Eine Million Kinder beten gemeinsam den Rosenkranz

Rosenkranzgebet für Einheit und Frieden unter den Völkern – Diese Vision soll am 18. Oktober um 9:00 Uhr Wirklichkeit werden

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Die päpstliche Stiftung Kirche in Not (Aid to the Church in Need – ACN) lädt Sie ein, an dieser Gebetsinitiative teilzunehmen. Die Idee für diese Initiative entstand im Jahr 2005 an einem Bildstock in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Als mehrere Kinder hier den Rosenkranz beteten, hatten einige anwesende Frauen ein tiefes Erlebnis der Gegenwart der Gottesmutter. Eine von ihnen dachte gleich an eine Verheißung aus dem Munde P. Pios: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“

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Film zum Wochenende: Wo Du zu Hause bist

Als ihr Mann Luke wegen Verdacht auf Betrug ins Gefängnis muss, bleibt Faith nichts anderes übrig, als nach Jahren in der Großstadt zurück in die Heimat zu gehen. Ihr verwitweter Vater empfängt sie mit offenen Armen, doch ihre Schwester ist nicht begeistert von der Rückkehr. Als beim Vater ein Gehirntumor diagnostiziert wird, versucht Faith alles, um einen Arzttermin in New York zu bekommen was jedoch bedeutet, dass sie wieder Kontakt mit Luke aufnehmen muss, der zwischenzeitlich freigelassen wurde. Doch Faiths Vater hat einen anderen Plan für sein Leben und für das seiner Tochter …

Totenschädel im Rosenkranz – alles okay?

 

Von Shannon Doty, übersetzt von Quintus N. Sachs

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Ein ausgiebig geschnitzte Rosenkranztotenschädelperle aus Elfenbein, gefunden am Rosenkrans einer Nonne, 15. Jahrhundert (Detroit Institute of Arts)

Manchmal werden wir nach der Bedeutung von Rosenkränzen mit Totenschädeln gefragt. Sind sie sakrilegisch oder gar anti-katholisch? Überraschenderweise sind sie so ziemlich das Gegenteil. Die Totenkopfperle an einem Rosenkranz ist gedacht als Fokussierpunt um die eigene Sterblichkeit zu kontemplieren. Natürlich ist so ein Rosenkranz nicht Jedermanns Sache; mancherlei würde meinen, so ein Rosenkranz sei – morbid.

Der Gebrauch von symbolischen Totenschädeln in Rosenkränzen und Gesätze datiert zurück ins späte Mittelalter (1050 – 1500). Besonders in Italien, Deutschland und Mexico waren sie beliebt bei Priestern, Mönchen und Schwestern. Also seit Jahrhunderten wurden diese Totenkopfe in Rosenkränzen verarbeitet, und Kunstgeschichte und Lehre der Kirche unterstützen diesen Brauch.

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7 Vorurteile gegen Hausfrauen

The Cathwalk.–  Kinder, Küche und Kirche sind immerhin drei verschiedene Dinge. Hausfrau und Mutter zu sein bedeutet also Vielfalt. Staatliche Kinderbetreuung hat ein nicht zu leugnendes totalitäres Potenzial.

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Frauenquote überflüssig: Familienmanagerinnen

1. Hausfrauen zahlen nicht in die Rentenkasse ein.

Hausfrauen sind Manager-Factories. Denn das Problem der schwindenden Rentengelder liegt an der zunehmend geringer werdenden Geburtenrate. Mütter, die nicht arbeiten gehen, haben mehr Zeit für eine gehalt- und wertvolle Erziehung, welche es wiederum braucht, um sich als Erwachsener gefestigt im Leben auf einen guten Job einzulassen.

2. Hausfrauen haben zu viel Müßiggang, da sie keinen geregelten Arbeitszeiten folgen müssen.

Die Arbeitszeit einer Hausfrau ist geregelt: 24 Stunden an 7 Tagen pro Woche! Nicht umsonst nennt man Hausfrauen auch Familien-Managerinnen. Sie sind Vollprofis in 1a-Kinderbetreuung und sozialem Engagement (z.B. in der örtlichen Bücherei, der Kirchengemeinde etc.). Müßiggang ist da Fehlanzeige.

3. Hausfrauen kennen allein nur die Themen rund um ihre Kinder, man kann sich über nichts anderes mit ihnen unterhalten.

Nur weil Hausfrauen nicht arbeiten gehen, heißt das nicht, dass sie nicht z. B. auch Nachrichten/ politische Ereignisse verfolgen, literatrische Werke lesen oder einem Hobby nachgehen. Die größte deutsche Hausfrau des 20. Jahrhunderts, Hannelore Kohl, kannte sich mit dem medizinischen Thema der ZNS-Erkrankungen so gut aus, dass sie bei Terminen ihrer Stiftung auf einer Ebene mit medizinischen Koryphäen diskutieren konnte.

4. Hausfrauen sind zu abgeschieden in ihrem Haushalt und haben nur wenig soziale Kontakte.

Schon allein durch Kindergarten und Schule treten Hausfrauen fast täglich mit Eltern, Erziehern und Lehrern in Kontakt. In kleinen Ortschaften ersetzen sie übrigens auch den nicht vorhandenen Nachrichtendienst…

5. Hausfrauen tun nichts für sich, da sie sich total für ihre Kinder opfern – das macht auf Dauer nicht glücklich. 

Auch Frauen, die nicht arbeiten gehen, gönnen sich hin und wieder ein romantisches Dinner mit ihrem Mann, einen Frauenabend mit anderen Müttern, einmal in der Woche einen Volkshochschulkurs usw. (es gibt Tanten, Cousinen, Omas, Babysitter, die in der Zeit auf die Kinder aufpassen können).

6. Hausfrauen leben ein veraltetes Rollenbild.

Ob in München, Berlin oder Frankfurt: überall, wo Ehepaare genug Geld haben, entscheiden sie sich dafür, dass die Frau zu Hause bleibt. Man sieht also: Das Hausfrauentum ist nicht alt, sondern spiegelt ewige Werte und Sehnsüchte wider. Sein Herz und Leben in die Arbeit für seine Familie zu investieren, das ist eine Heldentat. Staatliche Kinderbetreuung hat ein nicht zu leugnendes totalitäres Potenzial: Lufthoheit über den Kinderbetten und so…

7. Hausfrauen verstecken sich hinter „Kinder, Küche, und Kirche“.

Kinder, Küche und Kirche sind immerhin drei verschiedene Dinge. Hausfrau und Mutter zu sein bedeutet also Vielfalt. Daneben sind Frauen, die nur auf die Karriere fixiert sind, recht einseitig…

„24 Wochen“: Weit mehr als nur ein Film

Ab Donnerstag läuft das Abtreibungsdrama „24 Wochen“ mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel in den deutschen Kinos. Paula von Ketteler hat den Film vorab gesehen und als Projektentwicklerin für „1000plus“, das ungewollt Schwangere berät, für pro rezensiert.

Von Paula von Ketteler

„Es ist ja nur ein Film!“ Dieser distanzierende Satz kommt einem Kinobesucher des Spätabtreibungsdramas „24 Wochen“ wohl nicht so leicht über die Lippen. Nicht nur, weil Julia Jentsch uns die Geschichte der erfolgreichen Kabarettistin Astrid, die plötzlich mit der Down-Syndrom-Diagnose ihres ungeborenen zweiten Kindes konfrontiert wird, direkt in unsere Komfortzone hineinspielt. Sondern auch, weil wir eigentlich alle wissen, dass Schwangerschaftskonflikt und Abtreibung jedes Jahr eine hunderttausendfache, aber vielfach verschwiegene Realität in unserem Land sind.

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Robin Hood als katholischer Rebell: Die unbekannte Seite einer beliebten Legende

Doch ein weitgehend unbekannter Aspekt des Rebells von Sherwood ist – nicht nur, aber gerade für Katholiken – interessant: Er war einer von ihnen.

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Rugged Rosaries – männlicher geht’s nicht

Es ist eine der wirksamsten (geistigen) Waffen, die man sich ohne Waffenschein kaufen kann. Ganz leicht im Internet erhältlich. Dafür brauch keiner den TOR-Browser oder einen anderen Eingang ins Darknet. Lieferbar in vielen verschiedenen Formen, Größen, Farben und Materialien – der Rosenkranz!

von Quintus N. Sachs

TripleThreat6_largeLetztes Jahr entdeckte ich – ich war mal wieder im Netz unterwegs – einen kleinen Hinweis auf eine Firma namens Cordbands. Einige Male schrieb ich mit der Eigentümerin, Shannon Doty und war begeistert von den schönen Rosenkränzen die sie herstellt. An Perlen hat sie eine scheinbar unendliche Auswahl, als Knüpfmaterial benutzt sie Paarcord – zu deutsch:  Fallschirmleine. Die hat sie wiederum in vielen verschiedenen Farben. Wenn dann noch ein Kruzifix dran soll, zusätzlich eine Medaille – oder gleich mehrere – dann kann man all diese Wünsche auf dem Bestellformular eingeben. Alternativ schickt Shannon einfach eine Mail.

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Mogador – Stilsicherer Eskapismus

Neuer Roman von Martin Mosbach – Eine Buchbesprechung von Hannes Kirmse

3465801638411849highresfeu_cover_mosebach_22081_4cDer erfahrene Mosebach-Leser mag erahnen, auf welche Art von Reise er sich einlässt. Es ist keine existentielle Sinnsuche à la Hermann Hesse, man wird mit keinem Einsiedler allein gelassen oder mit Hemingways Selbstbehauptung in der Wildnis konfrontiert. Wer mit Martin Mosebach nach Mogador reist, der tut dies nicht aus einem Bedürfnis der Selbstprüfung oder Selbststeigerung heraus, sondern lässt sich ein auf eine sinnlich ganz andersartige Welt fernab von postmodernem Lärm und Massentourismus.

Patrick Elff, der Held des bei Rowohlt neu erschienen Mosebach-Romans ist ein in dubiose Finanzgeschäfte verwickelter Bankier, der so Hals über Kopf aus seiner Arbeitsstadt Düsseldorf fliehen muss und im 2500 km entfernten, an der marokkanischen Atlantikküste gelegenen Mogador strandet. Es mag auf die Eigenart des Elff-Erschaffers zurückzuführen sein, dass er diesen als einen verkappten Schöngeist zeichnet, der mit Hingabe Philologie studiert hatte und dem so genauso gut eine akademische Laufbahn offen gestanden hätte. Wem die Biographie Mosebachs nicht fremd ist, mag dort einen unterschwelligen Querverweis auf dessen eigenes Schicksal erkennen: Mosebach, der, 1951 geboren, bis 1979 Rechtswissenschaften studierte, hätte sich, wie er selbst einmal bemerkt hat auch als „mittelmäßiger Rechtsanwalt“ niederlassen können. Doch entschied er sich nach dem zweiten Staatsexamen für die Schriftstellerei, was für ihn ein Wagnis bedeutet hat und mit jedem Roman immer wieder neu bedeutet. So kann Elff auch als hypothetisches Gedankenspiel, als eine kritische Auseinandersetzung darüber gedeutet werden, wie es in diesem anderen Milieu des handfesten Geschäftemachens mitunter zugehen kann, was sensitiv gesinnten Menschen wie eben auch Elff sehr schnell zur Pein und Verhängnis werden kann.

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Magisches marokkanisches Mogador

Mosebach spannt einen weiten, facettenreichen Erzählbogen, ist dabei gleichwohl darauf bedacht, diesen nicht zu überspannen und behält für alles das rechte Maß. Sein Refugium findet Elff bei der pythischen Khadija, die ihm die tiefe Welt des Orients zu eröffnen scheint. Ihr vielschichtiger Charakter zeigt sich in ihrem Hang zur Esoterik – Kartenlegen und die gewisse Verbindung zur Welt des Übersinnlichen, sowie zur Prostitution. Elffs Ankunft bei ihr und beginnende Abhängigkeit von ihr wird von dem Anklingen eines Kulturschocks begleitet. Nur mit äußerster Schwerfälligkeit gelingt es ihm, sich in die dort herrschenden Lebensbedingungen einzufügen, doch zerbricht er nicht daran. Selbst wenn man mit Patrick Elff zu den in der marokkanischen Lebenswelt schlummernden Abgründen – Armut, Korruption und Bigotterie – herabsteigt, erscheint dies alles mit der für Mosebach typischen Façon, welche Klonovsky als sein „kalligraphisches Ebenmaß“ bezeichnet hat.1 – Charaktere, Schauplätze und Leitmotive erscheinen behutsam geordnet und harmonisch ineinandergefügt. Was manche seiner Kritiker ihm als „Detailversessenheit“ vorhalten wollen, entspringt doch viel eher dem Bedachtsein auf Ausgeglichenheit, Harmonie und dem immerwährenden Versuch, dem Augenblick dessen maximales künstlerisches Potential abzugewinnen. Die sich durch Bilderreichtum auszeichnende Sprache wird beispielsweise auch gegen Ende seines Romans deutlich, als damit begonnen wird, Elffs Reise zu resümieren: „Die Zeit, die er in Mogador verbracht hatte, würde im Rückblick als Aufenthalt in einer Art Schleuse erscheinen – als eine Nicht-Zeit, eine Saison wie unter Wasser in ungewissem Helldunkel.“

Mosebach hat vielleicht selbst einmal den Schleier um seine Erzählkunst etwas gelüftet, indem er im „Wortschätze“-Interview bekannte: „Wenn ich eine Geschichte schreibe, dann denke ich in musikalischen oder abstrakten farblichen Vorstellungen und ich denke sozusagen symphonisch. Das kommt mir am nächsten für eine längere Erzählung.“2

Mosebach geht es in seinen Erzählungen um das Erfahren während einer Reise. Er offeriert uns Einladungen zum Nachdenken, Sinnieren, Innehalten, Reflektieren und Sich-Finden. – Wo hat man das im Zeitalter von Konsumgesellschaft und Massentourismus noch? – So bleibt zu hoffen, dass er uns noch auf zahlreiche Reisen mitnehmen wird.

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Gedicht zum Sonntag – „S‘ ist eine Nacht vom Thaue wach geküßt“

„Durchwachte Nacht“ von Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Wie sank die Sonne glüh und schwer!
Und aus versengter Welle dann
Wie wirbelte der Nebel Heer,
Die sternenlose Nacht heran!
– Ich höre ferne Schritte gehn, –
Die Uhr schlägt Zehn.

Noch ist nicht alles Leben eingenickt,
Der Schlafgemächer letzte Thüren knarren,
Vorsichtig in der Rinne Bauch gedrückt,
Schlüpft noch der Iltis an des Giebels Sparren,
Die schlummertrunkne Färse murrend nickt,
Und fern im Stalle dröhnt des Rosses Scharren,
Sein müdes Schnauben, bis vom Mohn getränkt,
Es schlaff die regungslose Flanke senkt.

Betäubend gleitet Fliederhauch
Durch meines Fensters offnen Spalt,
Und an der Scheibe grauem Rauch
Der Zweige wimmelnd Neigen wallt.
Matt bin ich, matt wie die Natur! –
Elf schlägt die Uhr.

O wunderliches Schlummerwachen, bist
Der zartren Nerve Fluch du oder Segen? –
S‘ ist eine Nacht vom Thaue wach geküßt,
Das Dunkel fühl ich kühl wie feinen Regen
An meine Wangen gleiten, das Gerüst
Des Vorhangs scheint sich schaukelnd zu bewegen,
Und dort das Wappen an der Decke Gips,
Schwimmt sachte mit dem Schlängeln des Polyps.

Wie mir das Blut im Hirne zuckt!
Am Söller geht Geknister um,
Im Pulte raschelt es und ruckt
Als drehe sich der Schlüssel um,
Und – horch! der Seiger hat gewacht,
S‘ ist Mitternacht.

War das ein Geisterlaut? so schwach und leicht
Wie kaum berührten Glases schwirrend Klingen,
Und wieder wie verhaltnes Weinen, steigt
Ein langer Klageton aus den Syringen,
Gedämpfter, süßer nun, wie thränenfeucht
Und selig kämpft verschämter Liebe Ringen;
O Nachtigall, das ist kein wacher Sang,
Ist nur im Traum gelös’ter Seele Drang.

Da kollerts nieder vom Gestein!
Des Thurmes morsche Trümmer fällt,
Das Käuzlein knackt und hustet drein.
Ein jäher Windesodem schwellt
Gezweig und Kronenschmuck des Hains;
– Die Uhr schlägt Eins. –

Und drunten das Gewölke rollt und klimmt;
Gleich einer Lampe aus dem Hünenmaale
Hervor des Mondes Silbergondel schwimmt,
Verzitternd auf der Gasse blauem Stahle,
An jedem Fliederblatt ein Fünkchen glimmt,
Und hell gezeichnet von dem blassen Strahle
Legt auf mein Lager sich des Fensters Bild,
Vom schwanken Laubgewimmel überhüllt.

Jetzt möcht‘ ich schlafen, schlafen gleich,
Entschlafen unterm Mondeshauch,
Umspielt vom flüsternden Gezweig,
Im Blute Funken, Funk‘ im Strauch
Und mir im Ohre Melodei;
– Die Uhr schlägt Zwei. –

Und immer heller wird der süße Klang,
Das liebe Lachen; es beginnt zu ziehen,
Gleich Bildern von Daguerre, die Deck‘ entlang,
Die aufwärts steigen mit des Pfeiles Fliehen;
Mir ist, als seh‘ ich lichter Locken Hang,
Gleich Feuerwürmern seh ich Augen glühen,
Dann werden feucht sie, werden blau und lind,
Und mir zu Füßen sitzt ein schönes Kind.

Es sieht empor, so fromm gespannt,
Die Seele strömend aus dem Blick,
Nun hebt es gaukelnd seine Hand,
Nun zieht es lachend sie zurück,
Und – horch! des Hahnes erster Schrei! –
Die Uhr schlägt Drei.

Wie bin ich aufgeschreckt – o süßes Bild
Du bist dahin, zerflossen mit dem Dunkel!
Die unerfreulich graue Dämmrung quillt,
Verloschen ist des Flieders Thaugefunkel,
Verrostet steht des Mondes Silberschild,
Im Walde gleitet ängstliches Gemunkel,
Und meine Schwalbe an des Frieses Saum
Zirpt leise, leise auf im schweren Traum.

Der Tauben Schwärme kreisen scheu,
Wie trunken, in des Hofes Rund,
Und wieder gellt des Hahnes Schrei,
Auf seiner Streue rückt der Hund,
Und langsam knarrt des Stalles Thür,
– Die Uhr schlägt Vier. –

Da flammts im Osten auf, – o Morgenglut!
Sie steigt, sie steigt, und mit dem ersten Strale
Strömt Wald und Haide vor Gesangesflut,
Das Leben quillt aus schäumendem Pokale,
Es klirrt die Sense, flattert Falkenbrut,
Im nahen Forste schmettern Jagdsignale,
Und wie ein Gletscher, sinkt der Träume Land
Zerrinnend in des Horizontes Brand.

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Film zum Wochenende: Comeback Season – Nutze deine zweite Chance

Skylar, Starquarterback der Football-Mannschaft, sieht gut aus und ist der Schwarm aller Mädchen. Sein Nachbar Walter, ein nach außen unauffälliger Familienmensch, zählt nicht mehr zu Skylars Fangemeinde, nachdem dieser seiner Tochter das Herz gebrochen hat. Als die heile Welt der beiden plötzlich Risse bekommt und sie sich nach einer Randale gemeinsam im Gefängnis wiederfinden, müssen die einstigen Gegner erkennen, dass sie nur durch gegenseitige Hilfe ihre Welt neu ordnen können, um herauszufinden, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind.

Mel Gibson verrät den Titel des Nachfolge-Films von „Die Passion Christi“

„Wir reden darüber“, sagte Gibson in Antwort auf eine Frage nach dem Stand des Projekts, das im Juni zum ersten Mal bekannt wurde. „Natürlich ist es ein gewaltiges Unterfangen, und es ist nicht ‚Die Passion 2‘ – es trägt den Titel ‚Die Auferstehung‘ – the Resurrection„.

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Auf den Hut gekommen

Was vor 50, 60 Jahren noch ganz normal war, zieht heute die Aufmerksamkeit positive wie negative – auf sich. Nur noch hartgesottene Fashionistas (und ich) trauen sich mit diesem exaltierten Kleidungsstück auf die Straße: der Hut. Für mich hat er das Zeug zum selbstbewussten Statement der katholischen Frau. Ein Aufruf zur modischen Waghalsigkeit von Franziska Holzfurtner 

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Träumt davon, eine moderne, gebildete, weltoffene, lebensfrohe und wahrhaft katholische weibliche Identität zu finden: Die passionierte Hutträgerin und Autorin Franziska Holzfurtner

Meine Liebe zum Hut wurde schon früh geweckt. Meine Großmutter besaß wie die meisten älteren Damen eine ausgedehnte Kollektion. Ein Modell nach dem anderen wanderte auf meinen noch etwas zu kleinen Kopf. Ich gefiel mir in ihnen allen und meine Großmutter konstatierte zufrieden, ich habe ein Hutgesicht.

Als zerknirschter Teenager mit „auch-schon-wurst“-Attitüde und einer abgrundtiefen Abneigung gegen alles Weibliche und Auffällige erkaltete meine Liebe zum Hut.

Was mich wieder auf den Hut gebracht hat, war meine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Islam.

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Dignare me laudare te, Virgo sacrata

Eine Buchbesprechung von Christoph Matthias Hagen

Freunde des Gregorianischen Chorals, besonders solche, die selbst in einer Schola singen, werden mit dem Buch, auf das ich heute hinweisen möchte, viel Freude haben. Kenner der Geschichte der Choralforschung sind mit dem Namen P. Joseph Pothier OSB (1835-1923) wohlvertraut. Der amerikanische Theologieprofessor, Kirchenmusiker und Komponist Peter Kwasniewski hat das Verdienst, Pothiers Sammlung Cantus Mariales in einer schönen Faksimileausgabe neu zugänglich gemacht zu haben.

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Links die Originalausgabe (1903), rechts daneben die Faksimile Ausgabe (2016)

Viele Scholen und Chöre, die sich der Pflege der Gregorianik verschrieben haben, klagen, ihnen stünden relativ wenige Gesänge zu Ehren Mariens zur Verfügung. Freilich gibt es die berühmten marianischen Antiphonen, die dem Gang des Kirchenjahres zugeordnet sind, die bekannteste sicher das Salve Regina, doch gregorianische Gesänge, die sozusagen detaillierter und damit abwechslungsreicher auf die zahlreichen Marienfeste des liturgischen Kalenders abgestimmt sind, sind wirklich eher selten. Das gleiche gilt für Mariengesänge, die ad libitum in liturgische Feiern eingewoben werden können, etwa, nachdem der Offertoriumsvers gesungen ist, die Zurüstung des Altares und der Gaben aber noch andauert.

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5 Gründe, nicht zum Marsch für das Leben zu gehen: Die ultimative gif-Hitlist

5 Gründe, nicht zum Marsch für das Leben zu gehen

von Anna Bineta Diouf

  • Akute Grippe – wir wollen keine kleinen Kinder anstecken.sickgif
  • Autopanne am Samstag- aber es fährt bestimmt noch jemand vorbei, der einen als Anhalter mitnimmt. Vielleicht vorsichtshalber auch was schwarzes mit Antifalogo im Gepäck haben, für den Fall, dass einen ein anarchischer Kleinbus mitnehmen will.

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  • Schwangerschaft im neunten Monat.

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  • Schwerer geistlicher Notstand bei einem atheistischen Freund, den man mit Rat und Fürsorge beglücken muss.

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  • Unerwartetes Eintreten der Apokalypse. Da kann man nix machen.

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Johannes Hartl: „Katholische Sexualmoral ist eine Hymne an die Schönheit der menschlichen Erotik.“

Der Cathwalk-Artikel „7 Vorurteile gegen die Abschaffung des Pflichtzölibats“ hat viele berechtigte(!) Diskussionen ausgelöst. Da wir explizit Dr. Johannes Hartl darin erwähnten, haben wir es uns nicht nehmen lassen, ihm persönlich ein paar Fragen zum Thema Zölibat und Ehe zu stellen.
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Johannes Hartls Herz brennt dafür, die Faszination und Schönheit und Gottes auf mitreißende Art und Weise zu kommunizieren. Der promovierte katholische Theologe wurde 1979 geboren und studierte Germanistik und Philosophie, bevor er mit seiner Frau 2005 das Gebetshaus Augsburg gründete, in dem seit 2011 Tag und Nacht das Gebet nicht mehr verstummen und zu dessen Veranstaltungen Tausende Besucher kommen. Er ist Autor zahlreicher Bücher und international gefragter Konferenzredner, der es versteht, geistlichem Tiefgang mit Humor, Intellekt und hoher Praxisrelevanz zu verbinden. Johannes lebt mit seiner Frau Jutta und ihren vier Kindern in Augsburg.

The Cathwalk: Lieber Johannes Hartl, würden Sie gerne in wenigen Jahren die MEHR-Konferenz mit einer von Ihnen zelebrierten Messe eröffnen?

Nein. Ich kann sehr gut damit leben, dass ich kein Priester bin und dass es geweihte Amtsträger gibt, die der Hl. Messe vorstehen und darin als Ehelose Jesus als Bräutigam verkörpern, der sich uns in der Eucharistie selbst schenkt. Und außerdem neige ich zu Unpünktlichkeit und bin deshalb froh, wenn mein Beitrag nicht gleich am Anfang einer Konferenz steht😉

The Cathwalk: Sie sind im Kontakt mit vielen freikirchlichen Pastoren, die Familie und Hirtenamt miteinander vereinigen. Haben Sie den Eindruck, die Ehe macht diese Männer zu einem schlechteren Seelsorger?

Nein, den Eindruck habe ich nicht. Den Konflikt zwischen Familienleben und den sehr anstrengenden pastoralen Verpflichtungen jedoch spürt beinahe jeder dieser Pastoren. Paulus hat schon Recht, wenn er sagt, dass sich der Verheiratete weniger ausschließlich um seinen Dienst kümmern kann als ein Eheloser. (1 Kor 7,32f.)

The Cathwalk: Was ist aus Ihrer Sicht der Sinn des Zölibats in der heutigen Zeit?

Das prophetische Zeichen gegen den Götzen schlechthin. Einer der mächtigsten Götzen heute ist der, der romantischen Liebe und der Sexualität. Wie viele Filme enden damit, dass er und sie sich endlich finden! Ja, das ist doch die höchste Erfüllung, oder? Nein, ist es nicht. Die Überhöhung des romantischen Ideals ist ein Trugbild, das mit der Realität einer treuen Ehe weniger zu tun hat, als man denken könnte. Dass ein Mensch nicht nur ohne Partnerschaft leben kann, sondern das sogar freiwillig wählt, ist ein bedeutsames Zeichen in der heutigen Zeit. Ein Zeichen dafür, dass der Mensch für Gott erschaffen ist und bei ihm eine Liebe finden kann, die alle menschliche Erotik bei weitem übersteigt.

The Cathwalk: Ist es ein Vorurteil, dass die Kirche jahrhundertelang die Sexualität verteufelt hat, oder ist da was Wahres dran?

Da ist was Wahres dran. Allerdings gibt es ein in extrem vielen Gesellschaften stark tabuisierten und reglementierten Umgang mit der Sexualität. „Offener“ Umgang mit Sexualität ist eher eine recht moderne Erfindung. Ich glaube nicht, dass das Verklemmte genuin vom Christentum kam (in der Bibel finde ich kaum stellen für jedoch viele gegen Leibfeindlichkeit), sondern eher aus dem Neuplatonismus. Die heutige katholische Sexualmoral, allem voran wie Papst Johannes Paul II sie formuliert hat, ist eine Hymne an die Schönheit der menschlichen Erotik.

The Cathwalk: Auch eine christliche Ehe ist ja oft mit sexueller Enthaltsamkeit verbunden. Hand aufs Herz: Sind Sie manchmal neidisch auf die alttestamentarischen Könige David und Salomo, die viele Frauen hatten, ohne dass Gott was dagegen hatte?

Es ist schon wahr, dass Gott da nichts Explizites dagegen hatte. Dennoch ist die Bibel selbst schon recht skeptisch und schildert ja, dass seine vielen Frauen Salomo doch zum Verhängnis wurden. Und auch bei David lief das nicht so toll. Ich sag mal so: Ich bin ein normaler Mann. Und Treue kostet etwas. Doch Untreue kostet noch viel mehr, denn sie ist immer zerstörerisch. Und ganz ehrlich: nein, mit mehreren Ehefrauen zusammenleben würde ich nicht gerne wollen. Paulus sagt, dass der Mann verpflichtet ist, seine Frau zu lieben wie Christus die Kirche liebt (Eph 5,25). Ein ganz schön forderndes Ideal! Das mit meiner einen Frau zu versuchen reicht mir eigentlich schon als Herausforderung.

The Cathwalk: Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.

Das neueste Buch von Dr. Johannes Hartl

gott_ungezaehmt_02_360x360Es gibt eine Frage, die jede andere in den Schatten stellt. Eine Frage, an der sich das Schicksal jedes Menschen entscheidet. Sind Sie bereit? „In meinem Herzen Feuer“ zeichnet eine Reise ins Gebet nach. Das neue Buch von Johannes Hartl nimmt Sie mit auf einen theologisch-philosophischen Weg in die geheimnisvollen Regionen der Herrlichkeit Gottes. Doch er ist anders. Vergessen Sie den Opa im Himmel. Gott ist fremd. Er ist gewaltig. Unsere Denkkonstrukte zerbersten wie Tongeschirr. Er ist das Erdbeben. Es ist Zeit zum Aufbruch raus aus der spirituellen Komfortzone. Gott ist überwältigend. Gott ungezähmt.  

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