zum Dompteur aufmandeln 🙂

      Und nochmals für alle zum mitschreiben: Wir lassen jeden nach seiner Fasson selig (oder unselig) werden. Von uns aus kann sich jeder kleiden und geben, wie er mag. Nur soll er nicht mit dem Finger auf andere zeigen, die besser und modischer gekleidet sind oder gar andere für SEINE Sünden verantwortlich machen, weil er sich nicht im Griff hat, wenn er eine hübsch gekleidete Frau zu sehen bekommt.

      Oder mit Nietzsche gesprochen (darüber werden wir auch irgendwann noch einen wunderbaren Artikel bringen): Die radikale Feindschaft, die Todfeindschaft gegen die Sinnlichkeit bleibt ein nachdenkliches Symptom: man ist damit zu Vermutungen über den Gesamt-Zustand eines dergestalt Exzessiven berechtigt. – Jene Feindschaft, jener Haß kommt übrigens erst auf seine Spitze, wenn solche Naturen selbst zur Radikal-Kur, zur Absage von ihrem »Teufel« nicht mehr Festigkeit genug haben. Man überschaue die ganze Geschichte der Priester und Philosophen, der Künstler hinzugenommen: das Giftigste gegen die Sinne ist nicht von den Impotenten gesagt, auch nicht von den Asketen, sondern von den unmöglichen Asketen, von solchen, die es nötig gehabt hätten, Asketen zu sein…“(Nietzsche, Götzen-Dämmerung, Moral als Wiedernatur, Kp. 2)

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    5. Toni M.

      Wenn hier noch mehr von Krahs zu lesen ist, wäre wohl eine Umbenennung des Blogs wirklich erwägenswert. Ich schlage bereits Krahwalk vor… Ähnlichkeiten mit Krawall o.ä. sind wohl rein zufällig. 😉

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    6. Mit Verlaub, Herr Jäger, aber was gehen Sie solche Fragen an? Es kann ihnen doch egal sein, wer Kristina ist und wie sie heißt?! Sie finden Cathwalk ja ohnehin „überflüßig“; umso mehr verwundert es uns, dass Sie doch nicht davon lassen können und dauernd hier vorbei schauen 😉 Weiterhin eine anregende Lektüre wünscht Ihnen, das CW-Team

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  6. sascha E.

    – „Im Übrigen wird die abfällige Kritik doch sehr oft von Neid und einer lieblosen Arroganz bestimmt.“
    – „Ein Beispiel, das deutlich macht, dass auch Christen genauso gern Menschen nach dem Äußeren bewerten wie die „bösen“ Kinder der Welt.“

    Die einzigen die ich ständig arrogant und abfällig reden hören sind die Leute von Cathwalk über die Kleidung einiger Katholiken.

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  7. Norbert Jäger

    Patrick Junge hat evangelische Theologie studiert. Hat sich dieser Herr zur Katholischen Kirche bekehrt? Ich frage bloss, weil für cathwalk momentan Mitarbeiter gesucht werden, die katholisch sein müssen. Sonst müsste das „cath“ schleunigst von dieser Website verschwinden.

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  8. Anstand und Würde

    Herren (und auch Damen) sollten sich mit Anstand und Würde kleiden, gemäß ihrem Stand. Das Äußere soll das Innere widerspiegeln. Was würde denn ein Minirock über das Innere, speziell die Moral, einer Frau aussagen? Sicherlich nichts Gutes. Wenn jemand eine Braut sucht, dann sollte er um solche einen großen Bogen machen.
    Dieser Patrick Junge macht auf mich eher so einen Eindruck

    Aber zurück zur Herrenmode. Gute Kleidung kann zwar Eitelkeit fördern, das kann Bildung aber auch. Konsequent weitergeführt endet das in Barbarei. Die moderne Welt hat das ja über den Haufen geworfen. Im Sommer werden dann die kurzen Hosen aus dem Kleiderschrank geholt oder es werden gleich hemmungslos alle Hüllen fallen gelassen.



    Dazu im Vergleich



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    1. Anstand und Würde

      Darüber lässt sich jetzt streiten. Zwei wesentliche Dinge wirken auf mich so, dass ich Herrn Junge als „schmierig“ empfinde. Die arrogante Pose auf dem Bild, und der Text.
      Sowohl der Inhalt, dem ich bis auf das Prinzip sich gut zu kleiden, widersprechen würde, als auch der Stil. Und ja, heute sieht man immer öfters Leute, die alle Knöpfe am Sakko schließen. Das tut man normalerweise nicht. Das ist aber das geringste Problem.
      Noch ein paar Worte zur Jeans bzw. Texashose. Jemand, der Wert auf Stil legt, lässt lieber die Finger davon. Diese war eigentlich als robuste und billige Arbeitshose gedacht (weshalb sie so beliebt bei Cowboys war/ist). Diese haben ihren Platz auf der Baustelle. Aber zu feierlichen Anlässen passt die überhaupt nicht. Erst ab den 50er Jahren griffen in Deutschland Jugendliche diese Mode auf, als Zeichen ihres Protests und Rebellentums. So ähnlich wie Frauenhosen oder Miniröcke.

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    2. Nepomuk

      Auch die Lederhose war mal Arbeitshose (und ist, man höre und staune!, vom ebf. Ordinariat München einmal abgelehnt worden). Heute gilt sie als einwandfreies Festtagsgewand, das man auch auf eine Fronleichnamsprozession anziehen kann.

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  9. Manu

    Super, dieser Artikel!

    Und zum Glück gibt es Leute wie Patrick Junge, die adrett und eloquent sind.

    Wenn ich weiß, dass ein Krah oder ein Junge in meiner Kirchengemeinde sind, kann ich getrost einen Nichtchristen mitbringen, denn ich weiß, dass ich mich nicht für diese Schäfchen schämen muss.

    Im Gegenteil: sie sind der lebendige Beweis dafür, dass man mit beiden Beinen in der Welt stehen kann und trotzdem stolzer Christ sein kann!

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  10. Pingback: Streit um "The Cathwalk": Stil, Style und Sinatra | PTB - PAPSTTREUERBLOG

  11. Michael van Lachs

    Bravo, Herr Junge!

    Endlich mal einer, der es sagt.

    Bei meinem nächsten Friseurbesuch lege ich mir auch diese Krah/Junge-Schnitt zu, der einst von den Backstreet Boys geprägt wurde.

    Möge auch bei so manchem Kommentator hier die Erkenntnis reifen, dass man nicht alles so bierernst nehmen muss und dass man, wie Junge, seine Anliegen auch mit einem Schuss Selbstironie mischen kann, ja soll.

    Humor nennt man die entsprechende Kategorie, nicht Selbstdarstellung.

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  12. Luzia

    Ich finde es bedauernwert, dass Mode hier in diesem “christlich“ geprägten Forum zur Religion gemacht wird. Da kommt die Frage auf , was man hier den Menschen vermitteln möchte :etwa katholische Werte , Fundamente des Glaubens,- oder die innere Schönheit, welche durch sich selbst überzeugt? – Nein leider nicht !

    Mit Mode muss man umgehen können ! Wer sich schön und modisch kleidet , aber sich darauf etwas einbildet, oder sich gar darüber definiert, hat an jeglicher Schönheit verloren.
    Dasselbe gilt auch für jene, welche sich vom modernen Kleidungsstil fernhalten, und sich deshalb rühmen. Es ist die Eitelkeit und der Stolz, was dem Herzen Gott beraubt.

    Weniger Selbstdarstellung und mehr konstruktive Artikel sind erwünscht.

    Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes: das ist köstlich vor Gott.
    1Petrus 3, 3-4

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  13. Nepomuk

    Leute, die einen mit scharfen Blicken, Getuschel usw. auf Linie bringen willen, gibt es selbstverständlich, so wie überall, auch in der Kirche. Dort, nach meinem Eindruck, weniger; dazu habe ich jetzt freilich keine Studie angestellt… aber da muß man sich eben überlegen, wie man damit fertig wird.

    Es mag nicht der Gipfel der Tapferkeit sein, den Leuten aus dem Weg zu gehen, ihnen möglichst nicht unter die Augen zu kommen, aber es ist mE erlaubt… mache ich auch, auch wenn ich es speziell im Bereich Kleidung so nicht kenne.

    Da ist mir der Dogmatisierer übrigens lieber, der sagt, es sei eine Sünde, einen Rock zu tragen, der das Knie nicht erreicht. Dem kann man widersprechen, „nein, ist es nicht, und überhaupt hast du für deine Meinung gar keinen stichhaltigen Grund“, und gut-is: die Positionen sind geklärt. Im Leben bringt er es meist fertig, noch freundlich zu bleiben… und wenn er wenigstens etwas Ahnung hat, wird er auch nicht bestreiten, daß der andere seine (im Beispiel) Kleidung guten Gewissens trägt. Der Tuschler und Blickewerfer ist da durchaus unangenehmer

    – aber wie gesagt, es gibt ihn nicht so oft.

    („einen oder zwei pro Pfarrei oder so“ läuft für mich unter „nicht so oft“).

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  14. Imrahil

    Auch wenn ich – wer mir die Ehre angetan hat, den einen oder anderen meiner Kommentare zu lesen, wird vermuten, selbstverständlich 😉 – die in den bisherigen Kommentaren einschließlich der darin enthaltenen Beleidigungen wie „krankhafte Eitelkeiten“, „sollte Besuch beim Nervenheilarzt erwägen“, „die Redaktion sind schlechte Christen“ usw. enthaltenen Meinungen keineswegs teile,

    möchte ich dann doch einmal die Frage nach den tatsächlichen Verhältnissen stellen.

    Dieser beschriebene Neid, die lieblose Arroganz, die Einstellung, daß aufwendigere Kleidung mit dem Christentum nicht zu vereinen sei etc. – wo kommt die denn bis auf Einzelfälle, die es überall gibt, tatsächlich vor?

    Mir scheint, so schlimm steht es um die Christenheit doch auch wieder nicht.

    Auch der Autor beschreibt doch in seinem ersten Absatz, wie ein sogar ziemlich extravagant gekleideter Gottesdienstbesucher – eine Krawatte in Regenbogenfarben *ist* extravagant, die hier als schlampig beschriebenen Details fallen allenfalls auf den zweiten Blick auf, der erste ist „aha, der trägt Anzug“ – für seine Kleidung mitnichten mit scharfen Blicken und Gerede bestraft wird, sondern von zwei jungen Damen (die anscheinend das Prinzip, daß es gut ist, sich für die Sonntags(?)messe gut anzuziehen, eben doch verinnerlicht haben) ehrlich gelobt wird?

    Der Verweis auf die pietistischen Eltern beweist insofern nichts, auch nicht im Sinne eines Einzelfalls: denn daß in dem ganzen Bereich, den wir Katholiken (im weitesten Sinne) „erlaubte Genüsse“ betiteln würden, ebenso wie in einigen anderen Bereichen im ganzen protestantischen Umfeld jede Menge Unfug, und grob gesprochen je pietistischer desto mehr, verbreitet ist, ist ein alter Hut… (um dem ganzen die Krone bzw. den Korken aufzusetzen, hätte der Autor – vermute ich einmal – für die Eltern der Freundin noch eine Flasche Sekt mitnehmen können und mit einem hintergründigen Lächeln die Reaktion *darauf* beobachten können 😉 )

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  15. Ich finde die Beiträge von cathwalk höchst interessant und lesenswert. Nicht zuletzt, weil mich wohl ähnliche Erfahrungen geprägt haben. Ja, Herr Deger, es gibt Menschen, die mit Markenkleidung ihre Komplexe kaschieren, und es gibt Menschen, die mit langen Filzröcken oder allgemein schlechter Kleidung ihre Komplexe kaschieren und dazwischen gibt es ganz ganz viele, die frei von Komplexen und mit einer gesunden Lebensfreude gesegnet sind.
    Dass Miniröcke nicht das non plus ultra von Eleganz sind, besonders dann nicht, wenn die Beine oder das Alter nicht so recht dazu passen wollen, versteht sich von selbst. Dass Sie mit der gleichen Keule der Herablassung antworten, die sie vorher auf schärfste verurteilt haben, finde ich ausgesprochen schade und das angesprochene mitleidige Lächeln enthält für mich eher den bitteren Geschmack der Selbstgerechtigkeit. Ehe wir Christen uns gegenseitig steinigen, wäre ich erfreut, noch ein paar Artikel auf diesem Blog lesen zu dürfen. Denn auf etwas können wir uns wohl alle einigen: „Gott schaut auf Herz“! Und die Fragen im Himmel werden sich damit wohl nicht um Rocklängen oder Batikkrawatten drehen, sondern um Eifersucht, Missgunst, Neid, Geiz, Hochmut, Zorn, Habgier, Verlogenheit etc.

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  16. Michael van Laack

    Man muss sich gewiss nicht „schlecht“ anziehen, um ein guter Christ zu sein, aber man kann definitiv auch ein schlechter Christ sein, obwohl man „gut“ angezogen ist. Beispiele siehe Redaktion dieser modeaffinen www-Postille. – Und ganz nebenbei: Was sollen eigentlich die ALG II oder Sozialehilfe-Empfänger machen – Nicht in die Kirche gehen? Austreten mangels der Möglichkeit, sich „chic“ zu kleiden? Was ist eigentlich die Zielgruppe Eurer Beiträge? Die stylische hedonistische, irgendwie noch christliche und zumeist aus Gewohnheit auch noch Kirchensteuer zahlende Rosamunde-Pilcher-Class? Inhaltlich gehe ich auf diesen Beitrag erst gar nicht ein. Denn das würde soviel bringen, als wenn ich kleine runde teure Kugeln vor weibliche Nutztiere würfe.

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  17. Toni M.

    Am Schönsten ist die Türsteherhaltung, mit der der Autor auf dem Foto posiert. Das sagt alles und mehr als die Worte, die niedergeschrieben wurden. Ich schließe mich dem Vorredner an. Das ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu übertreffen und reiht sich nahtlos in die unpassenden fotografischen Ergüsse des Krah-Beitrags ein. Ich frage mich, warum diese offenkundig narzistischen Extravagenzen kein Geheimnis zwischen Ihren Autoren und deren Kleiderspiegeln sein können. Das ist ja wie ein Unfall, bei dem man nicht hinsehen will und dann dennoch gafft!

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    1. Michael van Laack

      Für diesen Kommentar von mir standing ovations und eine tiefe Verbeugung. Treffender kann man das Verhalten berührungsdefizitärer Persönlichkeiten in dieser Kürze nicht „spiegeln“. 😉

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  18. Tobias Deger

    Da bei den Beiträgen und Artikeln auf cathwalk scheinbar auf beleidigende und ehrabschneidende Untertöne Wert gelegt wird, möchte ich doch noch einmal anmerken, wie peinlich und aussagekräftig die meisten, der bisher erschienenen, Ergüsse sich für mich darstellen. Anstatt wahllos auf allen herumzuhacken, die nicht in Baldessarini-Jeans und Versace-Stolen herumlaufen (können, da es für manche einfach finanziell andere Prioritäten gibt), sollte der ein oder andere Autor, den ich ja auch persönlich kenne, vielleicht einmal einen Besuch beim Nervenheilarzt erwägen, da gewisse Personen eher Ihre Komplexe als Katholik mit dem Tragen von „besonders teurer“ Mode auszublenden versuchen. Das aufällige „Markieren“ durch Tragen besonders „extravaganter Modekonzepte“ stellt sich für die Psychologie eher als ein Zurschautragen von Minderwertigkeitskomplexen dar…
    Da ich Euch möglicherweise Eure krankhaften Eitelkeiten nicht ausreden kann, macht einfach weiter so; einige die hier mitlesen hätten sonst nicht so viel zu lachen, wobei sich das Lachen nicht durch Schadenfreude zeigt, sondern durch mitleidiges Lächeln.
    Beste Grüße

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